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Taraxacum undulatum Wellenblatt-Loewenzahn mit gelber Bluete und charakteristisch gewellten Blaettern
Asteraceae7. Juni 202612 min

Wellenblatt-Loewenzahn: kompletter Ratgeber

Taraxacum undulatum

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Uebersicht

Taraxacum undulatum, der Wellenblatt-Loewenzahn, ist eine einheimische europaeische Mikroart, die 1911 erstmals von den Botanikern H. Lindberg und Marklund beschrieben wurde. Sein Name bezieht sich direkt auf sein markantestes Merkmal: Die Blaetter haben einen ausgepraegt welligen oder krausen Rand und manchmal auch eine gewellte Mittelrippe, was der Pflanze eine einzigartig dynamische, fliessende Silhouette verleiht.

Innerhalb der Gattung Taraxacum existieren Hunderte - wenn nicht Tausende - von Mikroarten, die von Botanikern sorgfaeltig anhand morphologischer Merkmale unterschieden werden. Taraxacum undulatum ist eine solche Spezialistin: Sie bevorzugt feuchte bis maessig trockene Gruenlandbereiche, Wegbermen und offene Flaechen in kuehlen, gemaessigten Regionen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln und Irland ueber Frankreich, den Benelux-Laendern und Mitteleuropa bis nach Skandinavien und in die Baltischen Staaten.

Im Garten ist der Wellenblatt-Loewenzahn eine wertvolle Ergaenzung fuer alle, die oekologisch gaertnern moechten. Seine frueh bluehenden gelben Bluten sind eine erste Nahrungsquelle fuer Bienen und Hummeln, die nach dem Winter aktiv werden. Auf gardenworld.app finden Sie inspirierende Gartengestaltungen, bei denen einheimische Wildpflanzen wie Taraxacum undulatum eine wichtige Rolle in einem durchdachten oekologischen Garten spielen.

Erscheinungsbild und Bluetezeit

Der Wellenblatt-Loewenzahn bildet eine bodennahe Blattrosette, die bei der Bluete 10 bis 30 cm hoch werden kann. Die Blaetter sind das charakteristischste Merkmal dieser Art: langgestreckt, mit einem deutlich gewellten oder gekraeuselten Rand und mehr oder weniger regelmaessig verteilten Zaehnen. Diese wellige Struktur ist schon bei jungen Blaettern sichtbar und wird mit der Reife der Pflanze noch ausgeraepeter.

Die Blattfarbe ist hellgruen, manchmal mit einem roten bis violetten Stich entlang der Blattnerven. Die Rosette liegt in offenen Situationen flach am Boden, richtet sich aber bei Lichtmangel auf. Die hohlen, saftigen Blutenstiele tragen jeweils ein einzelnes gelbes Blutenkorbchen, das aus zahlreichen Zungenbluten in leuchtendem Zitronengelb bis warmem Gold besteht.

Die Hauptbluezeit faellt in April und Mai, aber wenn die Bedingungen guenstig sind - ausreichend Feuchtigkeit und Waerme - erscheinen auch im Sommer und im September und Oktober neue Bluten. Nach der Bestaeubung durch Insekten reifen die Achaeene zu federleichten Puscheln, die vom Wind verbreitet werden.

Idealer Standort

Taraxacum undulatum gedeiht am besten an offenen, sonnigen bis leicht halbschattigen Standorten. Die Art hat einen Lichtwert von 8 auf einer Skala von 10, was eine deutliche Praeferenz fuer volle Sonne anzeigt. In der Natur waechst sie in Gruenland, Wegbermen, Boeschungen, vernachlaessigten Ecken von Parks und offenen Waldraendern.

Im Garten passt der Wellenblatt-Loewenzahn gut in eine Blumenwiese, eine Staudenrabatte mit einheimischen Pflanzen oder eine oekologische Ecke, wo er sich frei entfalten kann. Er kann auch in groesseren Toepfen oder Balkonkaesten als Zierpflanze kultiviert werden. An geschuetzten Stellen hinter einer Wand oder Hecke kann sich die Pflanze besonders gut entwickeln, sofern der Boden nicht zu trocken ist.

