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Rotstaengeliges Fingerkraut mit gelben Blueten und roten Stengeln
Rosaceae12. Juli 202612 min

Rotstaengeliges Fingerkraut: kompletter Ratgeber

Potentilla rubricaulis

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Ueberblick

Potentilla rubricaulis, das rotstaengelige Fingerkraut, ist eine niedrig wachsende Staude aus der Familie der Rosengewaechse (Rosaceae), benannt nach ihren auffallend rotbraunen Stengeln, die sich deutlich vom silbergrauen Laub abheben. Die Art wurde 1830 vom Botaniker Lehmann beschrieben und waechst natuerlich ueber ein grosses Gebiet, von Alaska und dem Yukon im Norden bis nach Colorado und Utah im Sueden, mit Vorkommen in Alberta, British Columbia, Idaho, Montana, Saskatchewan, Wyoming und den Northwest Territories dazwischen.

Diese weite Verbreitung, von arktischer Tundra bis zu alpinem Gelaende in den Rocky Mountains, macht das rotstaengelige Fingerkraut etwas anpassungsfaehiger als manche ihrer streng arktischen Verwandten wie Potentilla pedersenii, mit der sie eng verwandt ist; manche Botaniker betrachten beide sogar als Varietaeten voneinander. Fuer Steingartenliebhaber ist dies eine attraktive, charaktervolle Art mit einem klar erkennbaren Merkmal. Ueber gardenworld.app lassen sich Steingartenentwuerfe erstellen, in denen kleine, robuste Hochgebirgspflanzen wie diese einen dauerhaften Platz zwischen Stein und Kies finden.

Aussehen und Bluete

Die Pflanze waechst als niedrige, polsterbildende Matte von 5 bis 20 Zentimetern Hoehe und breitet sich 20 bis 35 Zentimeter aus. Die Blaetter sind handfoermig in schmale Fiederblaettchen geteilt und tragen eine seidige, silbergraue Behaarung. Das markanteste Merkmal ist der Stengel selbst: rotbraun bis tiefrot, was einen auffallenden Kontrast zum silbrigen Laub und den gelben Blueten bildet.

Die Bluetezeit erstreckt sich von Juni bis August, etwas laenger als bei den noerdlicheren verwandten Arten, dank der suedlicheren Populationen in groesserer Hoehe in den Rocky Mountains. Die Blueten sind leuchtend gelb, fuenfblaettrig und etwa 1 bis 1,5 Zentimeter breit, getragen von den charakteristischen roten Stengeln. Nach der Bluete bilden sich kleine, trockene Fruechte, die bis weit in den Herbst an der Pflanze bleiben und ein dezentes Winterbild ergeben.

Idealer Standort

Das rotstaengelige Fingerkraut gedeiht in voller Sonne, mit mindestens 6 Stunden direktem Licht taeglich fuer die beste Bluete und den kompaktesten Wuchs. Ein erhoehtes Steinbeet, ein alpiner Trog oder eine Schuttflaeche mit scharfer Drainage ist ideal, ebenso wie ein geneigter Standort, an dem Wasser nie stehen bleibt.

Gute Luftzirkulation ist wichtig, besonders im feuchteren Klima Deutschlands, der Niederlande und Belgiens im Vergleich zur trockenen Bergluft ihres natuerlichen Lebensraums. Vermeiden Sie zu geschuetzte, feuchte Ecken und geben Sie der Pflanze stattdessen einen offenen, windigen Platz auf einer niedrigen Mauer, einem Wall oder zwischen Felsbrocken.

Boden

In der Natur waechst diese Art auf felsigen, kiesigen Boeden mit wenig Naehrstoffen, oft auf Moraenenschutt oder verwittertem Gestein. Verwenden Sie im Garten eine Mischung aus 50 Prozent grobem Sand oder feinem Kies und 50 Prozent magerem Alpinsubstrat, mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5.

Vermeiden Sie schweren, feuchtigkeitshaltenden Lehm und zu naehrstoffreiche Gartenerde; diese verursachen bei einer an extrem gut drainierte Bergboeden gewoehnten Pflanze schnell Wurzelfaeule. Eine Drainageschicht aus grobem Kies von mindestens 10 Zentimetern Dicke unter der Pflanzstelle verhindert, dass Regenwasser stehen bleibt.

