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Pterocarpus officinalis Baum mit breiten Brettwurzeln und gruener Krone am Wasser
Fabaceae2. Juni 202612 min

Pterocarpus officinalis: kompletter Ratgeber

Pterocarpus officinalis

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Ueberblick

Pterocarpus officinalis, bekannt unter den Namen Drachenblutsbaum, Sumpf-Blutholz oder in Mittelamerika als Sangre de Drago, ist ein beeindruckender tropischer Baum aus der Familie der Fabaceae (Huelsenfruchtler). Er ist in einem weiten Bogen des tropischen Amerikas beheimatet, von Suedmexiko ueber Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama bis in die tropischen Tieflagen Kolumbiens, Venezuelas, Ecuadors, Guyanas, Surinames und Nordbrasiliens sowie auf zahlreichen Karibikinseln wie Kuba, Jamaika, Puerto Rico und Trinidad. Der Gattungsname Pterocarpus leitet sich vom Griechischen pteron (Flugel) und karpos (Frucht) ab, in Bezug auf die charakteristischen geflugelten Huelsenfruechte.

Die Art wurde 1763 vom Botaniker Nikolaus Joseph von Jacquin erstmals wissenschaftlich beschrieben. Das Artepitheton officinalis verweist auf einen anerkannten Arzneimittelgebrauch, was die historische Bedeutung des roten, harzigen Saftes widerspiegelt, den der Baum bei Verwundung der Rinde ausscheidet. Dieser Saft wurde jahrhundertelang als roter Farbstoff und Heilmittel in der traditionellen Medizin der Karibik und Mesoamerikas eingesetzt. In Europa ist dieser Baum keine uebliche Gartenpflanze, sondern ein botanisches Raritaet fuer den Liebhaber mit beheiztem Gewachshaus oder warmem Wintergarten. Gartengestaltungsideen fuer europaische Klimabedingungen finden Sie auf [gardenworld.app](https://gardenworld.app).

Erscheinungsbild und Bluetezyklus

Pterocarpus officinalis ist ein grosswuechsiger Baum, der unter normalen Bedingungen 15 bis 25 Meter Hoehe erreicht, mit aussergewoehnlichen Exemplaren bis 35 Meter. Die Krone ist breit und dicht und spendet starken Schatten. Eines der markantesten Merkmale des Baumes sind seine spektakulaeren Brett- oder Stelzwurzeln: An der Stammbasis entwickeln sich breite, fluegelartige Holzstreben, die dem Baum Stabilitaet in den weichen, wassergesaettigten Moraestboeden seines Lebensraums bieten. Bei alten Exemplaren koennen diese Brettwurzeln 2 Meter Hoehe erreichen und weit ueber die Kronenprojektion hinaus ragen.

Die Blaetter sind wechselstaendig und zusammengesetzt gefiedert mit 5 bis 9 elliptischen bis breit-ovalen Fiederblattchen von je 5-12 cm Laenge, ledrig in der Konsistenz, oben glaenzend dunkelgruen und unten heller. Der Baum ist semipersistent und behaelt das ganze Jahr ueber den Grossteil seines Laubes, mit einer kurzen Ruhephase in der Trockenzeit.

Die Bluetizeit faellt in die Trockenzeit oder in den Uebergangszeitraum, in der Regel von April bis Juni. Die Bluetien sind klein, leuchtend gelb bis golden, von typisch papilionacem Bau wie alle Huelsenfruchtler, und erscheinen in dichten endstaendigen Rispen. Der Duft ist suess und honigartig. Nach der Bluetie bilden sich die charakteristischen geflugelten Fruechte: scheibenfoermige Huelsen von 5-8 cm Durchmesser mit einer zentralen Samenkammer umgeben von einer breiten, flachen, papierartigen Flugelscheibe. Bei Verletzung der Rinde scheidet der Baum einen leuchtend roten bis rotbraunen, harzigen Saft aus, der als Drachenblut bekannt ist.

Idealer Standort

Pterocarpus officinalis ist eine ausschliesslich tropische Art, die in europaischen Verhaeltnissen nur als Kuebelplanze oder in einem beheizten Gewachshaus oder Wintergarten gedeihen kann. In seinem natuerlichen Verbreitungsgebiet waechst er fast ausschliesslich in feuchten Tieflandlebensraumen: an Flussuern, in saisonal ueberfluteten Suempfen, in Galeriewaldungen entlang von Wasserlaeufen und in Tiefsumpfwaldungen an Meereskuesten auf Hoehen von 0 bis hoechstens 300 Metern. Der Baum stellt hohe Ansprueche an Waerme und Luftfeuchtigkeit und ist voellig frostintolerant; selbst ein kurzfristiger Temperatursturz unter 5 Grad Celsius kann schwere Schaeden verursachen.

