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Guarea guidonia Baum mit gefiederten Blättern im tropischen Regenwald
Meliaceae2. Juni 202612 min

Guarea guidonia: kompletter Ratgeber

Guarea guidonia

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Überblick

Guarea guidonia ist ein immergrüner tropischer Baum oder großer Strauch aus der Familie der Meliaceae — derselben angesehenen botanischen Familie wie Mahagoni (Swietenia), afrikanisches Mahagoni (Khaya) und der Niembaum (Azadirachta indica). Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mittelamerika und der Karibik — Kuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico, Trinidad und Tobago — durch Panama, Kolumbien, Venezuela und die Guayanas bis tief nach Südamerika: Brasilien, Ecuador, Peru, Bolivien, Paraguay und Nordost-Argentinien.

Die Gattung Guarea wurde von Jussieu im 18. Jahrhundert für eine Gruppe neotropischer Bäume mit gefiederten Blättern und ornamentalen Früchten aufgestellt. Sie umfasst etwa 40 Arten. Der englische Trivialname 'Muskwood' verweist auf den leicht moschusartigen Duft der Blüten. Linnaeus beschrieb die Art zunächst als Samyda guidonia; 1956 stellte Sleumer sie in die Gattung Guarea um. In den französischsprachigen Antillen ist der Baum als 'bois balé' bekannt, in Brasilien als 'carrapeta' oder 'marinheiro'.

Für botanische Gärten, große Gewächshäuser und Freilandkultur in frostfreien Klimazonen (USDA-Zonen 10–12) ist Guarea guidonia eine äußerst lohnende Art mit elegantem Laub, duftenden Blüten und farbenfrohen Früchten. Inspiration für exotische Gartengestaltungen finden Sie auf [gardenworld.app](https://gardenworld.app).

Aussehen und Blüte

Guarea guidonia ist ein immergrüner Baum, der in seinem natürlichen Habitat 15 bis 25 Meter hoch werden kann. In Kultivierung wird er als mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum von 3 bis 8 Metern gehalten. Die Krone ist dicht und breit gerundet, der Stamm gerade mit graubrauner Rinde, die mit zunehmendem Alter tiefer gefurcht wird.

Die Blätter sind das auffälligste Merkmal: gefiedert zusammengesetzt mit 6 bis 12 Paar gegenständigen Fiederblättchen pro Blatt. Jedes Blättchen ist elliptisch bis lanzettlich, 8 bis 18 cm lang und 3 bis 6 cm breit, mit glänzend dunkelgrüner Oberseite. Junges Laub ist auffällig kupferrot bis bronzefarben — ein lebhafter Farbkontrast zur reifen dunkelgrünen Krone, ein Merkmal, das mit verwandten Gattungen wie Khaya und Entandrophragma geteilt wird.

Die Blüten sind klein und weiß bis cremefarbig, in aufrechten oder hängenden Rispen an Stammenden oder Blattachseln. Sie verströmen einen charakteristisch moschusartigen Duft. Die Blütezeit fällt in den wärmeren Monaten von April bis September. Nach der Blüte entwickeln sich 2 bis 4 cm große Kapseln, die bei Reife in 4 Klappen aufspringen und Samen mit leuchtend orangerot gefärbtem Arillus enthüllen — ein effektiver Anreiz für fruchtfressende Vögel als Ausbreiter.

Idealer Standort

In seinem natürlichen Lebensraum wächst Guarea guidonia in feuchten tropischen Tieflandwäldern, an Flussufern und in periodisch überfluteten Galeriewäldern. Für die Kultivierung außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets gelten folgende Anforderungen.

In beheizten Gewächshäusern und botanischen Glashäusern gedeiht die Pflanze bei hellem indirektem Licht bis Halbschatten, geschützt vor direkter Mittagssonne, die die Blätter verbrennen kann. Eine Mindesttemperatur von 15 °C das ganze Jahr über ist zwingend erforderlich. Die Pflanze hat keinerlei Frosttoleranz.

In USDA-Zonen 10–12 ist Freilandkultur möglich, in einem halbgeschützten Standort vor austrocknenden Winden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist eine Freilandkultur nicht möglich; realistisch ist nur die Kultivierung im beheizten Gewächshaus oder als Kübelpflanze auf der Terrasse im Sommer, die vor dem Frost hereingeholt wird.

