Adzukibohne: kompletter Ratgeber
Vigna angularis
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Uberblick
Die Adzukibohne (Vigna angularis) ist eine waermebedurftige einjahrige Huelsenfrucht, die seit Jahrtausenden in Ostasien - vor allem in China, Japan, Nepal und Vietnam - angebaut wird. Ihre kleinen, dunkelroten Samen haben einen leicht suesslichen Geschmack und einen bemerkenswert hohen Nahrstoffgehalt an Eiweiss, Ballaststoffen und wichtigen Mineralien. In der japanischen Kueche ist die Adzukibohne unverzichtbar fur Sussigkeiten und die beliebte Rotebohnenpaste Anko, die in zahlreichen Desserts Verwendung findet. In Europa gewinnt sie zunehmend an Beliebtheit in Gemusegarten und auf Balkonen. Auf gardenworld.app finden Sie Gestaltungsideen fur produktive Gemusegarten, in denen Huelsenfruechte wie die Adzukibohne dekorativ und nutzlich integriert werden.
Aussehen und Blute
Die Adzukibohne ist eine aufrechte oder halbkletternde Pflanze, die je nach Sorte 30 bis 60 cm hoch wird. Die dreiteiligen Blatter sind mittelgrun und oval geformt, ahnlich wie bei anderen Vigna-Arten. Von Juli an erscheinen kleine, hellgelbe Schmetterlingsbluten, aus denen sich schmale, zylinderformige Huelsen von 7 bis 13 cm Lange entwickeln. Jede Hulse enthalt 4 bis 12 kleine, ovale Samen. Die klassische Adzukibohne ist dunkelrot mit einem charakteristischen weissen Streifen entlang der Naht, doch es gibt auch gelbe, grune und schwarze Sorten. Die Ernte erfolgt je nach Ansatztermin und Witterung zwischen August und Oktober.
Optimaler Standort
Als Warmezeitpflanze benotigt die Adzukibohne einen vollsonnigen Standort mit mindestens 6 bis 8 Stunden direkter Sonnenstrahlung taglich. Die ideale Wachstumstemperatur liegt zwischen 20 und 30 Grad Celsius; Frost vertragt die Pflanze nicht. In mitteleuropaischen Breiten (USDA-Zone 8-9) kann erst nach den letzten Frohsten - in der Regel ab Mitte Mai - ins Freie gesaet oder gepflanzt werden. Ein geschutzter Platz vor einer sudseitigen Wand verlangert die Vegetationsperiode deutlich und verbessert die Ernteergebnisse spurbar. In kuhleren Regionen empfiehlt sich eine Voranzucht ab April auf einer warmen Fensterbank oder im Gewaechshaus.
Boden
Die Adzukibohne gedeiht am besten in lockerem, gut durchlassigem Boden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 6,8. Schwere, staufeuchte Lehmboden sind ungeeignet, da die Wurzeln empfindlich auf Staunaesse reagieren und schnell faulen. Wie alle Huelsenfruechte geht die Adzukibohne eine Symbiose mit stickstofffixierenden Rhizobium-Bakterien ein, sodass eine zusatzliche Stickstoffduengung nicht erforderlich ist - sie fuhrt im Gegenteil zu ubermassigem Blattwachstum auf Kosten der Huelsenernte. Arbeiten Sie vor der Aussaat eine moderate Menge reifen Kompost in den Boden ein, um die Struktur zu verbessern.
Giessen
Der Wasserbedarf der Adzukibohne ist massvoll. Von der Keimung bis zur Fullung der Huelsen ist eine gleichmassige Feuchtigkeitsversorgung wichtig, Staunasse muss jedoch unbedingt vermieden werden. Giessen Sie bei Trockenheit zwei- bis dreimal pro Woche direkt am Wurzelbereich, ohne die Blatter zu benetzen. Das Benetzen der Blatter fordert Pilzkrankheiten. Die kritischste Phase ist die Blute und die Huelsensetzung: Trockenstress in dieser Zeit fuhrt zum Abfall von Bluten und jungen Huelsen und verringert die Ernte erheblich. Sobald die Huelsen zu trocknen beginnen, wird das Giessen schrittweise eingestellt. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt bewahrt die Bodenfeuchte und halt Unkraut in Schach.
