Urdbohne: kompletter Ratgeber
Vigna mungo
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Uberblick
Die Urdbohne (Vigna mungo), auch als schwarze Mungobohne oder Urad Dal bekannt, ist eine einjahrige Huelsenfrucht aus dem indischen Subkontinent. Sie wird seit mindestens 3.500 Jahren in Indien und Pakistan angebaut und ist heute in ganz Sudasien, Teilen Afrikas und tropischen Regionen weltweit verbreitet. In der indischen Kueche ist Urad Dal ein unverzichtbarer Bestandteil von Gerichten wie Dal Makhani, Idli-Teig und Sambar. Ernahrungsphysiologisch ist die Urdbohne auserordentlich reich an pflanzlichem Eiweiss, Kalzium, Eisen und B-Vitaminen. Auf gardenworld.app finden Sie kreative Gemusegartengestaltungen, die nahrhafte Huelsenfruechte gekonnt in ansprechende Aussenraume integrieren.
Aussehen und Blute
Die Urdbohne ist eine aufrechte bis halbkletternde einjahrige Krauterpflanze mit einer Wuchshohe von 30 bis 60 cm. Die gesamte Pflanze - Stangel, Blatter und Huelsen - ist mit feinen, leicht rauen Haaren besetzt, die ihr eine weiche Textur verleihen. Die dreiteiligen Blatter haben breit-ovale, mittelgrune Blattchen. Die kleinen, gelben Schmetterlingsbluten offnen sich von Juli bis August und werden hauptsachlich von kleinen Bienen und Hummeln bestaubt. Nach der Bestaubung entwickeln sich schmale, behaarte Huelsen von 4 bis 7 cm Lange, die jeweils 4 bis 10 Samen enthalten. Die reifen Samen sind glanzend schwarz oder sehr dunkelviolett mit einer weissen Nabelnaht. Der gesamte Kulturzyklus vom Aussaen bis zur reifen Ernte dauert je nach Sorte und Temperatur 60 bis 90 Tage.
Optimaler Standort
Wie alle Warmezeitkulturen benotigt die Urdbohne einen vollsonnigen Standort mit mindestens 6 bis 8 Stunden direkter Sonnenstrahlung taglich. Sie gedeiht am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad Celsius und ist vollstandig frostempfindlich. In gemassigten mitteleuropaischen Breiten (USDA-Zone 8-9) darf die Freilandaussaat erst nach den letzten Frohsten erfolgen - in der Regel nach dem 15. Mai. Ein warmer, geschutzter Platz an einer sudseitigen Wand oder einem Zaun verlangert die Vegetationsperiode merklich. Eine Voranzucht ab Marz oder April auf einer auf 22 bis 28 Grad beheizten Fensterbank verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Ernte in kurzeren Sommern erheblich.
Boden
Die Urdbohne gedeiht am besten in lockerem, gut durchlassigem Boden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,0. Sie vertragt massvole Trockenheit besser als viele andere Huelsenfruechte, reagiert aber empfindlich auf Staunaesse, die schnell zu Wurzelfaule fuhrt. Als Mitglied der Familie Fabaceae geht sie eine Symbiose mit stickstofffixierenden Rhizobium-Bakterien in den Wurzelknollchen ein und hinterlasst den Boden nach der Ernte stickstoffreicher - weshalb sie sich hervorragend als Vorfrucht vor Kohl und Blattsalaten eignet. Zusatzliche Stickstoffduengung ist unnotig und fuhrt im Gegenteil zu ubermassigem Blattwachstum. Schwere Lehmboden sollten vor dem Aussaen mit reifem Kompost und Feinkies aufgewertet werden.
