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Mangostanbaum mit dunkelvioletten reifen Fruchten in einem tropischen Gewachshaus
Clusiaceae6. Juni 202612 min

Mangostanbaum: kompletter Ratgeber

Garcinia mangostana

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Uberblick

Der Mangostanbaum (Garcinia mangostana), heimisch in den Regenwaldgebieten der malaiischen Halbinsel und Borneos, gilt seit Jahrhunderten als eine der wohlschmeckendsten Fruchte der Welt. Unter der dicken, violett-braunen Schale verbirgt sich schneeweisses Fruchtfleisch von einzigartiger Susslichkeit und feiner Saure. Ausserhalb der Tropen ist der Mangostanbaum ausschliesslich als Gewachshauspflanze kultivierbar: Er ist hochst frosteempfindlich und verlragt keinerlei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Wer sich dieser Herausforderung stellt, erwartet ein aussergewohnliches Exemplar, das auch als reine Zierpflanze beeindruckt. Auf gardenworld.app finden Sie Gestaltungsideen fur tropische Wintergarten und Kalthausanlagen, die solchen Besonderheiten den richtigen Rahmen geben.

Erscheinungsbild und Fruchtung

Garcinia mangostana ist ein langsam wachsender, kegelformiger bis pyramidaler Baum, der in seiner Heimat 6 bis 25 Meter erreicht, im Kubel oder Gewachshaus aber meist unter 3 bis 4 Meter bleibt. Die grossen, lederartigen Blatter sind auf der Oberseite tief dunkelgrun und glanzend, auf der Unterseite heller. Sie sind oval bis elliptisch und bis zu 25 cm lang. Die Bluten sind fleischig, gelblich-grun mit roten Randern und erscheinen in kleinen Gruppen an den Triebspitzen. Das Auffallendste ist die Frucht: eine glatte, 5 bis 7 cm grosse, dunkelviolette Kugel mit dicker Schale und weissem, in Segmente geteiltem Fruchtfleisch. Die erste Fruchtenwicklung dauert im gunstigsten Fall 5 bis 10 Jahre - ausserhalb der Tropen oft noch langer.

Idealer Standort

Der Mangostanbaum ist streng tropisch und nur in den USDA-Hartheiszonen 10b bis 12 freilandfahig - also nur dort, wo kein Frost auftritt. In Deutschland, Osterreich und der Schweiz muss er das ganze Jahr uber in einem beheizten Gewachshaus oder Wintergarten stehen. Die Nachttemperatur sollte nicht unter 10 bis 13 Grad Celsius fallen; tagsuber sind 25 bis 35 Grad optimal. Die Luftfeuchtigkeit sollte 80 Prozent oder mehr betragen, um das tropische Regenwaldklima zu simulieren. Junge Pflanzen brauchen in der intensivsten Sommersonne leichten Halbschatten; altere Exemplare vertragen helles Licht gut. Im Sommer ist ein Aufenthalt im Freien moglich, wenn die Nachte dauerhaft warmer als 15 Grad bleiben.

Bodenanforderungen

Der Mangostanbaum bevorzugt tiefe, feuchtigkeitshaltende, gut drainierte und leicht saure bis massig saure Boden mit einem pH von 5,0 bis 6,5. Im Kubel bewahrt sich ein Gemisch aus drei Teilen hochwertiger Pflanzerde, zwei Teilen Perlite oder grobem Sand und einem Teil gut verrottetem Kompost. Stark kalkhaltige oder alkalische Boden verursachen Blattchlorse, die schwer zu korrigieren ist. Da der Baum tiefe Wurzeln bildet, sind stets grosse, hohe Kubel zu wahlen - fur ausgewachsene Exemplare mindestens 50 cm Tiefe. Alle zwei bis drei Jahre im Fruhjahr umtopfen.