In tropischen Gaerten auf Guadeloupe, Martinique, in Costa Rica oder Venezuela wird der Baum gelegentlich als Park- oder Alleebaum gepflanzt, wegen seiner dramatischen Brettwurzeln und seinem dichten Schattendach geschaetzt. Er toleriert dauerhaft hohe Grundwasserstaende und kann sogar in flachem stehendem oder langsam fliessendem Wasser wachsen. In den ueberfluteten Waldungen Amazoniens und den kuestennahen Sumpfwaldungen der Karibik kann der Baum monatelang mit den Wurzeln im Wasser stehen.

Bodenanforderungen

In seiner tropischen Heimat stellt Pterocarpus officinalis keine besonderen Ansprueche an die Bodenstruktur; er waechst auf tiefen alluvialen Ton- und Lehmboeden, auf organisch reichen, torfartigen Sumpfsubstraten und sogar in leicht salzhaltigen Kuestensumpfgebieten. Der pH-Bereich ist 6,0 bis 8,5, was auf eine breite Toleranz gegenueber neutralen bis leicht alkalischen Bedingungen hinweist. Das wesentliche Erfordernis ist ein permanenter oder saisonal hoher Grundwasserstand.

Als Kuebelplanze in Europa verwenden Sie ein reiches, feuchtigkeitsspeicherndes Pflanzsubstrat auf Kokosfaser- oder torffreier Kompostbasis, gemischt mit Perlite im Verhaeltnis 3:1. Halten Sie das Substrat immer leicht feucht. Bringen Sie jeden Fruehling einen Langzeitduenger fuer Tropenpflanzen aus und ergaenzen Sie in den Sommermonaten alle drei bis vier Wochen mit einem ausgeglichenen Fluessigduenger.

Bewaesserung

In seinem tropischen Lebensraum kennt Pterocarpus officinalis permanente Feuchtigkeit oder saisonale Ueberflutung. Als Kuebelplanze oder Zimmerpflanze muss das Substrat immer leicht feucht bleiben; lassen Sie die Pflanze niemals vollstaendig austrocknen. Giessen Sie das ganze Jahr regelmaessig. In warmen Sommern kann taeglich Giessen notwendig sein. Waehrend der dunklen europaischen Wintermonate verlangsamt sich das Wachstum, aber die Pflanze benoetigt weiterhin feuchtes Substrat.

Verwenden Sie lauwarmes Wasser, am besten gefiltertes Wasser oder Regenwasser, da dieser Baum empfindlich auf Kalkablagerungen aus hartem Leitungswasser reagiert. Das Besprühen des Laubes bei niedriger Luftfeuchtigkeit ist empfehlenswert; eine relative Luftfeuchtigkeit ueber 60% ist fuer gesundes, kraeftiges Wachstum ideal. Stauwasser am Topfboden sollte trotz des Feuchtigkeitsbedarfs vermieden werden, da er Wurzelfaeulnis verursachen kann.

Rueckschnitt

Fuer Pterocarpus officinalis als Kuebelplanze im Gewachshaus oder Wintergarten ist ein regelmaessiger Rueckschnitt noetig, um die Pflanze in handhabbaren Proportionen zu halten. Schneiden Sie im fruehen Fruehjahr vor dem neuen Austrieb zurueck. Entfernen Sie Aeste, die zu lang geworden sind oder den verfuegbaren Raum einengen. Kleine Schnittflaenchen heilen bei dieser Art gut; groessere Wundflaechen koennen mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden, um Pilzinfektionen zu reduzieren. Entfernen Sie regelmaessig gelbliches oder abgefallenes Laub. Junge Pflanzen koennen in den ersten Jahren eine leichte Formgebung erhalten, um eine gut verzweigte Krone zu foerdern.

Wartungskalender

Maerz-April: Beginn der neuen Vegetationsperiode im Gewachshaus. Umtopfen in ein groesseres Gefaess falls noetig. Langzeitduenger ausbringen. Luftfeuchtigkeit erhoehen falls die Winterheizung die Luft zu trocken gemacht hat.

