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Grünes Blatt mit schwarzem Rußtau-Belag, glänzende Oberfläche
Bepflanzung14. Oktober 20266 min

Rußtau: schwarzer Belag auf Blättern und seine Ursache

Von der GardenWorld-Redaktion, aktualisiert am

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Was ist Rußtau eigentlich?

Rußtau wirkt zunächst dramatisch: eine dicke, schwarze Schicht auf Blättern, Blüten und jungen Zweigen. Ihr erster Gedanke ist vielleicht, dass ein ernster Pilzbefall vorliegt. Doch das Problem liegt woanders. Rußtau ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom dafür, dass Ihre Pflanze Blattläuse (Aphidoidea) oder Schildläuse (Coccoidea) beherbergt. Ein Pilz wächst auf dem Honigtau, der klebrigen, süßen Flüssigkeit, die diese Insekten ausscheiden. Der Pilz selbst ist harmlos. Die Insekten sind das eigentliche Problem.

Wenn Sie Rußtau sehen, haben Sie also zwei Dinge gleichzeitig: Blattläuse oder Schildläuse, die Honigtau produzieren, und einen Folgepilz, der darauf wächst, weil es warm und zuckerreich ist. Bekämpfen Sie die Insekten, und der Rußtau verschwindet innerhalb einiger Wochen von selbst.

Wie erkennen Sie Rußtau?

Rußtau zeigt sich als schwarze, rußige Schicht auf den Blättern, vor allem auf der Unterseite. Sie fühlt sich rau und trocken an, nie klebrig. Unter der Schicht schimmert manchmal noch das Grün des Blattes durch. Wenn Sie genau hinsehen, erkennen Sie auch kleine Insekten: grüne oder schwarze Blattläuse, weiße, wollige Wollläuse oder braune Schildläuse, meist 1 bis 3 Millimeter groß.

Der Belag bleibt oberflächlich: Sie können ihn mit einem feuchten Finger abwischen. Eine befallene Pflanze wächst zunächst weiter, aber die Blätter fallen irgendwann ab, weil kein Licht mehr durch die schwarze Schicht dringt. Nach mehreren Monaten kann die Pflanze deutlich geschwächt sein und schlechter blühen.

Wo tritt Rußtau auf?

Besonders auf Pflanzen mit vielen Blattläusen oder unter Bäumen, die selbst stark befallen sind. Zitruspflanzen, die Olive (Olea europaea), der Lorbeer (Laurus nobilis), Rosmarin und viele Ziersträucher sind anfällig. Auch Stadtgärten sind stärker betroffen, weil Linden und Spitzahorn über Terrassen hängen und ihren Honigtau nach unten regnen lassen.

Lorbeer und Olive reagieren besonders empfindlich: ein einzelner Baum über einer Terrasse kann innerhalb von Wochen alles schwarz färben. Fragen Sie sich, ob eine Pflanze genau an diese Stelle in Ihrem Garten passt? Auf gardenworld.app sehen Sie das zuerst in einer Vorschau Ihres eigenen Gartens. Ein Zitrusbaum im Topf drinnen bekommt Rußtau oft durch Wollläuse an jungen Trieben.

Wo das eigentliche Problem liegt: Blattläuse und Schildläuse

Die Insekten, die Honigtau produzieren, sind klein, unauffällig und bleiben manchmal monatelang unbemerkt. Blattläuse, Wollläuse und Schildläuse sind die eigentlichen Verursacher. Sie sitzen auf Blättern, jungen Zweigen und manchmal auf der Rinde.

Sie saugen Pflanzensaft und scheiden den überschüssigen Zucker als Honigtau wieder aus. Darauf siedelt sich dann der schwarze Pilz an. Schildläuse sind hartnäckig: ihr wachsartiger Panzer schützt sie gut vor Spritzmitteln. Wollläuse sitzen in kleinen, wolligen Gruppen in den Blattachseln. Blattläuse lassen sich am schnellsten bekämpfen, vermehren sich aber auch am schnellsten: bei warmem Wetter kann ein einziges Weibchen in zwei Wochen mehrere Dutzend Nachkommen bekommen.

Abspülen: der erste Schritt

Bei leichtem Befall reicht klares Wasser. Gehen Sie mit dem Gartenschlauch die Blätter entlang, besonders die Unterseite. Der Ruß spült ab, und Sie entfernen gleichzeitig viele Insekten. Machen Sie das im Herbst oder im zeitigen Frühjahr bei mildem Wetter. Wiederholen Sie es zweimal im Abstand von einer Woche. Diese Methode belastet Pflanze und Umwelt am wenigsten.

Das reicht bei leichtem Befall meist aus: etwa 30 Prozent der betroffenen Gärten werden ganz ohne Mittel wieder sauber. Lassen Sie die Blätter danach von selbst trocknen oder spritzen Sie tagsüber, damit die Pflanze schnell abtrocknet. Nasse Blätter über Nacht begünstigen Braunfäule. Spritzen Sie nie in der Mittagssonne, sonst können die Blätter verbrennen. Früher Morgen oder späterer Nachmittag sind ideal.

