Küchenkräuter überwintern: Licht ist das Problem
Von der GardenWorld-Redaktion, aktualisiert am
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Warum sterben Ihre Winterkräuter?
Das Problem ist fast nie Kälte oder Feuchtigkeit. Es ist das Licht. Ein Fenster liefert im Oktober weniger als ein Drittel der Sommersonne. Kräuter an einem Nordfenster überleben manchmal monatelang ohne richtiges Wachstum und verfaulen am Ende trotzdem. An einem Südfenster geht es ihnen einige Monate besser, aber auch das reicht oft nicht aus. Die Lösung ist einfach: eine Wachstumslampe, kaum teurer als zwei Tassen Kaffee.
Ob Ihre Küchenkräuter den Winter überstehen, hängt von zwei Dingen ab: welche Sorte Sie wählen (manche geben schnell auf, andere sind fast unverwüstlich) und ob Sie ihnen genug Licht geben. Ohne Wachstumslampe landen die meisten Töpfe im Müll, außer Ihr Südfenster blickt wirklich zur Sonne und Sie gießen sehr vorsichtig.
Die Wachstumslampe: das eigentliche Werkzeug
Eine einfache LED-Wachstumslampe für zwanzig bis dreißig Euro macht den Unterschied zwischen wachsenden Kräutern und Fäulnis aus. Hängen Sie sie zwanzig Zentimeter über Ihre Töpfe, schalten Sie sie mit einer Zeitschaltuhr 14 Stunden täglich ein, und Ihre Kräuter wachsen bis März durch.
Ohne Wachstumslampe müssen Sie Ihre Töpfe jeden Tag zum sonnigsten Fenster drehen, und selbst dann wächst alles langsam, dünn und schwach. Im Dezember und Januar reicht selbst der helle Nachmittag am klarsten Fenster kaum aus. Mit einer Wachstumslampe erhalten Sie ein stabiles, zuverlässiges Wachstum den ganzen Winter über.
Welche Kräuter überwintern: ja und nein
Kräuter, die es leicht schaffen
Kerbel (Anthriscus cerefolium) überwintert ohne große Mühe und wächst sogar langsam weiter, besonders mit etwas zusätzlichem Licht. Stellen Sie den Topf an ein Nord- oder Ostfenster, keine Wachstumslampe nötig, gießen Sie sparsam.
Majoran (Origanum majorana) und Oregano (Origanum vulgare) mögen trockene, kühlere Luft. Sie verlieren im Oktober etwas Laub und treiben danach wieder aus, bleiben aber am Leben. Keine Wachstumslampe nötig: Ein kühles Fenster bei etwa 15 Grad ist ideal, nicht wärmer.
Salbei (Salvia officinalis) und Thymian (Thymus vulgaris) überwintern von allen am leichtesten, besonders wenn Sie sie im Vorjahr zurückgeschnitten haben und sie buschig gewachsen sind. Kalt und trocken am Fenster, keine Wachstumslampe nötig. Sie können beide sogar draußen oder in einer unbeheizten Garage bleiben, da sie etwa 15 Grad Frost vertragen. Für diese beiden ist der Winter wirklich nur eine Ruhepause.
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Kräuter, die ohne Wachstumslampe scheitern
Basilikum (Ocimum basilicum) ist das größte Opfer. Es will Wärme, mindestens 15 Grad, und viel Licht. Ohne Wachstumslampe verliert es bis Dezember seine Blätter, und Sie finden es tot vor. Mit Wachstumslampe und Wärme kann es überleben, bleibt aber immer etwas anfällig.
Petersilie (Petroselinum crispum) wächst im Winter langsam weiter, aber nur mit einer Wachstumslampe. Nur am Fenster verschwindet sie allmählich.
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) folgt der gleichen Regel: Wachstumslampe nötig, oder Sie lassen ihn draußen im Frost bis zum Frühling ruhen.
Mangold (Beta vulgaris subsp. cicla) und Spinat (Spinacia oleracea) sind Saisonkulturen. Nehmen Sie sie raus oder lassen Sie sie los: Versuchen Sie nicht, sie den ganzen Winter drinnen zu halten.
Südfenster gegen Wachstumslampe
Ein Südfenster im Oktober, November und Dezember ist wertvoll, reicht aber allein nicht aus. Lichtmessungen zeigen, dass selbst das hellste Mittagslicht an einem Südfenster im Januar unter 100 Lux bleibt, während die meisten Kräuter etwa 1000 Lux möchten. Im Dezember und Januar ist das ein echtes Problem.
Die Lösung: eine Wachstumslampe (LED, 14 bis 16 Watt) in 20 Zentimetern Abstand gibt den Pflanzen genau das, was sie brauchen. Platzieren Sie sie über Ihren sonnigsten Töpfen und schalten Sie sie morgens um 7 Uhr ein, abends um 21 Uhr aus. So wachsen Ihre Kräuter weiter.
Gießen im Winter
Das ist eine Feinheit. Ihre Kräuter brauchen im Winter weniger Wasser, weil sie langsamer wachsen und die Heizung die Luft im Haus austrocknet. Gießen Sie nur, wenn der obere Zentimeter der Erde trocken ist. Stirbt Ihr Kraut? Fast nie an Kälte, meist an Fäulnis durch zu viel Wasser.
Prüfen Sie täglich. Stecken Sie einen Finger etwa einen Zentimeter tief in die Erde. Trocken? Gießen Sie. Noch feucht? Warten Sie zwei weitere Tage.
Die Drainage zählt genauso. Achten Sie darauf, dass jeder Topf Löcher im Boden hat, sonst stehen die Wurzeln Ihres Krauts im Wasser.