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Giessen

Einmal gut eingewurzelt, ist das rotstaengelige Fingerkraut sehr trockenheitstolerant. Giessen Sie im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmaessig waehrend trockener, warmer Perioden im Mai und Juni, damit sich das Wurzelsystem gut etablieren kann.

Nach der Etablierung ist zusaetzliches Giessen selten noetig; natuerlicher Niederschlag reicht in den meisten Jahren aus. Giessen Sie nur bei anhaltender Trockenheit von mehr als drei Wochen zusaetzlich. Zu viel Wasser stellt fuer diese Bergart ein weit groesseres Risiko dar als zu wenig.

Schnitt

Diese kompakte Art benoetigt praktisch keinen Schnitt. Schneiden Sie im Herbst, etwa im September oder Oktober, vertrocknete Bluetenstiele ab, um die Pflanze ordentlich zu halten und die charakteristischen roten Stengel besser zur Geltung zu bringen.

Ein starker Rueckschnitt ist unnoetig und kann der Pflanze schaden. Wird die Matte nach einigen Jahren in der Mitte kahl, koennen Sie Teile vorsichtig teilen und an frischer Stelle neu pflanzen, um die Wuchskraft zu erneuern.

Pflegekalender

Maerz-April: auf Frostschaden pruefen, faules oder beschaedigtes Laub entfernen. Mai-Juni: Hauptwachstumsphase, bei anhaltender Trockenheit giessen, keine Duengung noetig. Juni-August: Bluetezeit, die gelben Blueten auf roten Stengeln geniessen, minimale Pflege. September-Oktober: vertrocknete Bluetenstiele fuer ein ordentliches Wintererscheinungsbild entfernen. November-Februar: vollstaendige Winterruhe, kein Schutz noetig ausser bei dauerhaft staunassem Boden.

Winterhaerte

Potentilla rubricaulis ist sehr winterhart und entspricht der USDA-Zone 3 bis 5, je nach genauer Herkunftspopulation; die noerdlichen Alaska- und Yukon-Formen sind noch winterharter als die suedlicheren Populationen aus Colorado und Utah. Frost bis -35 Grad Celsius stellt kein Problem dar, solange der Boden gut drainiert bleibt.

In Deutschland, den Niederlanden und Belgien uebersteht die Pflanze jeden Winter ohne zusaetzlichen Schutz. Wie bei vielen arktisch-alpinen Arten ist nicht die Kaelte die groesste Gefahr, sondern nasser, staunasser Winterboden, in dem die Wurzeln faulen.

Begleitpflanzen

Kombinieren Sie das rotstaengelige Fingerkraut mit anderen echten Hochgebirgspflanzen fuer ein authentisches alpines Bild: Stengelloses Leimkraut (Silene acaulis), Rocky-Mountain-Nelkenwurz (Geum rossii, auch als Acomastylis rossii bekannt) und Zwerg-Vergissmeinnicht (Eritrichium nanum) teilen dieselbe Vorliebe fuer felsigen, gut drainierten Boden.

Da diese Wildart bei OBI oder Hornbach kaum erhaeltlich ist, koennen Sie sie im selben Beet mit den viel bekannteren Strauch-Fingerkraut-Sorten wie Potentilla fruticosa 'Abbotswood' oder 'Pink Beauty' kombinieren, fuer zusaetzliche Bluetenkraft und Volumen. Auf gardenworld.app koennen Sie verschiedene Kombinationen von Felspflanzen und Strauch-Fingerkraeutern virtuell testen, bevor Sie loslegen.

Fazit

Das rotstaengelige Fingerkraut ist eine attraktive Wahl fuer alle, die eine authentische, niedrig wachsende Bergpflanze mit einem markanten Merkmal in Form ihrer roten Stengel suchen. Geben Sie ihr einen sonnigen, ausgezeichnet drainierten Platz, und sie wird danach kaum noch Aufmerksamkeit verlangen. Fuer mehr Inspiration zu Steingaerten und Bergpflanzenkombinationen bietet gardenworld.app einen nuetzlichen Ausgangspunkt.

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