Zurück zur Pflanzenzyklopädie
Gelbe Bluten des Kronenlattichs auf einem alpinen Felsstandort
Asteraceae6. Juni 202612 min

Kronenlattich (Willemetia stipitata): kompletter Ratgeber

Willemetia stipitata

Mochten Sie Kronenlattich (Willemetia stipitata): kompletter Ratgeber in Ihrem Garten sehen?

1 Minute, keine Kreditkarte

Kostenlos starten

Ubersicht

Der Kronenlattich (Willemetia stipitata) ist eine wenig bekannte, aber ausgesprochen reizvolle Staude aus der Familie der Asteraceae - der gleichen botanischen Familie wie Lowenzahn und Habichtskrauter. Die Pflanze wachst von Natur aus in den Gebirgen Europas, von den Pyrenaen uber die Alpen bis in die Balkanlander. Botaniker kennen sie auch unter den Namen Calycocorsus stipitatus und Hieracium stipitatum, was ihre enge Verwandtschaft mit den Habichtskrautern verdeutlicht.

In Deutschland und Osterreich ist der Kronenlattich vor allem aus dem alpinen Raum bekannt, im Gartenhandel aber kaum erhaltlich. Wer einen Steingarten oder ein Alpinum anlegt, findet in dieser Art jedoch eine botanisch interessante und pflegeleichte Erganzung. Bei gardenworld.app werden Gartengestaltungen mit seltenen botanischen Arten mit besonderer Sorgfalt geplant, denn Pflanzen wie der Kronenlattich verleihen jedem Aussenraum Charakter und Eigenart.

Die Art wurde 1882 vom osterreichischen Botaniker Dalla Torre wissenschaftlich beschrieben, aufbauend auf den fruheren Arbeiten von Jacquin. Sie wachst auf kalkhaltigem, gut drainiertem Gelanede und felsigen Hanglagen bis in beachtliche Hohenstufen. Ihre gelben Bluten erscheinen im Sommer und setzen in der kargen Alpenlandschaft leuchtende Farbakzente.

Aussehen und Blutezeit

Der Kronenlattich bildet eine Blattrosette aus lanzettformigen bis spatelfomigen Blattern, die bodennah bleiben. Die Blatter sind hellgrun, teils leicht graugrn und haben einen glatten bis leicht gezahnten Rand. Sie werden in der Regel 5 bis 15 cm lang und sind relativ schmal.

Im Juli erscheinen die auffallend langen und schlanken Blutenstiele - charakteristisch fur die Art und der Grund fur den Beinamen 'stipitata', was auf den gestielten Bluetenstand hinweist. Die Stiele konnen 20 bis 40 cm hoch werden und tragen an ihrer Spitze leuchtend gelbe Zungenbluten, die stark an Lowenzahnbluten erinnern. Die Bluten messen etwa 2 bis 3 cm im Durchmesser.

Nach der Blute bilden sich fedrige Fruchte, die vom Wind verbreitet werden - ahnlich wie beim Lowenzahn. Die Blutezeit erstreckt sich von Anfang Juli bis in den August, abhangig von der Hohe und den lokalen klimatischen Verhaltnissen.

Idealer Standort

In der Natur wachst Willemetia stipitata auf sonnigen bis halbschattigen Hangen in Gebirgsregionen. Sie bevorzugt offene, felsige und kalkhaltige Standorte mit wenig Konkurrenz durch Grasung oder dichten Bewuchs. Im Garten bedeutet das: ein Steingarten, eine Alpintrog oder ein trockenes Beet mit hervorragendem Wasserabzug.

Volle Sonne oder leichter Halbschatten ist ideal. Bei zu viel Schatten bleibt die Blute aus und das Wachstum stagniert. Eine offene, luftige Position fordert die Pflanzenvitalitat und senkt das Schimmelpilzrisiko. Feuchte Schattenecken oder tief gelegene Stellen mit Wasserstauwasser sind ungeeignet.

Im stadtischen Garten kann Willemetia stipitata auf einem Hochbeet mit durchlassigem Substrat kultiviert werden. Sie benotigt wenig Konkurrenz und gedeiht am besten in lockeren, nicht zu stark bewachsenen Verhaltnissen.

Bodenbedarf

Der ideale Boden fur den Kronenlattich ist kalkhaltig, nahrstoffarm und sehr gut drainiert. In der Natur wachst er auf kiesigem oder Kalkstein-basiertem Boden in Gebirgslagen. Im Garten lasst sich das durch ein Gemisch aus normaler Gartenerde mit reichlich grobem Sand oder feinem Kies nachbilden.

Ein pH-Wert von 7,0 bis 7,5 ist ideal - leicht alkalisch also. Saure Torferde oder schwerer Lehmboden sind ungeeignet. Bei schwerer Gartenerde empfiehlt sich ein Hochbeet mit drainierendem Substrat. Auf organische Dungung sollte verzichtet werden: Magere Verhaltnisse sind fur diese Gebirgspflanze erwunscht.

Im Steingarten bewahrt sich ein Gemisch aus zwei Teilen Gartenerde, zwei Teilen Gesteinssplitt und einem Teil Perlite oder grobem Sand. Das gewahrleistet die schnelle Ableitung von Regenwasser, die fur das langfristige Wohlbefinden der Pflanze unverzichtbar ist.

Bewasserung

Willemetia stipitata ist von Natur aus trockenheitstolerant und an die karge Niederschlagsversorgung und schnelle Wasserableitung ihres Gebirgsstandorts angepasst. Im Garten bedeutet das: wenig Zusatzbewasserung und auf keinen Fall zu nass halten.