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Temperatur in der Küche
Die meisten Kräuter vertragen Temperaturen bis etwa zehn Grad. Eine kühle Fensterbank, etwa 10 bis 12 Grad, ist besser als ein warmes Zimmer über 20 Grad, weil Wärme die Fäulnis beschleunigt.
Basilikum ist die Ausnahme: Es will mindestens 15 Grad, gerne wärmer. Stellen Sie es nicht an ein kaltes Fenster, sondern in die wärmste Ecke Ihrer Küche, nahe der Wachstumslampe.
Kräutertöpfe auffrischen
Schneiden Sie Ihre Kräuter im Oktober auf etwa zehn Zentimeter über dem Boden zurück. Das fördert neues Wachstum statt langer, dünner Triebe. Beim Basilikum kappen Sie die Spitze, sodass nur zwei Blattpaare pro Stängel übrig bleiben.
Das kostet Sie zwei Wochen Wachstum, aber danach haben Sie dichtere, kräftigere Pflanzen. Das ist deutlich besser, als sie in Ruhe zu lassen und sie im Dezember tot vorzufinden.
Neu anfangen im März
Im März können Sie neue Kräuter aussäen oder Stecklinge aus dem Garten nehmen. Die Tage werden länger, die Fensterbank wird wärmer. Das ist Ihre Gelegenheit, frisches Basilikum, Petersilie und Schnittlauch für den Sommer zu säen.
Warten Sie nicht bis Mai. Im März gesätes Basilikum können Sie bereits im Mai ernten. Im Mai gesätes Basilikum ist Mitte Juli noch nicht ausgewachsen.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist zu viel Gießen: Im Winter wachsen Kräuter langsam, und nasse Erde fault schneller, als sie trocknet. Fühlen Sie die Erde, bevor Sie zur Gießkanne greifen. Ein zweiter Fehler ist ein Topf ohne Abflusslöcher, der die Wurzeln innerhalb weniger Wochen ertränkt.
Viele holen ihr Basilikum zu spät herein. Warten Sie nicht auf die erste Frostnacht im Oktober, denn eine einzige kalte Nacht reicht, um die Blätter schwarz werden zu lassen. Ein weiterer häufiger Fehler: zu glauben, ein Nordfenster ohne Wachstumslampe reiche für Basilikum oder Petersilie. Dieses Fenster liefert schlicht zu wenig Lux, egal wie lang der Tag wirkt.
Stellen Sie Ihre Töpfe auch nicht direkt an den Heizkörper. Die Luft wird dort zu trocken und zu warm, was Salbei und Thymian tatsächlich schwächt, statt ihnen Ruhe zu geben. Eine kühlere Fensterbank, etwas weiter von der Heizung entfernt, eignet sich für beide besser.
Schritt für Schritt
Schritt 1: Wachstumslampe aufhängen
Hängen Sie eine LED-Wachstumslampe 20 Zentimeter über Ihre Kräutertöpfe. Stellen Sie eine Zeitschaltuhr für 14 Stunden täglich ein, zum Beispiel von 7 bis 21 Uhr.
Schritt 2: Töpfe zurückschneiden
Schneiden Sie Ihre bestehenden Kräuter auf etwa zehn Zentimeter Höhe zurück. Das stimuliert neues Wachstum.
Schritt 3: Drainage prüfen
Achten Sie darauf, dass jeder Topf Löcher im Boden hat, und stellen Sie einen Untersetzer darunter.
Schritt 4: Wasser prüfen
Zu viel Wasser ist das Todesurteil für die Wurzeln. Prüfen Sie täglich: Fühlt sich die Erde trocken an? Gießen Sie. Noch feucht? Warten Sie.
Schritt 5: Besten Platz wählen
Stellen Sie Ihre Töpfe so nah wie möglich an die Wachstumslampe. Direktes Licht von oben wirkt am besten.
Schritt 6: Warten und vorsichtig ernten
Von September bis März wachsen Ihre Kräuter langsam. Zupfen Sie Blätter vorsichtig ab, nie mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal.
Häufige Fragen
Kann ich mein Basilikum draußen lassen? Nein. Basilikum stirbt fast sofort an Frostschäden. Holen Sie es vor den ersten kalten Nächten im Oktober herein.
Meine Petersilie ist dünn und lang geworden, kann ich sie retten? Teilweise. Schneiden Sie sie auf etwa fünf Zentimeter Höhe zurück. Sie wird zunächst dünner, treibt aber oft wieder aus, besonders mit einer Wachstumslampe.
Wie viel Wasser braucht ein Kraut im Winter? Deutlich weniger als im Sommer. Ein kleiner Basilikumtopf braucht manchmal nur einmal pro Woche Wasser. Prüfen Sie immer zuerst, ob die Erde trocken ist.
Kann ich Winterkräuter in einem kalten Gewächshaus halten? Ja, solange das Gewächshaus über null Grad bleibt. Lassen Sie sie nicht draußen, sobald Frost einsetzt.
Eine Kräuterecke für den Winter
Hier ist eine ideale Einrichtung: ein Südfenster mit einem Regal darunter und einer Wachstumslampe darüber. Stellen Sie Ihre Basilikum- und Petersilietöpfe direkt unter die Lampe. Rechts davon, etwas weiter von der Lampe entfernt, stellen Sie Salbei, Oregano und Kerbel, da diese weniger Licht brauchen. Prüfen Sie das Wasser täglich und schalten Sie die Lampe jeden Abend ein.
Im Februar und März haben Sie noch genug Blätter zum Kochen, und ab Anfang März können Sie schon frisches Basilikum für den Sommer säen.
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