Bewasserung

Gleichmassige Bodenfeuchtigkeit ist das A und O. Das Substrat muss stets leicht feucht sein, aber Staunasse ist unbedingt zu vermeiden, da sie zu schwer behandelbarer Wurzelfaule fuhrt. Giessen Sie grundlich, sobald die oberen 3 bis 4 cm des Substrats trocken sind, und lassen Sie das uberschussige Wasser vollstandig abfliessen. Im Sommer in einem warmen Gewachshaus kann tagliches Giessen notig sein. Verwenden Sie nach Moglichkeit Regenwasser oder kalkuarmes Leitungswasser, da der Baum auf hohe Kalkgehalte empfindlich reagiert. Regelmassiges Bespritzen des Laubes erhoht die Luftfeuchtigkeit und beugt Blattrandtrockenheit vor.

Ruckschnitt

Dank seines von Natur aus ordentlichen, kegelformigen Wuchses ist beim Mangostanbaum wenig Schnittarbeit notwendig. Entfernen Sie nur abgestorbene, kranke oder sich kreuzende Aste. Grossere Schnittmassnahmen fuhren Sie am besten direkt nach der Ernte oder zu Beginn der neuen Wachstumssaison im Fruhjahr durch. Entfernen Sie nie mehr als 20 Prozent der Krone auf einmal, da der Baum sehr langsam auf eingreifende Eingriffe reagiert. Im Gewachshaus geht es vor allem darum, die Durchlichtung der Krone zu gewahren und das Gesamtbild kompakt zu halten.

Pflegkalender

Januar bis Februar: relative Ruhezeit; Mindesttemperatur halten; wenig giessen. Marz: Wachstumsbeginn; leichter Ruckschnitt; junge Pflanzen umtopfen. April bis Mai: Temperatur steigern; monatliche Flussigdungung beginnen. Juni bis August: intensivste Wachstumsphase; hohe Luftfeuchtigkeit; bei Bedarf taglich giessen; Kubel in Sommerwarme ins Freie stellen. September bis Oktober: Giessen reduzieren; Temperatur schrittweise senken. November bis Dezember: kuhlere Ruhezeit; stets uber 12 Grad halten; sehr sparsam giessen.

Winterharte

Der Mangostanbaum gehort zu den frosteempfindlichsten Obstbaumen der Welt. Jeder Frost ist fur ihn schadlich, und schon Temperaturen unter 4 Grad Celsius richten dauerhaften Schaden an. In Deutschland, Osterreich und der Schweiz ist diese Pflanze absolut nicht winterhart und muss ganzjahrig in einem beheizten Gewachshaus gehalten werden. Junge Pflanzen sind in gut sortierten tropischen Fachgartnerien oder bei Spezialversendern erhaltlich - in Gartencrntern wie OBI oder Hornbach sind sie seltener zu finden, aber gelegentlich im Sortiment.

Begleitpflanzen

In einem tropischen Gewachshaus harmoniert der Mangostanbaum bestens mit anderen langsam wachsenden Tropenfruchten: Bananenstaude (Musa), Karambole (Averrhoa carambola), Sauersack (Annona muricata). Baumfarne wie Dicksonia antarctica und Cyathea-Arten fullen die unteren Etagen und tragen zur Luftfeuchtigkeit bei. Epiphytische Orchideen und Bromelien auf Rindenstucken erganzen das tropische Ambiente. In kleineren Wintergarten kann der Mangostanbaum im Kubel mit anderen empfindlichen Exoten wie Plumeria, Hibiscus rosa-sinensis und Passiflora kombiniert werden. Auf gardenworld.app lassen sich Wintergarten- und Gewachshausplane mit diesen Besonderheiten gestalten.

Fazit

Den Mangostanbaum zu kultivieren ist eines der anspruchsvollsten Projekte, die ein Gewachshausliebhaber angehen kann. Es erfordert tropische Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, tiefe Geduld und viele Jahre Wartzeit bis zur ersten Frucht. Doch der Baum entschadigt mit aussergewohnlicher Schonheit auf jedem Wachstumsstadium und mit Fruchten, die ihresgleichen suchen. Wer sich diese Herausforderung traut, besitzt ein lebendiges Gesprach stuck von bleibendem Wert.

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