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Alchemilla straminea mit rundlichen gelappten Blaettern und gelblich-gruenen Bluetenrispen in einem europaeischen Berggarten
Rosaceae6. Juni 202612 min

Stroh-Frauenmantel: kompletter Ratgeber

Alchemilla straminea

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Ueberblick

Alchemilla straminea, im Deutschen auch Stroh-Frauenmantel, Gelbstängel-Frauenmantel oder Strohgelber Frauenmantel genannt, ist eine ausdauernde Staude aus der Familie der Rosengewachse (Rosaceae), die urspruenglich in den Gebirgsregionen Europas vorkommt - von den Alpen in der Schweiz und Oesterreich bis zu den Pyrenaeen in Spanien und Berglagen in der Tuerkei. Der Artname 'straminea' verweist auf die strohgelbe Faerbung der Stiele oder Blueten. Die Art wurde 1895 vom Schweizer Botaniker Buser beschrieben und gehoert zur artenreichen Gattung Alchemilla mit ueber dreihundert Arten. In der Gartenkultur sind Frauenmaentel vor allem fuer ihre bemerkenswerte Faehigkeit bekannt, Wassertropfen entlang der Blattrandfurchen festzuhalten.

Ausserhalb ihres natuerlichen Verbreitungsgebiets ist Alchemilla straminea weniger gelaeufig als die weitverbreitete Alchemilla mollis, bietet jedoch aehnlichen Charme bei etwas zarterem Erscheinungsbild. Auf gardenworld.app koennen Sie einen Pflanzplan erstellen, der Halbschattenstauden wie diese Art wirkungsvoll einsetzt.

Aussehen und Bluetezyklus

Alchemilla straminea bildet eine dichte, kissenfoermige Polster aus runden bis nierenfoermigen Blaettern mit gesaegtem Rand und feiner Behaarung auf beiden Seiten. Die Blaetter sind hell- bis graugruen und koennen einen Durchmesser von fuenf bis zehn Zentimetern erreichen. Die Faehigkeit, Wassertropfen in kleinen Taschen entlang der Blattranderchen zu halten, gehoert zu den meistbewunderten Eigenschaften dieser Pflanze. Die Stiele haben eine charakteristische strohgelbe Tonung.

Von Mai bis Juli erscheinen kleine, gelblich-gruene Bluetenrispen, die luftige Federbuesche ueber dem Blattwerk bilden. Die Einzelblueten sind winzig, wirken zusammen jedoch fein und schaumig. Nach der Blute bilden sich kleine Fruechte. In milden Wintern bleibt das Laub halbimmergruen; bei starkem Frost stirbt es zurueck, treibt aber im Fruehjahr zuverlassig wieder aus. Ausgewachsene Pflanzen erreichen zwanzig bis vierzig Zentimeter Hoehe und Breite.

Idealer Standort

Dieser Frauenmantel gedeiht am besten im Halbschatten, vertraegt aber auch volle Sonne, wenn der Boden gleichmaessig feucht bleibt. In seinem naturlichen Lebensraum in Gebirgslagen besiedelt er lichte Hangfluren, Bergwiesen und Waldsaeume. Im Garten ist er gut geeignet fuer schattige Beete, den Fuss von Strauchern oder Pflanzflaechen laengs von Wegen. Er bevorzugt kuehle, feuchte Bedingungen und leidet bei anhaltendem Trockenstress besonders in voller Sonne. Meiden Sie Standorte, an denen der Boden durch den Mittagsglast austrocknet. Als Bodendecker auf Boeschungen verhindert er Erosion. Planen Sie mindestens dreissig Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen ein.

Boden

Alchemilla straminea ist anpassungsfaehig, bevorzugt aber leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 5,5. Der Boden muss gut durchlaessig sein, da Staunasse schadet, sollte aber ausreichend Feuchtigkeit halten. Ein humoser, leicht sandiger bis lehmiger Boden ist ideal. Arbeiten Sie bei der Pflanzung Kompost oder Lauberde ein. Die Naehrstoffbeduerfnisse sind moderat: eine jaehrliche Gabe Langzeitduenger im Fruehjahr genuegt. Stark kalkhaltige Boeden sind ungeeignet.

