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Pyrenaeen-Loewenzahn (Scorzoneroides pyrenaica) mit gelben Blueten auf einer Bergwiese
Asteraceae7. Juni 202612 min

Pyrenaeen-Loewenzahn: kompletter Ratgeber

Scorzoneroides pyrenaica

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Uebersicht

Der Pyrenaeen-Loewenzahn (Scorzoneroides pyrenaica) ist eine kompakte, mehrjahrige Krautpflanze aus der Familie der Korbblutler (Asteraceae), die in den Pyrenaeen, im nordlichen Spanien, in Andorra und im sudlichen Frankreich beheimatet ist. Der Botaniker Holub stellte die Art 1977 in das Genus Scorzoneroides um; zuvor war sie unter dem Namen Leontodon pyrenaicus bekannt. Im deutschen Sprachraum tragt sie den volkstumlichen Namen Pyrenaeen-Loewenzahn, was auf die stark angestammte Verwandtschaft mit den Loewenzahn-artigen Pflanzen hinweist.

Die leuchtend gelben Bluten erinnern an den gewohnlichen Loewenzahn, sind jedoch kleiner und zierlicher. Sie sind eine wertvolle Nektarquelle fur Bienen, Schwebefliegen und andere Bestauber. Fur Naturgarten, Steingarten und trockene Wiesenrander ist diese Art eine interessante, pflegeleichte Erganzung. Wer solche Pflanzen in ein Gartenkonzept einbinden mochte, findet auf gardenworld.app fotorealistische Entwurfe, die auch botanisch besondere Arten sinnvoll platzieren.

Aussehen und Blutezeit

Scorzoneroides pyrenaica bildet eine flache Blattrosette aus schmal-lanzettlichen, leicht gezahnten Blattern mit matter, dunkelgruner Oberflache. Die Blattflache kann leicht behaart sein. Aus der Rosette wachsen schlanke Stiele von 15 bis 30 cm Hohe, die je einen einzelnen Blutenkopf von 2 bis 4 cm Durchmesser tragen. Dieser besteht ausschliesslich aus Zungenbluten - Rohrenbluten fehlen vollstandig, wie es fur diese Gattung typisch ist.

Die Blute fallt je nach Witterung und Hohenlage in die Monate Mai bis August. In tiefer gelegenen Garten beginnt die Blute oft schon im Mai, in hoheren Lagen oder in kuhleren Jahren erst im Juli. Nach der Blute bilden sich weisse Pappusschirme, die dem gemeinen Loewenzahn sehr ahnlich sehen und die Samen weit verbreiten.

Idealer Standort

Der Pyrenaeen-Loewenzahn benotigt vollen Sonnenschein und eignet sich bestens fur sudseitige Lagen, Steingarten, Trockenmauerntaschen und Schotterbete. Er vertragt Hitze und Wind gut, solange die Drainage stimmt. Halbschatten ist tolerierbar, reduziert jedoch die Blutenfuelle deutlich. Ein luftiger Standort ohne Stagnation von Feuchtigkeit ist von Vorteil.

Boden

Der Boden muss sauer (pH 4,5 bis 5,0), nahrstoffarm und sehr gut durchlassig sein. Ein Gemisch aus Quarzsand, Kies und etwas Heideerde ergibt das richtige Substrat. Normaler Gartenkompost ist zu reich; er fuhrt zu uppigem Blattwachstum auf Kosten der Blute. Staufeuchte ist unbedingt zu vermeiden. Im Handel bei OBI oder Hornbach sind Substrate fur Rhododendren oder Heidepflanzen als Ausgangsmaterial geeignet, die dann noch mit Grobkies vermagert werden sollten.

Giessen

Einmal etabliert, ist diese Art sehr trockenheitstolerant und braucht im normalen deutschen Gartenjahr kaum zusatzliches Wasser. Im ersten Jahr nach der Pflanzung empfiehlt sich ein massiges Giessen einmal pro Woche bei Trockenheit, ohne dass die Mitte der Rosette nass wird. In den Folgejahren genugt Giessen nur bei mehr als dreiwochiger Trockenheit. Topfpflanzen benotigen haufigere Kontrollen.