Meiden Sie tiefen Schatten: Dort werden die Blaetter lang, schlaff und blassgruen, und die Bluete bleibt weitgehend aus. An einem offenen Platz oder im Rasen kann die Pflanze sich ansprechend naturalisieren, wenn man ihr ausreichend Raum laesst.

Boden

Der Wellenblatt-Loewenzahn toleriert ein breites Spektrum an Bodentypen, bevorzugt aber maessig nahrstoffreichen, leicht feuchten bis gut drainierenden Boden. Der optimale pH-Bereich liegt zwischen 6,5 und 7,0. Auf stark sauren Boeden unter pH 6,0 waechst die Pflanze schlechter.

Schwere Lehmboeden stellen durch laengere Naesse im Winter und Trockenheit im Sommer eine Herausforderung dar. Verbessern Sie in diesem Fall die Struktur durch Einarbeiten von grobem Sand und reifem Kompost. Sandboeden lassen Wasser schnell ablaufen; gleichen Sie dies durch organisches Material aus, das die Wasserhaltekapazitaet verbessert. Leicht kalkhaltige Boeden sind ebenfalls gut akzeptabel.

Dank ihrer Pfahlwurzel, die bis zu 30 cm oder mehr in den Boden reicht, kann der Wellenblatt-Loewenzahn Naehrstoffe und Feuchtigkeit erschliessen, die fuer flachwurzelige Pflanzen nicht erreichbar sind. Diese Pfahlwurzel macht die Pflanze auch nuetzlich fuer die Bodenbelueftung in verdichteten Gartenboeden.

Bewaesserung

Nach der Etablierung benoetigt Taraxacum undulatum dank seiner Pfahlwurzel nur wenig zusaetzliches Wasser. In einem normal feuchten Gartenklima sind die natuerlichen Niederschlaege vollkommen ausreichend. Junge Samlinge und frische Transplantate verdienen in den ersten Wochen nach der Pflanzung taeglich Aufmerksamkeit: Halten Sie den Boden leicht feucht, bis die Pflanze gut verwurzelt ist.

In trockenen Sommern empfiehlt sich ein woechentliches gruendliches Giessen. Giessen Sie am Fuss der Pflanze, nicht ueber die Blaetter, damit die Feuchtigkeit zur Pfahlwurzel absinkt. Oberflaechliches Sprengen foerdert nur die oberflaechliche Bewurzelung.

Staunaesse oder dauerhaft durchnaesster Boden wird vom Wellenblatt-Loewenzahn schlecht vertragen. Wurzelfaeule kann sich bei anhaltender Naesse entwickeln. Sorgen Sie daher stets fuer ausreichende Draenage, besonders auf schweren Lehmboeden.

Schnitt

Taraxacum undulatum braucht keinen formalen Schnitt. Um die Selbstaussaat zu begrenzen, entfernen Sie die Blutenstiele, sobald die Bluten verblueht sind und bevor die Samenpuschel vollstaendig gereift sind. Schneiden Sie die Stiele so weit wie moeglich unten ab. Die Pflanze reagiert mit der Bildung neuer Knospen und verlaengert so die Bluezeit.

Wenn Sie die Pflanze gezielt verwildern und im Garten oder in einer Blumenwiese aussaeen lassen moechten, ist kein Eingriff noetig. Lassen Sie die Samenpuschel abreifen. Auf einer artenreichen Wiese sind Loewenzaehne ein echter Gewinn fuer die Biodiversitaet.

Alte, schlaffe Blaetter koennen behutsam aus der Rosette gezupft werden, um die Pflanze frischer aussehen zu lassen und neues Blattwachstum anzuregen. Beachten Sie den weissen Milchsaft an jeder Schnittstelle, der Flecken auf Kleidung hinterlassen kann.

