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Kalkalpen-Frauenmantel (Alchemilla alpigena) in Blute in einer alpinen Felslandschaft
Rosaceae4. Juni 202612 min

Kalkalpen-Frauenmantel: kompletter Ratgeber

Alchemilla alpigena

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Steckbrief

Der Kalkalpen-Frauenmantel (Alchemilla alpigena) ist eine anspruchslose Staude aus der Familie der Rosengewachse (Rosaceae). Er wurde 1901 vom Botaniker Hegi erstbeschrieben und war fruher auch unter dem Synonym Alchemilla scintillans - dem "glanzenden Frauenmantel" - bekannt. Sein naturliches Verbreitungsgebiet umfasst die kalkigen Hochgebirgslagen von Osterreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, der Schweiz und der fruheren jugoslawischen Regionen, wo er auf Kalkschotterfluren und alpinen Wiesen zwischen 1.000 und 2.500 Metern Hohe anzutreffen ist.

Als Vertreter der weitlaufigen Gattung Alchemilla teilt er die charakteristischen facherfomigen, seidig behaarten Blatter und die kleinen gelblich-grunen Blutenstande, die das genus seit Jahrhunderten zu einer Lieblingsstaude in naturnahen Garten und Steingarten gemacht haben. Auf gardenworld.app konnen Sie erkunden, wie sich der Kalkalpen-Frauenmantel in ein Steingarten- oder Naturgartenkonzept einbetten lasst und mit welchen anderen Gebirgsstauden er sich harmonisch vereinen lasst.

Aussehen und Blutezyklus

Alchemilla alpigena bildet kompakte Blattrosetten aus handformig gelappten, fein gekerbten Blattern mit einer seidigen Behaarung auf beiden Seiten. Diese feine Behaarung fangt Regentropfen und Tau als glanzende Perlen auf - ein charakteristisches Merkmal des gesamten Gattung Alchemilla, das ihr den alchemistischen Namen eintrug. Die Blatter messen 4 bis 8 cm im Durchmesser und sind sattgrun bis graugrun gefarbt; ihre gefaltete, plissierte Oberflache leitet Wassertropfen elegant zur Blattmitte.

Die Blutezeit liegt von Juni bis August. Die winzigen gelblich-grunen Blutchen sind in lockeren, verzweigten Trugdolden angeordnet und besitzen keine echten Kronblatter - typisch fur Alchemilla. Trotz ihrer Kleinheit verleihen sie der Pflanze einen leichten, luftigen Charakter und locken Schwebfliegen sowie andere kleine Nutzinsekten an. Nach der Blute reifen kleine Nussfruchte. Die Pflanze erreicht eine Hohe von 15 bis 30 cm und breitet sich langsam uber kurze Rhizome aus. Im Herbst farbt sich das Laub gelblich, bevor es einzieht.

Idealer Standort

Mit einem Lichtwert von 7 bevorzugt der Kalkalpen-Frauenmantel sonnige bis leicht halbschattige Standorte. Offene, helle Lagen, die an alpine Wiesen erinnern, sind ideal. Er vertragt massigen Mittagsschatten, bleibt aber an stark beschatteten Platzen schwachwuchsig und blutarm. Der atmospharische Feuchtigkeitswert von 6 zeigt, dass eine massvoll feuchte Umgebung benotig wird - kein Moor oder dauerhaft nasses Beet, aber auch kein extrem trockener Sudhang im mediterranen Stil. Im Garten eignet er sich fur Steingarten, Schottergarten, sonnige Boschugen und den Rand von Trockenmauern aus Kalkstein.

Boden

Alchemilla alpigena benotigt einen pH-Wert zwischen 7,0 und 7,5 - neutral bis schwach alkalisch - und ist damit eine klassische Kalkpflanze. Durchlassigkeit ist unerlasslich: Staunasse fuhrt rasch zu Wurzelfaule und kostet die Pflanze das Leben. Ein lehmig-sandiger, dennoch gut drainierter Boden ist optimal. In schweren Tonboden mischen Sie 30 bis 40 Prozent grobes Kalkschotter oder Perlite unter. Die Nahrstoffanspruche sind gering (Nahrstoffwert 5 von 10); zu reichhaltige Erde fuhrt zu uppigem, weichem Blattwerk auf Kosten der Blute. Fur den Steingarten empfiehlt sich ein Substratgemisch aus Gartenerde und Kalkschotter, das die naturlichen alpinen Bedingungen nachahmt.