Schneiden
Als einjahrige Krauterpflanze braucht die Adzukibohne keinen klassischen Ruckschnitt. Kletternde Sorten profitieren von Steckstaben in einer Hohe von 40 bis 60 cm, die bereits beim Saen aufgestellt werden sollten. Das Ausgeizen der Wachstumsspitze nach dem vierten oder funften Blattpaar fordert die Verzweigung und damit die Anzahl fruchtragender Triebe insgesamt. Vergilbte oder erkrankte Blatter sollten zeitnah entfernt werden, um die Luftzirkulation zu verbessern und eine Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Ernten Sie reife Huelsen regelmasig, damit die Pflanze weiterhin neue Huelsen bildet.
Pflegekalender
April: Voranzucht im Warmen bei 20-25 Grad Celsius. Mai (nach dem 15.): Freilandaussaat oder Auspflanzen, 5 cm tief, 15-20 cm Pflanzabstand, Reihenabstand 40-50 cm. Juni: Steckstaben aufstellen; mulchen und jaeten. Juli: Erstblute; bei Trockenheit giessen; auf Blattlause achten. August: Huelsen bilden sich; erste frische Ernte moglich. September: Ernte trockener Huelsen bei trockenem Wetter; Nachtrocknen im Haus. Oktober: letzte Ernte; Pflanzenreste kompostieren. Auf gardenworld.app konnen Sie sich fur die nachste Gartensaison inspirieren lassen.
Winterharte
Die Adzukibohne ist eine einjahrige Warmezeitkultur ohne jede Frosttoleranz. Der erste Herbstfrost totet die Pflanze vollstandig ab. In der USDA-Zone 8 und kalteren Regionen kann sie nur als Sommergemuese angebaut werden. Getrocknete Bohnen lassen sich mehrere Jahre lang in luftdichten Behaltern an einem kuhlen, dunklen und trockenen Ort lagern und bleiben dabei sowohl keim- als auch kochfahig. Es gibt keine winterharten Mehrjahresformen dieser Art. Es empfiehlt sich, jedes Jahr die schonsten und grossten Samen der Ernte fur das nachste Jahr zuruckzulegen.
Pflanzpartner
Als stickstofffixierende Huelsenfrucht ist die Adzukibohne ein ausgezeichneter Mischkulturpartner fur stickstoffhungrige Kulturen. Besonders gut vertragt sie sich mit Mais - der gleichzeitig als naturliche Rankhilfe dient -, Kurbis, Gurken, Zucchini sowie Krauter wie Basilikum und Dill. Die traditionelle Drei-Schwestern-Bepflanzung aus Mais, Bohnen und Kurbis funktioniert hervorragend mit der Adzukibohne als Rankpflanze. Knoblauch und Zwiebeln als Nachbarn sollten Sie vermeiden, da diese die Wurzelbakterie der Huelsenfruechte hemmen konnen.
Abschluss
Die Adzukibohne ist eine lohnende Erganzung fur jeden Gemusgarten. Bei warmem, sonnigem Standort, durchlassigem Boden und regelmasiger Wasserversorgung liefert sie reiche Ernten eiweissreicher Bohnen, die sich frisch oder getrocknet vielseitig in der Kueche einsetzen lassen. Saatgut ist bei OBI, Hornbach und spezialisierten Online-Versandern erhaltlich. In Regionen mit kurzer Vegetationsperiode ist die Voranzucht in geschlossenen Raumen dringend empfohlen, um die Wachstumszeit optimal zu nutzen.
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