Giessen
Der Wasserbedarf der Urdbohne ist massvoll; sie ist etwas trockenheitstoleranter als die Adzukibohne oder die Mungbohne. Kurzere Trockenphasen kann sie ohne grossen Schaden uberstehen, dennoch ist eine gleichmassige Feuchtigkeitsversorgung fur eine gute Huelsenernte wichtig - vor allem wahrend der Blute und der Huelsensetzung. Giessen Sie stets am Wurzelbereich, um das Laub trocken zu halten und Pilzkrankheiten zu vermeiden. Bei anhaltender Trockenheit zwei- bis dreimal pro Woche wassern. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt bewahrt die Bodenfeuchte und unterdruckt Unkraut. Auf gardenworld.app finden Sie bewaherte Tipps fur ein effizientes Wasserregime im Gemusgarten.
Schneiden
Als einjahrige Krauterpflanze benotigt die Urdbohne keinen klassischen Ruckschnitt. Aufrechte Buschsorten benotigen keine Stutzen, wahrend halbkletternde Typen von einem einfachen Spalier oder kurzen Steckstaben von 40 bis 50 cm profitieren. Das Ausgeizen der Wachstumsspitze nach dem vierten oder funften Blattpaar fordert die Verzweigung und erhoht die Gesamtanzahl fruchttragender Triebe. Vergilbte oder erkrankte Blatter sollten umgehend entfernt werden, um die Luftzirkulation zu verbessern. Ernten Sie Huelsen regelmasig, sobald sie ausgereift sind, um die weitere Huelsensetzung zu stimulieren.
Pflegekalender
Marz-April: Voranzucht im Warmen bei 22-28 Grad Celsius, 1 Samen je 9-cm-Topf. Mai (nach dem 15.): Freilandaussaat oder Auspflanzen, 3-4 cm tief, 15 cm Pflanzabstand, Reihenabstand 40 cm. Juni: bei Bedarf Stiitzen aufstellen; mulchen und jaeten. Juli: Erstblute; bei Trockenheit giessen; auf Spinnmilben achten. August: Huelsensetzung; erste frische Ernte moglich. September: Ernte trockener Bohnen bei gutem Wetter; Nachtrocknen im Gebaude. Oktober: Resterntern; Pflanzenmaterial kompostieren.
Winterharte
Die Urdbohne ist eine einjahrige Warmezeitkultur ohne jede Frosttoleranz. Selbst leichter Frost totet die Pflanze sofort ab. In der USDA-Zone 8 und kalteren Klimaregionen ist sie ausschliesslich als Sommerkultur anbaufahig. Getrocknete Bohnen lassen sich bei kuhler, dunkler und trockener Lagerung in luftdichten Behaltniessen mehrere Jahre lang keimfahig und kochbereit erhalten. Mehrjahrige oder winterharte Formen dieser Art existieren nicht. Der kurze Kulturzyklus von 60 bis 90 Tagen macht die Urdbohne dennoch fur gemassigt-temperierte Sommer geeignet, sofern die Jungpflanzen fruhzeitig vorgezogen werden.
Pflanzpartner
Als stickstofffixierende Huelsenfrucht ist die Urdbohne ein wertvoller Partner in der Gemusgarten-Rotation. Sie vertragt sich gut mit Mais, der gleichzeitig als naturliche Rankhilfe dient, sowie mit Kurbis, Gurken und Zucchini. Aromates wie Koriander, Dill und Basilikum locken Nutzinsekten an und fordern die Artenvielfalt. Allium-Pflanzen wie Knoblauch, Zwiebeln und Lauch sollten als Nachbarn gemieden werden, da sie die Wurzelknollchen-Bakterien beeintrachtigen konnen. Nach der Ernte die Wurzeln moglichst im Boden belassen, damit der fixierte Stickstoff langsam freigegeben wird.
Abschluss
Die Urdbohne ist eine lohnende Bereicherung fur jeden Gemuse- und Krautergarten. Bei warmem, sonnigem Standort, durchlassigem Boden und massvolliger Bewasserung liefert sie reichhaltige Ernten eiweissreicher Bohnen mit vielseitigen Verwendungsmoglichkeiten in der Kueche. Saatgut erhalten Sie bei OBI, Hornbach sowie bei spezialisierten Online-Saatguthandlern. In Regionen mit kurzen Sommern ist fruhe Voranzucht im Haus der Schlussel zum Erfolg.
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