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Hoppes Frauenmantel (Alchemilla hoppeana) mit tief gelappten Blattern und gelbgrunen Blutenstanden in einem Kalk-Steingarten
Rosaceae4. Juni 202612 min

Hoppes Frauenmantel: kompletter Ratgeber

Alchemilla hoppeana

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Steckbrief

Hoppes Frauenmantel (Alchemilla hoppeana) ist eine kompakte Gebirgsstaude aus der Familie der Rosengewachse (Rosaceae). Sie ist nach dem osterreichischen Botaniker und Apotheker David Heinrich Hoppe (1760-1846) benannt, der die alpine Flora seiner Zeit systematisch erforschte. Erstbeschrieben 1882 durch Buser, ist sie in den Hochgebirgslagen von Osterreich, Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz beheimatet - auf Kalkfelsfluren, alpinen Matten und Schotterhangen zwischen 1.200 und 2.800 Metern Hohe.

Im Gegensatz zu Alchemilla coriacea, die feuchte, saure Substrate bevorzugt, braucht Hoppes Frauenmantel neutrale bis schwach alkalische Boden (pH 7,0-7,5) und gute Durchlassigkeit. Diese Vorliebe macht sie zur idealen Steingartenpflanze fur kalkhaltige Standorte. Auf gardenworld.app konnen Sie erkunden, wie sie sich in eine Steingarten- oder Hangbepflanzung eingliedern lasst.

Aussehen und Blutezyklus

Alchemilla hoppeana bildet ordentliche, kompakte Blattrosetten aus handformig tief gelappten Blattern, die bis fast zur Blattbasis eingeschnitten sind - ein Merkmal, das sie von Arten mit weniger tief gelappten Blattern unterscheidet. Die Blattrandern sind fein gekerbt und beide Blattflachen tragen eine weiche, seidige Behaarung, die Regen- und Tautropfen als runde, glanzende Perlen aufnimmt. Die Blatter messen 4 bis 8 cm im Durchmesser und sind mittelgrun, mit gelegentlichem Silberschimmer durch die dichte Unterseiten-Behaarung. Die Pflanzhohe betragt 15 bis 25 cm.

Die Blutezeit reicht von Juni bis August. Die kleinen gelblich-grunen Blutchen ohne echte Kronblatter sind in lockeren, luftigen Trugdolden angeordnet und locken Schwebfliegen sowie andere nutzliche Kleininsekten an. Nach der Blute reifen kleine Nussfruchte, die durch Wind und Tiere verbreitet werden. Die Pflanze breitet sich langsam durch kurze Rhizome aus und bildet einen gepflegten, stetig grosser werdenden Polster.

Idealer Standort

Mit einem Lichtwert von 7 bevorzugt Hoppes Frauenmantel sonnige bis leicht halbschattige Lagen. Offene, helle Standorte, die an alpine Wiesen erinnern, sind ideal. Massigen Mittagsschatten vertragt sie gut, bleibt bei starker Beschattung jedoch schwachwuchsig und blutarm. Der Feuchtigkeitswert von 6 zeigt, dass eine massvoll feuchte Umgebung benotigt wird - kein Sumpf und kein ausgepragt trockener Mittelmeer-Hang. Im Garten eignet sie sich hervorragend fur Steingarten, Schottergarten, sonnige Boschungen, Trockenmauerfugen und Alpinum-Anlagen. Ein Sudhang oder Sudosthang mit kalkhaltigem Untergrund ist ihr idealer Standort.

Boden

Alchemilla hoppeana ist eine ausgesprochene Kalkpflanze und benotigt einen pH-Wert zwischen 7,0 und 7,5 - neutral bis schwach alkalisch. Durchlassigkeit ist unverzichtbar; Staunasse fuhrt rasch zu Wurzelfaule. Ein lehmig-kiesiger Boden, der ausreichend Feuchtigkeit speichert, aber uberschussiges Wasser schnell ableitet, ist optimal. Fur den Steingarten empfiehlt sich ein Substratgemisch aus Gartenerde und 30 bis 40 Prozent Kalkschotter oder gemahlenem Kalkstein. Der Nahrstoffbedarf ist gering (Wert 5/10); zu reichhaltige Boden fuhren zu weichem, uncharakteristischem Wuchs statt der typischen kompakten Rosetten. Ein dunner Fruhjahrsgabe von gut verrottetem Kompost reicht vollig. Ein feines Kalkschottermulch um den Wurzelhals verbessert die Drainage und reduziert Spritzwasser auf die Blattrosetten.