Pflegekalender

Januar - Februar: Die Blattrosette bleibt bei milden Wintern gruen. Kein Pflegeaufwand. Halten Sie den Standort frei von toten Blaettern, die die Rosette ersticken koennen.

Maerz: Erste Blutenknospen erscheinen. Entfernen Sie konkurrenzstarke Nachbarpflanzen, um dem Loewenzahn ausreichend Raum zu geben.

April - Mai: Bluehoehepunkt. Lassen Sie Insekten ungestoert nach Nahrung suchen. Entfernen Sie verbluhte Stiele, wenn Sie Samenflug begrenzen moechten.

Juni - August: Sporadische Nachbluete bei ausreichender Feuchtigkeit. Bodenfeuchte pruefen und bei Bedarf giessen.

September - Oktober: Zweite Blueperiode mit neuen Stielend. Samen fallen aus und keimen in der Naehe.

November - Dezember: Ruhephase. Blaetter koennen bei Frost roelich werden. Keine Massnahmen erforderlich.

Winterhaerte

Taraxacum undulatum ist im gemaessigten europaeischen Klima vollstaendig winterhart. Die Art vertraegt Froeste bis -20 Grad Celsius und entspricht den USDA-Haertezonen 4 bis 5. Im nordwesteuropaeischen Raum ueberwintert sie ohne jeden Schutz.

Die Pflanze ist eine ausdauernde Staude, die viele Jahre am gleichen Standort wachsen kann. Die Pfahlwurzel dient als Reservenaehrstoffspeicher und sichert das Ueberleben der Pflanze durch Winterkaelte und Trockenheitsperioden. Im Fruehjahr treibt die Rosette bei den ersten Waermetagen kraeftig aus.

Bei sehr strengen Frostperioden koennen die Blaetter voruebergehend absterben, erholen sich aber vollstaendig, wenn die Temperaturen wieder steigen. Eine leichte Abdeckung aus gehackten Blaettern oder Stroh bei Temperaturen unter -15 Grad Celsius kann als Sicherheit dienen.

Begleitpflanzen

Der Wellenblatt-Loewenzahn harmoniert gut mit einer Reihe einheimischer Wildblumen und Gartenpflanzen:

  • Hahnenfuss (Ranunculus auricomus): aehnliche Hoehe, gelbe Fruehjahrsbluten, mag maessig feuchte Boeden.
  • Huflattich (Tussilago farfara): bluht noch frueher als der Loewenzahn, schoene Ergaenzung in einer fruehen Insektenecke.
  • Wiesenrispengras (Poa pratensis): feinblaettrige Graser, die gut mit der breiten Loewenzahnrosette kontrastieren.
  • Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis): weisse bis lila Bluten im April und Mai, ideal auf feuchten Wiesenraendern.
  • Brunelle (Prunella vulgaris): niedrige Bodendecker, bienenfreundlich, vertraegt das Nebeneinander mit Loewenzahn gut.
  • Storchschnabel (Geranium pratense): schoene blau-lila Sommerbluten, die gut mit dem Gelb des Loewenzahns kontrastieren.

Mit diesen Kombinationen entsteht ein vielfaeltiger, artenreicher Garten, der Insekten und Kleinvoegel die ganze Saison ueber mit Nahrung und Unterschlupf versorgt.

Abschluss

Der Wellenblatt-Loewenzahn, Taraxacum undulatum, ist ein stiller Held unter den einheimischen Wildpflanzen gemaessigter Breiten. Seine subtile Schoenheit - das Wellenspiel der Blaetter, die frischen gelben Bluten, die federleichten Samenpuschel - verdient weit mehr Beachtung als er gewoehnlich bekommt. Fuer Gartenbesitzer, die sich vom perfekten Rasen verabschieden und sich fuer einen lebendigen Garten entscheiden, ist er ein unverzichtbarer Gast.

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