Zurück zur Pflanzenzyklopädie
Samt-Rose in voller Blüte auf einem sonnigen Beet
Rosaceae5. April 202612 min

Samt-Rose: kompletter Ratgeber

Rosa sherardii

rosenstrauchwildrosebodenbedeckerwinterhartbienenfreundlich

Übersicht

Die Samt-Rose, wissenschaftlich bekannt als Rosa sherardii, ist eine anspruchslose, aber äußerst reizvolle Wildrose, die in weiten Teilen Mitteleuropas heimisch ist. Sie kommt natürlich in Deutschland, Österreich, den baltischen Staaten und Skandinavien vor und ist daher perfekt an unsere klimatischen Bedingungen angepasst. Im Gegensatz zu vielen Zuchtrosen ist sie robust, resistent gegen Mehltau und Stempelrost und eignet sich hervorragend für naturnahe Gärten.

Als Strauch erreicht sie eine Höhe von 60 bis 100 cm und breitet sich bis zu 80 cm aus. Der Wuchs ist locker und ausladend, ideal als Bodendecker oder für lockere Hecken. Sie ist laubabwerfend bis halbimmergrün – in milden Wintern behält sie oft einen Teil ihres Laubs. Die jährliche Wuchshöhe liegt bei etwa 15–20 cm, besonders in den ersten drei Jahren.

Auf gardenworld.app können Sie eine Pflanzung planen, die die Samt-Rose in Szene setzt, besonders in ökologischen oder pflegeleichten Gartengestaltungen.

Erscheinungsbild & Blütezeit

Die Blätter sind eiförmig, leicht behaart und von mittelgrüner Farbe. Sie bilden eine luftige, lichtdurchlässige Krone, die auch niedrige Pflanzen unter ihr gedeihen lässt. Ab Juni erscheinen die ersten Blüten: einfach, mit fünf Blütenblättern und einer tiefen, purpurnen Farbe. Der Durchmesser beträgt 3–4 cm, das gelbe Zentrum zieht Bienen und Schmetterlinge an.

Die Hauptblütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli, gelegentlich folgt eine schwächere Nachblüte im August, besonders wenn verblühte Triebe entfernt werden. Nach der Blüte bilden sich kleine, runde Hagebutten, die sich im Herbst rötlich-braun färben und bis weit in den Winter hinein an der Pflanze verbleiben. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel wie Drosseln und Finken.

Idealstandort

Volle Sonne ist entscheidend für eine reiche Blüte – mindestens 7–8 Stunden direktes Sonnenlicht täglich. Süd- oder südwestexponierte Standorte sind ideal. Bei zu viel Schatten wird die Pflanze schwach, die Blütenbildung bleibt ausbleiben und der Wuchs wird gedehnt.

Gute Belüftung ist wichtig, um Pilzbefall zu vermeiden. Pflanzen Sie die Samt-Rose daher nicht zu dicht an andere Sträucher oder Wände. Sie eignet sich hervorragend für Bauerngärten, Trockensteingärten oder als Böschungspflanze auf sonnigen Hängen.

Bodenansprüche

Rosa sherardii gedeiht am besten in durchlässigem, leicht kalkhaltigem Boden mit einem pH-Wert zwischen 7,0 und 7,5. Schwere Lehmböden sollten mit Sand und Kompost aufgelockert werden. Zu saure Böden (unter pH 6,5) führen zu Kalkmangel und gelben Blättern.

Auf sandigen Böden ist regelmäßige Zugabe von Kompost sinnvoll, um die Wasserspeicherfähigkeit zu verbessern. Eine 5 cm dicke Mulchschicht im Frühjahr schützt die Wurzeln und unterdrückt Unkraut.

Gießen

Eingewurzelte Pflanzen sind trockenresistent und benötigen nur selten zusätzliches Gießen. Jungpflanzen sollten im ersten und zweiten Jahr regelmäßig gegossen werden, besonders während längerer Trockenperioden im Sommer. Gießen Sie wöchentlich 10–15 Liter pro Pflanze, direkt am Stamm.

Vermeiden Sie das Benetzen der Blätter, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Morgens gießen ist am besten.

Schnitt

Der Schnitt ist minimal. Da die Blüten am Vorjahresholz entstehen, sollte nicht im Frühjahr radikal geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt ist Ende August bis Anfang September, nach der Blüte. Entfernen Sie abgestorbene, kranke oder sich kreuzende Triebe. Eine leichte Formschnittung ist erlaubt, aber keine schwere Rückschnitt.

Zu starker Schnitt führt im Folgejahr zu kaum Blüten.

Pflegekalender

  • Februar–März: Kontrolle auf Winterschäden, altes Holz entfernen
  • April: Mulchen, leicht düngen mit Rosendünger
  • Mai: Auf Läuse kontrollieren, bei Trockenheit gießen
  • Juni–Juli: Hauptblütezeit, kein Schnitt
  • August: Leichter Formschnitt, Hagebutten kontrollieren
  • September–Oktober: Keine Düngung mehr, Hagebutten für Vögel stehen lassen
  • November–Januar: Ruhephase, keine Maßnahmen nötig

Winterhärte

Sehr winterhart (USDA-Zonen 4–7), übersteht Temperaturen bis -30 °C ohne Schutz. In Deutschland und Österreich ist kein Winterschutz erforderlich. Bei jungen Pflanzen auf sandigem Untergrund kann eine leichte Mulchschicht Wurzeln vor Frost schützen.

Begleitpflanzen

Kombinieren Sie die Samt-Rose mit Spätblühern wie Echinacea, Phlox paniculata oder Sedum ‘Herbstfreude’. Auch Kräuter wie Lavendel, Salbei oder Thymian harmonieren gut. Für natürliche Optik eignen sich Ziergräser wie Festuca ovina oder Carex flacca.

Auf gardenworld.app finden Sie vorgefertigte Pflanzschemata, die die Samt-Rose mit passenden Begleitpflanzen kombinieren – perfekt für Höhe, Farbe und Saisonstruktur.

Abschluss

Die Samt-Rose ist eine unauffällige, aber wertvolle Bereicherung für jeden Garten. Sie ist pflegeleicht, fördert die Biodiversität und bringt natürliche Eleganz. Erhältlich bei OBI und Hornbach, oft unter dem Namen Rosa sherardii. Geben Sie ihr Sonne, durchlässigen Boden und etwas Platz – sie wird Ihnen Jahre lang mit Blüten, Hagebutten und Wildleben danken.