Bewasserung

Einmal eingewurzelt ist Hoppes Frauenmantel massig trockenvertraglich, wie es einer Pflanze von trockenen Kalkfelsen entspricht. In der Vegetationsperiode von April bis September massvoll giessen, wenn die obersten Zentimeter des Bodens abgetrocknet sind; zwischen den Gussgaben darf die Erde leicht austrocknen. Zu viel Wasser schadet dieser Art mehr als Trockenheit. Giessen Sie immer an der Pflanzenbasis, nicht uber die Rosette, da stehendes Wasser im Rosettenzentrum Pilzfaule fordern kann. Junge Pflanzen im ersten Standjahr brauchen haufigeres Kontrollieren. Bei anhaltender Hitze uber 25 Grad Celsius giessen Sie am fruhen Morgen oder Abend.

Schnitt

Der Pflegeaufwand ist gering. Nach der Hauptblute Ende August schneiden Sie verbluhte Stiele knapp uber der Rosette mit scharfen, sauberen Scheren zuruck. Das fordert frisches Spatherbstlaub und kann gelegentlich einen zweiten bescheidenen Bluteschub im September auslosen. Wer Naturoptik bevorzugt, kann die verbluhten Rispen als Winterdekoration stehen lassen - sie nehmen Raureif wirkungsvoll auf. Im Fruhjahr, sobald die ersten Jungtriebe sichtbar werden, wird altes Laub vom Vorjahr entfernt. Keine weiteren Eingriffe sind notig.

Pflegekalender

Januar und Februar: Winterruhe; Drainage nach Tauphasen kontrollieren. Marz: altes Laub entfernen; auf Schneckeneier achten. April: Bewasserung wieder aufnehmen; Kalkschottermulch erganzen. Mai: aktives Wachstum; Unkraut zwischen den Rosetten jaten. Juni bis August: Blute; verbluhte Stiele nach Belieben abschneiden. September: optionaler Nachschnitt; Samengewinnung moglich. Oktober und November: Ruckzug; Laub um den Wurzelhals entfernen. Dezember: keine Massnahmen.

Winterharte

Als echte Gebirgsstaude ist Hoppes Frauenmantel ausgesprochen winterhart - zuverlassig in USDA-Zonen 4 bis 7 und vertragt Kahlfroste bis etwa -20 Grad Celsius. In mitteleuropaischen Gartenlagen (Zone 7-8) ist kein Winterschutz erforderlich. Das Laub zieht im Herbst vollstandig ein, die Wurzeln uberdauern im Boden und treiben im Marz oder April kraftvoll aus. Das grosste Winterrisiko ist Staunasse wahrend milder Tauphasen, nicht die Kalte selbst. Ein gut drainierender, kalkiger Boden ist die beste Winterabsicherung. Ein leichtes Kiesschuttmulch um den Wurzelhals schutzt zusatzlich vor Schaden durch wiederholte Frost-Tau-Wechsel. Alpingartenplanung mit dieser Staude finden Sie auf gardenworld.app.

Begleitpflanzen

Hoppes Frauenmantel vertragt sich ausgezeichnet mit anderen kalkliebenden Gebirgs- und Felsenpflanzen. Empfehlenswerte Begleiter sind: Dryas octopetala mit weissen Bluten und silbrigen Fruchtenstanden auf demselben Kalksubstrat, Saxifraga-Arten als Polsterstauden fur Steinritzen, Geranium cinereum mit silbergrauem Laub und zartrosa Bluten, Pulsatilla vulgaris als fruher Kalkgrasland-Bluher, Thymus serpyllum als niedrig-aromatischer Teppich fur sonnige Kalksteinflachen, Campanula cochleariifolia fur ihre blauen Glockchen entlang von Steinrandern, Helianthemum-Arten fur sehr trockene, sonnige Kalkbereiche, sowie Erinus alpinus fur Mauerfugen und Felsspalten. In grossen Steingarten oder Alpinum-Anlagen bildet sie eine zuversassige, saisonal ansprechende Unterbepflanzung, die markantere Solitarstauden einrahmt ohne sie zu verdragen.

Fazit

Hoppes Frauenmantel ist eine charmante, anspruchslose Gebirgsstaude fur authentische Steingarten, Alpinum-Anlagen und sonnige Hangbepflanzungen auf kalkhaltigem Substrat. Mit ihren tief gelappten, tautropfenglanzenden Blattern, der sauberen Sommerblute von Juni bis August und der zuversassigen Winterharte ist sie eine langfristig wertvolle Erganzung jedes Alpengartens. Erhaltlich bei OBI, Hornbach und spezialisierten Staudengartnerein. Gegeben die richtige Kombination aus Kalkboden, Drainage und Sonnenlicht bereichert sie den Garten viele Jahre lang ohne aufwendige Nachsorge.

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