Schneiden

Die Pflegeanforderungen sind minimal. Vertrocknete Blutenstandereste konnen nach der Samenreife abgeschnitten werden, um ein ordentliches Erscheinungsbild zu wahren. Im Fruhjahr werden abgestorbene Blatter vorsichtig entfernt. Einen starken Ruckschnitt vertragt die Pflanze nicht; es genugt, die toten Aussenblatter der Rosette zu entfernen.

Pflegekalender

Januar bis Februar: Keine Massnahmen, Ruhephase. Marz: Totes Blattmaterial sanft entfernen. April: Pflanzung neuer Exemplare in vorbereitetes Substrat. Mai bis Juni: Erste Bluten erscheinen. Juli bis August: Hohepunkt der Blute; Fruchtstande je nach Wunsch stehen lassen oder entfernen. September: Samenausbreitung; bei Bedarf Samen sammeln. Oktober bis November: Absterben der oberirdischen Teile, Rosette bleibt halbimmergrun. Dezember: Ruhephase.

Winterhaerte

Der Pyrenaeen-Loewenzahn ist bis ca. -15 Grad Celsius winterhart (USDA-Zone 5). Diese Robustheit spiegelt seine Herkunft aus den Pyrenaeen wider, wo Winter kalt und lang sein koennen, auch wenn die Pflanzen dort oft unter einer schuetzenden Schneedecke ruhen. In Gartenlagen ist die Winterharte starker von der Bodenfeuchte abhangig als von der Temperatur: Ein guter drainierter Boden leitet Feuchtigkeit weg, bevor sie bei Frost die Wurzeln schadigt. Stauende Naesse am Wurzelhals fuhrt zu Faulnis, selbst bei frostresistenten Arten. Ein Kiesbelag rund um die Rosette leitet uberschussiges Wasser ab und schutzt vor Nassefaule. Bei anhaltend strengem Frost ohne Schneedecke empfiehlt sich ein locker aufgelegter Schutz aus trockenen Tannenzweigen oder einer Laubschicht.

Pflanznachbarn

Passende Begleiter sind Sandmiere (Arenaria montana), Quendel (Thymus serpyllum), Sonnenroschen (Helianthemum), Schafsschwingel (Festuca ovina) und Felsennelken (Dianthus deltoides). Alle bevorzugen ahnliche Standortbedingungen: sauer, nahrstoffarm, gut durchlassig und sonnig. Kalkzeiger oder nahrstoffliebende Arten passen nicht in dieses Beet. Fur ein stimmungsvolles Pyrenaeen-Biotop kann man auch niedrige Seggen wie Carex firma oder fruhbluhende Steinbrech-Arten (Saxifraga) hinzufugen. Diese kombinationen schaffen einen naturnahen Lebensraum, der Insekten und Kleinstlebewesen anzieht und gleichzeitig pflegeleicht ist. Auf gardenworld.app konnen Sie solche Pflanzenkombinationen virtuell planen und sehen, wie Ihr Steingarten nach der Bepflanzung wirken wird.

Fazit

Der Pyrenaeen-Loewenzahn ist eine zu selten gepflanzte Staude, die in Steingarten, Schotterbeeten und naturnahen Trockenwiesen uberzeugt. Ihre leuchtend gelben Bluten locken Bienen, Hummeln und Schwebefliegen an, ihr kompakter Wuchs ermoglicht Kombinationen mit anderen Gebirgs- und Magerstandortpflanzen, und der geringe Pflegeaufwand macht sie zur idealen Wahl fur nachhaltige, naturnahe Gartenkonzepte. Wer auf der Suche nach einer besonderen Staude fur einen schwierigen, trockenen und sauren Standort ist, sollte dieser Pyrenaeen-Art eine Chance geben. Einmal eingelebt, bereichert sie den Garten jahrzehntelang mit minimalen Anspruchen. Besuchen Sie gardenworld.app fur weitere Inspirationen rund um naturnahe Vorgarten und alpine Pflanzkonzepte.

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