Bewaesserung

Im ersten Jahr ist regelmaessiges Giessen wichtig, um eine gute Verwurzelung zu foerdern. Danach benoetigt die Pflanze deutlich weniger Wasser. Pruefen Sie die obersten zwei bis drei Zentimeter Erde: sind sie trocken, ist es Zeit zum Giessen. Im Sommer hilft ein Mulch aus Kompost oder Hackschnitzeln, die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdruecken. Im Winter sollte die Wurzelzone nicht zu nass stehen, da dies Faeulnis foerdert. Giessen Sie morgens, damit das Laub trocken in den Tag geht.

Schnitt

Nach der Bluetzeit im Juli koennen Sie die Bluetenstiele entfernen, um die Pflanze gepflegt zu halten und haeufig eine zweite Welle frischen Laubs zu foerdern. Im Spaetherbst oder fruehen Fruehjahr schneiden Sie das gesamte Laub bis knapp ueber den Boden zurueck. Neues frisches Laub treibt dann rasch aus. Totes oder beschaedigtes Laub sollte laufend entfernt werden. Alle drei bis vier Jahre teilen Sie dicht gewachsene Polster: Das verjuengt die Pflanze und gibt Ihnen Nachschub fuer andere Gartenflaechen.

Pflegekalender

  • Januar: Frostschaeden kontrollieren. Neu gepflanzte Exemplare leicht mulchen.
  • Februar: Keine Massnahmen noetig. Auf erste Austriebe warten.
  • Maerz: Abgestorbenes Laub entfernen. Langzeitduenger ausbringen.
  • April: Wachstumsfortschritt pruefen. Neue Pflanzen einsetzen.
  • Mai: Bluetebeginn. Wassertropfeneffekt nach Regen geniessen.
  • Juni: Hoechste Bluetefuelle. Bei Bedarf Bluetenstiele entfernen.
  • Juli: Bluetenstiele abschneiden. Bei Trockenheit giessen.
  • August: Mulch auftragen falls noch nicht geschehen. Auf Schnecken achten.
  • September: Teilen oder umpflanzen falls noetig.
  • Oktober: Wenig Aktivitaet. Unkraut rund um die Polster jaeten.
  • November: Juenge Pflanzen bei starkem Frost schuetzen.
  • Dezember: Ruhe. Pflanze erholen lassen.

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Winterhaerte

Alchemilla straminea ist winterhart in den USDA-Zonen 4 bis 7, vertraegt Temperaturen bis etwa -34 Grad Celsius. In Deutschland und Oesterreich (in der Regel Zone 6-7) ueberwintert sie problemlos. Das groesste Risiko im Winter ist nicht Kaelte, sondern Staunasse: stehendes Wasser um den Wurzelbereich kann Wurzelfaeule verursachen. Sorgen Sie fuer gute Durchlaessigkeit. Eine duenne Lage groben Kieses um die Basis schuetzt den Bestand. Neu eingepflanzte Exemplare aus dem Herbst profitieren von einem leichten Laubkompost-Mulch.

Begleitpflanzen

Alchemilla straminea passt hervorragend zu anderen halbschattentoleranzen Stauden: Storchschnabel (Geranium), Funkie (Hosta), Astilbe, Akelei (Aquilegia) und niedrige Farne. Ihre fein geschaeumt wirkenden Bluetenrispen bilden einen eleganten Kontrast zu kraftigeren Blueten. Auch neben Fingerhut (Digitalis) oder Salbei ist die Kombination gelungen. Im Steingarten harmoniert sie mit Fetthenne (Sedum) und Hauswurz (Sempervivum).

Meiden Sie aggressive Bodendecker wie Gaiersch (Aegopodium podagraria), die den Frauenmantel verdraengen koennen. Am Fuss von Rosen ist er ein klassischer Begleiter: er fuellt die Luecken zwischen den Trieben und haelt Feuchtigkeit um die Rosenwurzeln.

Abschluss

Alchemilla straminea ist eine bescheidene, aber ausserst lohnende Staude, die ausserhalb von Fachbetrieben zu wenig Beachtung findet. Ihr Wassertropfen-Effekt, die luftigen Bluetenrispen und ihr anpassungsfaehiges Wesen machen sie wertvoll fuer Halbschattenbeete, Steingaerten und naturnahe Pflanzungen. Erhaeltlich in Fachbetrieben sowie grossen Gartencentern wie OBI und Hornbach. Einmal gut gepflanzt, belohnt sie mit minimalem Aufwand und maximaler Freude. Fuer eine stimmige Gartenplanung mit dieser und anderen Stauden besuchen Sie gardenworld.app und erstellen Sie Ihren massgeschneiderten Pflanzplan.

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