In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen ist regelmassiges Giessen notwendig, um die Verwurzelung zu fordern. Danach genugt Giessen bei anhaltender Trockenheit - in den meisten mitteleuropaischen Sommern ist Zusatzbewasserung kaum notig. Staunasse am Wurzelhals ist der grosste Feind der Pflanze und fuhrt schnell zu Wurzelfaule.

Im Winter ist sicherzustellen, dass sich keine Wasserflachen rund um die Pflanze bilden. Eine Schicht groben Kieses an der Basis hilft, den Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren und den Wurzelhals vor ubermassiger Nasse zu schutzen.

Ruckschnitt

Willemetia stipitata benotigt kaum Ruckschnitt. Nach der Blute konnen die verbluhten Blutenstiele entfernt werden, um die Pflanze gepflegt aussehen zu lassen. Wer Samen gewinnen mochte, lasst die Fruchtstande bis zur vollen Reife stehen.

Im Herbst konnen alte, abgestorbene Blatter aus der Rosette entfernt werden. Das verbessert die Durchluftung an der Basis und verringert das Schimmelrisiko uber den Winter. Beschadigte oder kranke Blatter konnen ganzjahrig entfernt werden.

Der Wurzelhals sollte bei Pflege- und Schnittarbeiten nicht verletzt werden. Die Pflanze ist robust, aber die zentrale Rosette reagiert empfindlich auf unachtsames Hantieren. Verwenden Sie eine saubere, scharfe Schere.

Pflegkalender

Januar - Februar: Ruhephase der Pflanze. Keine Massnahmen erforderlich. Kontrollieren Sie, dass kein Wasser um die Pflanze steht.

Marz: Eventuelle Winterschaden entfernen. Unkraut vorsichtig jaten, ohne das Wurzelsystem zu storen.

April - Mai: Wachstum setzt ein. Kiesschicht rund um die Rosette bei Bedarf erganzen.

Juni: Vorblutephase. Sicherstellen, dass der Standort ausreichend besonnt und konkurrenzarm ist.

Juli - August: Blutezeit. Leuchtend gelbe Bluten geniessen. Verbluhte Stiele entfernen, sofern keine Samenernte geplant ist.

September: Samen verbreiten lassen falls gewunscht, danach Ruckstande der Blutenstiele entfernen.

Oktober - November: Abgestorbene Blatter aus der Rosette entfernen. Kiesschicht bei feuchtem Winter erganzen.

Dezember: Winterruhe. Drainageverhaltnisse kontrollieren.

Winterharte

Als echte Gebirgspflanze ist Willemetia stipitata bemerkenswert frostresistent. Sie ubersteht Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, sofern der Boden gut drainiert ist. In ihrem naturlichen Alpenhabitat uberstehen die Pflanzen regelmasig Temperaturen von -20 Grad Celsius und darunter.

In USDA-Hartezonene 5 und hoher kann die Pflanze frostfrei im Freien uberwintern. In deutschen, osterreichischen und schweizerischen Garten - uberwiegend Zone 6 bis 8 - ist sie problemlos winterhart.

Die eigentliche Wintergefahr ist nicht der Frost allein, sondern die Kombination aus Frost und feuchtem Boden. Gefrorener, wassergesattigter Boden rund um den Wurzelhals kann die Pflanze schadigen oder zum Absterben bringen. Gute Drainage und eine Kiesschicht an der Basis sind der beste Schutz.

Begleitpflanzen

Im Steingarten vertragt sich Willemetia stipitata gut mit anderen trockenheitstoleranten Gebirgspflanzen. Gute Begleiter sind Nelken (Dianthus), Edelweiss (Leontopodium alpinum), Steinbrech (Saxifraga), Aubriete und Lavendel. All diese Pflanzen stellen ahnliche Anspruche an Boden und Wasser und erganzen sich optisch.

Mit seinen gelben Bluten bildet Willemetia stipitata einen schonen Farbkontrast zu blauen und violetten Bluten von Arten wie Veronica prostrata oder Campanula portenschlagiana. Grausilbrige Arten wie Artemisia schmidtiana 'Nana' bieten einen neutralen Hintergrund, der die gelben Bluten wirkungsvoll zur Geltung bringt.

Vermeiden Sie Kombinationen mit feuchtigkeitsliebenden oder wuchsstarken Pflanzen, die die genugsamere Gebirgspflanze schnell uberwalzigen wurden. Solche wohluberdachten Pflanzenkombinationen stehen im Mittelpunkt des Gestaltungsansatzes bei gardenworld.app.

Abschluss

Willemetia stipitata ist eine botanische Raritat, die wenige Gartner kennen, aber zweifellos einen Platz in jedem Steingarten oder Alpinum verdient. Ihre Anpassungen an den kargen Gebirgsstandort - trockener, magerer und kalkiger Boden - machen sie zu einer pflegeleichten und dennoch optisch lohnenden Wahl.

Ob fur eine botanische Spezialsammlung oder als aussergewohnlichen Akzent in einer sonnigen, trockenen Gartenecke: Der Kronenlattich uberzeugt mit seinen zierlichen gelben Bluten im Hochsommer.

Kostenloses Design

Mochten Sie Kronenlattich (Willemetia stipitata): kompletter Ratgeber in Ihrem Garten sehen? Erstellen Sie jetzt ein kostenloses Design.

Foto hochladen, Stil wahlen und in unter einer Minute ein fotorealistisches Design inklusive Pflanzenliste erhalten.

Kostenlos starten

Keine Kreditkarte erforderlich