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Insekten ohne verbotene Mittel bekämpfen

Bei starkem Befall hilft Insektenseife in einer Sprühflasche. Besprühen Sie die ganze Pflanze, vor allem die Blattunterseiten, wiederholen Sie nach einer Woche und noch einmal nach zwei Wochen. Insektenseife erstickt Blattläuse und Schildläuse langsam, ohne Marienkäfer und Schwebfliegen dauerhaft zu schaden, die von Natur aus mithelfen.

Gegen Wollläuse und Schildläuse hilft ein mit Spiritus getränktes Tuch. Ist das Blatt voller Wollläuse? Tauchen Sie ein Wattestäbchen in Spiritus und wischen Sie jedes Tier einzeln ab. Wiederholen Sie das wöchentlich, bis alle verschwunden sind.

Stellen Sie empfindliche Zimmerpflanzen getrennt auf: Wollläuse verbreiten sich schnell zu Nachbarpflanzen.

Wann Sie den Baum über der Terrasse entfernen lassen

Das ist der schwierige Teil: manchmal hilft nichts, weil ein Baum über Ihrer Terrasse ständig Honigtau abtropfen lässt. Fragen Sie Ihre Nachbarn, denn es könnte ihr Baum sein. Fällen? Ja, manchmal, als letzte Option. Warten Sie den herbstlichen Blattfall ab: im Oktober verliert der Baum seine Blätter und damit auch viele Blattläuse.

Eine Zwischenlösung: spannen Sie ein feinmaschiges Netz unter den untersten Ästen über der Terrasse. Es fängt einen großen Teil des herabtropfenden Honigtaus auf.

Was nicht funktioniert

Ein Fungizid auf den Rußtau zu spritzen bringt nichts, denn der Pilz sitzt nur an der Oberfläche und greift das Blatt nicht an. Kaliseife kann helfen, beschädigt aber bei Überdosierung empfindliche Blätter. Das ist hier unnötige Chemie: bekämpfen Sie die Insekten, nicht den Pilz.

Wundverschlussmittel an Schnittstellen schützen nicht vor Rußtau. Zusätzlicher Dünger hilft dagegen wirklich: eine gesunde Pflanze verträgt Blattläuse besser und erholt sich schneller.

Schritt für Schritt

Schritt 1: Genau hinsehen

Schauen Sie unter die Blätter, zwischen die jungen Zweige und auf frische Triebe. Welche Insekten sehen Sie: grün, schwarz, weiß und wollig, oder braun und gepanzert?

Schritt 2: Mit Wasser abspülen

Besprühen Sie die ganze Pflanze sanft mit klarem Wasser, besonders von unten. Wiederholen Sie dies zweimal im Abstand von einer Woche und prüfen Sie dann das Ergebnis.

Schritt 3: Insektenseife anwenden

Noch viele Insekten da? Besprühen Sie die Pflanze mit Insektenseife, mit Schwerpunkt auf den Unterseiten. Einmal sofort, dann nach einer Woche und nach zwei Wochen noch einmal.

Schritt 4: Spiritus für Woll- und Schildläuse

Viele weiße Wollnester oder braune Schildchen? Wattestäbchen in Spiritus tauchen und jedes sichtbare Tier abwischen. Wiederholen Sie das wöchentlich.

Schritt 5: Beobachten und bei Bedarf wiederholen

Blattläuse können nach drei Wochen zurückkommen. Ein neuer Zyklus aus Wasser und danach Insektenseife reicht meist, um wieder die Oberhand zu gewinnen.

Häufige Fragen

Ist Rußtau gefährlich für Menschen oder Tiere?

Nein. Es ist ein oberflächlicher, ungiftiger Pilz. Ihr Kind kann ihn ohne Gefahr berühren. Die Insekten darunter können Blätter beschädigen, deshalb sollten Sie diese bekämpfen. Der Pilz verschwindet danach von selbst.

Warum nur auf diesem Baum und nicht auf dem daneben?

Blattläuse haben deutliche Vorlieben: manche Arten bevorzugen Zitrusfrüchte, andere Lorbeer. Schatten und Wind spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Lorbeer im Schatten bekommt oft mehr Blattläuse als einer in voller Sonne. Eine bereits gestresste Pflanze leidet stärker darunter.

Kann ich die Pflanze noch retten, wenn der Rußtau alles bedeckt?

Ja. Selbst stark befallene Pflanzen erholen sich wieder. Das dauert zwei bis drei Monate, funktioniert aber zuverlässig. Bekämpfen Sie die Insekten konsequent, geben Sie der Pflanze Wasser und Dünger, und warten Sie ab. Alte, stark verrußte Blätter fallen ab und machen Platz für saubere neue Blätter.

Der Rußtau ist stark, darf ich die alten Blätter sofort entfernen?

Ja, vorsichtig schon. Entfernen Sie die schwärzesten Blätter und lassen Sie junge Triebe stehen. Schneiden hilft nur, wenn Sie gleichzeitig die Insekten bekämpfen, sonst bedeckt sich alles erneut mit Rußtau.

Sehen Sie es zuerst im eigenen Garten

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