
Erganzender Lowenzahn: kompletter Ratgeber
Taraxacum quadrans
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Uberblick
Taraxacum quadrans ist eine eigenstandige Art innerhalb der vielgestaltigen Gattung Taraxacum, der Lowenzahne. Von H. Ollgaard 1978 beschrieben und in Bot. Not. 131(4): 515 veroffentlicht, tragt diese Art auf Deutsch den Namen "erganzender Lowenzahn" und auf Englisch "fleshy-lobed dandelion". Der lateinische Artname "quadrans" bedeutet "Viereck" oder "Viertel" und verweist auf die charakteristisch eckig-rechteckigen Blattlappen, die diese Art von verwandten Taxa unterscheiden.
Das native Verbreitungsgebiet umfasst Nord- und Westeuropa: Niederlande, Deutschland, Grossbritannien, Irland, Danemark, Frankreich, Polen und Tschechien. Als Mitglied der Asteraceae-Familie ist er botanisch mit Sonnenblumen, Margeriten und Chicorie verwandt.
Fur Gartenfreunde, die sich fur heimische Wildpflanzen und Naturgartnerei interessieren, ist diese Art eine wertvolle, wenn auch bescheidene Erganzung. Auf gardenworld.app finden Sie Gestaltungsideen fur Vorgarten mit heimischen Wildpflanzen.
Erscheinungsbild und Blutezeit
Wie alle Lowenzahne bildet Taraxacum quadrans auffallend gelbe Blutenkopfchen, die aus zahlreichen einzelnen Zungenblutchen zusammengesetzt sind - das typische Merkmal der Korbblutler. Die Bluten offnen sich an sonnigen Tagen vollstandig und schliessen sich bei Regen oder Dunkelheit.
Das Besondere dieser Art liegt in der Blattmorphologie. Die gemeinen "fleischigen Lappen" sind deutlich dicker und runder als bei Taraxacum officinale, mit breiten, fast rechteckigen Buchten zwischen den Lappen. Die Blattrippe ist oft rotlich gefarbt, besonders bei jungen Blattern.
Die Pflanze ist ausdauernd und bildet eine bodennahe Blattrosette. Die hohlen Blutenstande konnen 10 bis 30 cm hoch werden. Nach der Blute entstehen die bekannten Pusteblumen, deren Samen durch den Wind verbreitet werden.
Die Hauptblute liegt zwischen Marz und Mai. Unter gunstigen Bedingungen kann im Herbst eine zweite, schwachere Blutezeit auftreten.
Idealer Standort
Taraxacum quadrans bevorzugt offene, helle Standorte von voller Sonne bis Halbschatten. In seinem naturlichen Lebensraum wachst er auf Wiesen, Wegrandern, Dammboschungen und anderen offenen Flachen. Im Garten passt er am besten in eine Blumenwiese, eine wilde Ecke oder einen naturalistischen Staudenbeet.
Vermeiden Sie dauerhaft nasse Standorte, da die Pfahlwurzel empfindlich auf Staunasse reagiert. Fur Dachbegrununen genugt eine Substrattiefe von mindestens 15 cm.
Bodenanforderungen
Diese Art zeigt sich bemerkenswert anpassungsfahig in Bezug auf den Bodentyp. Sie gedeiht auf Lehm, Sandboden und Tonboden, solange die Drainage ausreichend ist. Die tiefgehende Pfahlwurzel erschliesst Wasser und Nahrstoffe aus tieferen Bodenschichten, was die Pflanze auch auf nahrstoffarmen oder trockenen Boden konkurrenzfahig macht.
Ein neutrales bis leicht saures pH (6 bis 7) ist optimal, aber die Pflanze toleriert eine breitere Spanne. Besondere Bodenvorbereitung ist nicht erforderlich: Der Lowenzahn etabliert sich leicht aus direkt ausgesatem Saatgut.