Bewasserung

Einmal eingewurzelt ist der Kalkalpen-Frauenmantel recht trockenvertraglich, wie man es von einer alpinen Gebirgspflanze erwartet. In der Vegetationsperiode von April bis September massvoll giessen, wenn die obersten Zentimeter des Bodens abgetrocknet sind - zwischen den einzelnen Gussgaben darf die Erde leicht austrocknen. Giessen Sie stets an der Pflanzenbasis und halten Sie die Blattrosetten trocken, da stehendes Wasser im Herz der Rosette Pilzfaule fordern kann. Junge Pflanzen im ersten Standjahr benotigen haufigeres Giessen, um eine gute Einwurzelung zu fordern. Wahrend anhaltender Sommerhitze uber 25 Grad Celsius sollte das Giessen in den fruhen Morgenstunden oder am Abend erfolgen.

Schnitt

Der Pflegeaufwand ist minimal. Nach der Blute, im August oder Anfang September, konnen Sie verbluhte Stiele knapp uber der Rosette mit scharfen, sauberen Gartenscheren zuruckschneiden. Scharfe Schneidewerkzeuge verhindern Quetschungen und das Einschleppen von Infektionen. Bisweilen bildet die Pflanze nach dem Ruckschnitt einen zweiten, bescheidenen Bluteschub im September aus. Wer einen naturalistischen Gartenstil pflegt, kann die getrockneten Blutenrispen als dekoratives Winterelement stehen lassen - sie nehmen Raureif besonders schon an. Im Fruhjahr werden dann die alten, schadigen Blatter aus dem Vorjahr entfernt, wenn die frischen Jungtriebe sichtbar werden.

Pflegekalender

Januar und Februar: Winterruhe; uberprufen Sie, ob die Drainage intakt ist und Tauperioden nicht zu Staunasse fuhren. Marz: alte und beschadigte Blatter der Vorjahressaison entfernen; bei mildem Wetter auf Schneckenfrass achten. April: Bewasserung schrittweise wiederaufnehmen; bei Bedarf eine Lage Kalkschottermulch erganzen. Mai: Unkraut zwischen den Rosetten jaten, bevor es sich festsetzt. Juni bis August: Hauptblutezeit; verbluhte Stiele nach personlichem Geschmack abschneiden oder stehen lassen. September: optionaler zweiter Ruckschnitt; Samen konnen fur die Nachzucht gesammelt werden. Oktober und November: Laubreste rund um die Rosetten entfernen; Pflanze zieht langsam ein. Dezember: keine Massnahmen erforderlich.

Winterharte

Alchemilla alpigena ist in den USDA-Zonen 4 bis 7 vollstandig winterhart und ubersteht Froste bis zu -20 Grad Celsius problemlos. In mitteleuropaischen Gartenlagen, die Zone 7 oder 8 entsprechen, ist keinerlei Winterschutz notwendig. Das Laub zieht im Spatherbst vollstandig ein, die Wurzeln uberdauern die Kalteperiode im Boden und treiben im Marz oder April wieder frisch aus. Das grosste Winterrisiko ist nicht die Kalte selbst, sondern Staunasse wahrend der Tauphasen; gute Drainage bleibt daher der wichtigste Faktor fur langfristige Pflanzengesundheit. Ein leichtes Kiesmulch um den Wurzelhals schutzt vor schaden durch haufige Frost-Tau-Wechsel. Im Handel erhaltlich bei OBI, Hornbach und spezialisierten Staudengartnerein.

Begleitpflanzen

Der Kalkalpen-Frauenmantel vertragt sich hervorragend mit anderen kalkliebenden Fels- und Gebirgsstauden. Empfehlenswerte Begleiter sind: Dryas octopetala mit weissen Bluten und silberglanzenden Samenstanden, Saxifraga-Arten als kompakte Polsterstauden fur Steinritzen, Geranium cinereum mit silbrigem Laub und zartrosa Bluten, Pulsatilla vulgaris als Fruhlingsbluher auf kalkhaltigen Trockenrasen, aromatische Thymus-Arten als niedrige Trittflachenbepflanzung und Campanula cochleariifolia fur zarte blaue Glockchen am Rand des Steinbeetes. In der gemischten Staudenrabatte eignet er sich als Niedrigstaude im Vordergrund vor kalkliebenden Hochstauden wie Dictamnus albus. Gartenplanung und passende Pflanzenkombinationen finden Sie auf gardenworld.app.

Fazit

Der Kalkalpen-Frauenmantel ist eine pflegeleichte, winterharte Gebirgsstaude fur Steingarten, Schottergarten, Naturgartenrabatte und Hangbefestigungen. Er belohnt seinen Gartner mit schimmernden Tautropfenteppichen in den Morgenstunden, einer luftig-zarten Sommerblute von Juni bis August und ansprechendem Herbstlaub - und das alles bei einem Minimum an Pflegeaufwand. Einmal im richtigen Substrat und am richtigen Standort etabliert, bereichert er den Garten viele Jahre lang zuverlassig und ohne aufwendige Nachsorge.

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