Bodenanforderungen

Guarea guidonia bevorzugt fruchtbaren, durchlässigen Boden, der Feuchtigkeit hält, aber nie staunass wird. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 8,0. Für die Kübelhaltung eignet sich eine Mischung aus 50 % gutem Universalsubstrat, 30 % Kokoshumus und 20 % Perlite ausgezeichnet. Alle 2 bis 3 Jahre in einen ein wenig größeren Topf umtopfen. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Kokoshumus von 5 bis 8 cm Dicke hält die Bodenfeuchtigkeit, reguliert die Wurzeltemperatur und hemmt Unkraut.

Bewässerung

Guarea guidonia benötigt regelmäßige und großzügige Bewässerung, entsprechend seiner Herkunft aus feuchten tropischen Wäldern. In der Wachstumsperiode (Frühling und Sommer) soll das Substrat gleichmäßig feucht bleiben — niemals austrocknen, aber auch keine Staunässe. Im Gewächshaus zweimal wöchentlich gießen, bei Temperaturen über 28 °C häufiger. Regenwasser auf Raumtemperatur ist besser als kaltes Leitungswasser. Im Winter die Wassergaben halbieren; das Substrat wöchentlich prüfen und gießen, sobald die oberen 3 bis 5 cm trocken sind.

Schnitt

Guarea guidonia entwickelt sich natürlich zu einem gut geformten, mehrstämmigen Exemplar und benötigt wenig Rückschnitt. Abgestorbene, beschädigte oder kreuzende Äste am besten Anfang Frühling oder nach der Blüte entfernen. Saubere und scharfe Werkzeuge verwenden, um Pilzinfektionen durch Schnittwunden zu verhindern. Nicht mehr als 20 bis 25 % der Krone auf einmal entfernen. Leichter Formschnitt im Frühling erhält die gewünschte kompakte Form. Im Winterruhestand keinen Schnitt vornehmen.

Wartungskalender

Januar–Februar: Ruhephase. Bewässerung reduzieren. Auf Schildläuse und Spinnmilben kontrollieren; bei Befall mit Neem-Öl behandeln.

März–April: Vegetationsstart. Bewässerung wiederaufnehmen. Langsamwirkenden organischen Dünger ausbringen. Abgestorbene Äste entfernen.

Mai–August: Hauptwachstumszeit. Zweimal wöchentlich gießen. Monatlich flüssig düngen. Blüte und dekorative Früchte genießen.

September–Oktober: Wachstum verlangsamt. Bewässerung reduzieren. Letzte Düngegabe. Mulchschicht erneuern.

November–Dezember: Ruheperiode. Minimale Bewässerung. Nicht unter 12–15 °C abkühlen lassen.

Winterhärte

Guarea guidonia ist eine ausgesprochen tropische Art ohne jegliche Frosttoleranz. Sie verträgt keine Temperaturen unter etwa 5 °C und zeigt bereits bei kurzer Kälte um 8 bis 10 °C sichtbare Blattschäden. USDA-Zonen 10–12 sind die absolute Untergrenze für dauerhafte Freilandkultur.

In deutschen, österreichischen und schweizerischen Gärten ist ausschließlich Gewächshauskultur (Mindesttemperatur 15 °C ganzjährig) oder Kübelpflanzung mit gesicherter Überwinterung in Innenräumen möglich. Beim Kauf von Guarea guidonia in Gartencenter-Fachgeschäften wie OBI oder Hornbach nach der Herkunft fragen und eine geeignete Überwinterungsanlage vorplanen.

Begleitpflanzen

In tropischen oder subtropischen Außengärten eignen sich folgende Begleitpflanzen:

  • Heliconia-Arten: dramatische rote und gelbe Hochblätter, gleiche Feuchtigkeits- und Standortansprüche
  • Philodendron bipinnatifidum: tiefeingeschnittene große Blätter als Kontrast zum gefiederten Guarea-Laub
  • Strelitzia nicolai (Riesenparadiesvogelblume): imposante Architekturpflanze
  • Costus speciosus (Spiralrohrgras): üppige Bodenpflanzung unter denselben halbschattigen, feuchten Bedingungen

Im Gewächshaus oder Wintergarten:

  • Ficus lyrata als hohe Begleitpflanze
  • Maranta leuconeura als dekorative Bodenpflanzung
  • Spathiphyllum als blühende Schattenpflanze

Fazit

Guarea guidonia ist ein botanisch faszinierender und ästhetisch eindrucksvoller tropischer Baum. Für europäische Gärtner bietet er einen außergewöhnlichen Gewächshaus- oder Wintergarten-Blickfang mit elegantem gefiedertem Laub, duftenden Blüten und farbenprächtigen Fruchtkapseln.

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