Wasserversorgung
Nach dem Anwachsen ist Taraxacum quadrans sehr trockenheitstolerant. Die Pfahlwurzel kann mehr als 30 cm tief eindringen und Wasserreserven anzapfen, die flachwurzelnden Pflanzen nicht zuganglich sind.
Junge Pflanzen benotigen in den ersten vier bis sechs Wochen regelmasige Bewasserung. Danach ist erganzende Bewasserung nur bei langanhaltender Sommertrockenheit erforderlich. Zu viel Wasser, besonders im Winter, kann die Wurzel zum Faulen bringen.
Schnitt
Taraxacum quadrans benotigt kaum Schnittmassnahmen. Wer die Samenverbreitung einschranken mochte, entfernt die verwelkten Blutenkopfchen, bevor sich die Pusteblume bildet. Alte oder beschadigte Blatter werden im Fruhjahr sauber an der Basis der Rosette abgeschnitten. Der weisse Milchsaft der Pflanze kann bei empfindlicher Haut leicht reizend wirken - Handschuhe empfehlen sich.
Pflegekalender
Januar - Februar: Ruhezeit. Kein Pflegeaufwand. Die Pflanze ist vollstandig winterhart.
Marz - April: Erste Bluten erscheinen. Ideale Zeit fur die Aussaat. Entfernen Sie alte Blatter vom Vorjahr.
Mai - Juni: Hauptblute. Insekten beobachten und geniessen. Verbluhte Bluten entfernen, wenn Samenflug begrenzt werden soll.
Juli - August: Neue Blatter entwickeln sich. Bei Trockenheit massig giessen.
September - Oktober: Mogliche Herbstblute. Einige Pusteblumen fur Vogel und naturliche Vermehrung stehen lassen.
November - Dezember: Pflanze zieht sich in die Rosette zuruck. Kein Pflegebedarf.
Winterharte
Taraxacum quadrans ist in ganz Nord- und Westeuropa vollstandig winterhart. Er ubersteht Temperaturen bis -15 Grad Celsius problemlos, was den USDA-Hartezonen 4 bis 7 entspricht. Selbst wenn das Laub in strengen Wintern erfriert, uberleben die Pfahlwurzeln im Boden und treiben im Fruhjahr kraftig wieder aus. Keine Winterabdeckung erforderlich.
Begleitpflanzen
In einer Blumenwiese oder einem Naturgarten kombiniert Taraxacum quadrans gut mit anderen heimischen Wildpflanzen: Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris), Rotklee (Trifolium pratense), Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Ganseblumchen (Bellis perennis) und Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). Diese Gemeinschaft bildet eine artenreiche Blumenwiese, die Bienen und Hummeln das ganze Jahr Nahrung bietet.
Fur strukturiertere naturnahe Bepflanzungen eignen sich kleine heimische Graser wie Ruchgras (Anthoxanthum odoratum) als Begleiter. Vermeiden Sie aggressive Bodendecker, die schwachere Wildpflanzen verdrangen konnten. Weitere Gestaltungsideen finden Sie auf gardenworld.app. Saatgutmischungen fur Blumenwiesen erhalten Sie im Fachhandel bei OBI oder Hornbach.
Fazit
Taraxacum quadrans ist eine bescheidene, aber okologisch bedeutsame Wildpflanze fur den naturorientierten Gartner. Seine charakteristischen fleischigen Blattlappen machen ihn fur den aufmerksamen Beobachter gut erkennbar, wahrend seine Robustheit und unkomplizierte Pflege ihn zu einem zuverlassigen Element in Blumenwiesen und Naturgartnerei machen. Als einer der ersten Nektarlieferanten im Fruhjahr ist er eine wichtige Ressource fur Honigbienen, Hummeln und andere Bestauber. Mochten Sie eine Ecke Ihres Gartens in eine artenreiche Wildblumenwiese verwandeln, sind Lowenzahnarten ein idealer Ausgangspunkt: Sie etablieren sich schnell, sind kostengunstig und brauchen kaum Pflege.
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