Mai-Juni: Aktive Wachstumsphase. Regelmaessig giessen; Substrat darf nicht austrocknen. Auf Spinnmilben und Schildlaeuse achten, die unter trockenen Gewachshausbedingungen haeufig auftreten.

Juli-August: Hochsommer. Maximales Wachstum. Bei Freilandaufstellung in einem geschuetzten, warmen Bereich, vor brennender Mittagssonne schuetzen. Taeglich giessen und regelmaessige Schaedlingskontrolle.

September-Oktober: Wachstum verlangsamt sich mit abnehmender Taglaenge. Dungung einstellen. Gewaechshauslefenster bei kuehl-kuhlen Naechten geschlossen halten.

November-Februar: Ruhephase im beheizten Gewachshaus. Temperatur niemals unter 12 Grad Celsius sinken lassen. Giessen reduzieren aber nicht aufhoeren. Kein Rueckschnitt.

Winterhaerte

Pterocarpus officinalis ist in keiner Weise winterhart. Der Baum ist in den Tropen Amerikas beheimatet und benoetigt das ganze Jahr hindurch Temperaturen von mindestens 15 bis 20 Grad Celsius fuer gesundes Wachstum, mit einem absoluten Minimum von etwa 5 Grad Celsius. Eine Freilanduberwinterung in Europa ist voellig ausgeschlossen; selbst in den geschuetzten Kuestenstadten Suedspaniens oder Portugals wuerde der Baum den Winter nicht ueberstehen.

Als Kuebelplanze kann er in einem beheizten Gewachshaus, einer Orangerie oder einem gut geheizten Innenraum bei mindestens 12-15 Grad Celsius ueberwintert werden. Die entsprechende USDA-Haertezone ist Zone 12-13, was frostfreien tropischen Regionen entspricht. In europaischen Gaerten ist Pterocarpus officinalis daher ausschliesslich eine Spezialitaet des beheizten Gewachshauses. Die verwandte Art Pterocarpus indicus aus Suedostasien wird gelegentlich im Freiland unter dem Mittelmeeerklima (USDA Zone 10-11) kultiviert.

Begleitpflanzen

In einem tropischen beheizten Gewachshaus harmoniert Pterocarpus officinalis hervorragend mit anderen tropischen Wald- und Sumpfarten, die seine Anforderungen an Waerme, hohe Luftfeuchtigkeit und feuchtes Substrat teilen. Gute Begleitpflanzen sind:

  • Ficus lyrata (Geigenblattfeige): aehnliche Kulturansprueche; die breiten, kuehnen Blaetter ergaenzen das gefiederte Laub des Pterocarpus.
  • Heliconia-Arten: tropische Unterwuchs-Pflanzen mit spektakulaeren Hochblaettern, die in der hohen Luftfeuchtigkeit eines tropischen Gewachshauses gedeihen.
  • Cyathea (Baumfarne): benoetigen gleichmaessig feuchtes Substrat und hohe Luftfeuchtigkeit, ideale Gewachshaus-Partner.
  • Strelitzia nicolai (Riesenpapageienblueme): architektonische, baumaehnliche Form ergaenzt die Kronenshoehe des Pterocarpus.
  • Monstera deliciosa oder Philodendron bipinnatifidum: kletternde oder spreizende tropische Aronstabgewaechse, die am Stamm entlanggefuehrt werden koennen.

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Fazit

Pterocarpus officinalis ist ein botanisch und oekologisch faszinierender tropischer Baum mit einer reichen Geschichte menschlicher Nutzung und einer Schluesselrolle in den Feuchtwaldern des tropischen Amerikas und der Karibik. Seine dramatischen Brettwurzeln, die goldgelben Bluetien und die geflugelten Huelsenfruechte machen ihn zu einem der unverwechselbarsten und architektonisch eindrucksvollsten Baume der tropischen Tieflagen. Ausserhalb der Tropen bleibt er eine Spezialitaet fuer den engagierten Gewachshausgaertner, aber die Muehe des Anbaues wird durch eine Pflanze von aussergewoehnlichem Charakter belohnt. Der rote, harzige Saft, der ihm den Namen Drachenblutsbaum eingebracht hat, hat Jahrhunderte als Farbe und Heilmittel gedient, und der botanische Name officinalis erinnert uns noch heute daran.

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