Kap-Klebsame: kompletter Ratgeber
Pittosporum viridiflorum
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Ueberblick
Pittosporum viridiflorum, auf Deutsch als Kap-Klebsame bekannt, ist ein immergruener Strauch oder kleiner mehrstammiger Baum, der urspruenglich aus dem tropischen und suedlichen Afrika stammt. Das natuerliche Verbreitungsgebiet reicht von den Kapprovinzen und KwaZulu-Natal nordwaerts durch Mosambik, Tansania, Kenia, Uganda und Ruanda bis hin zur Arabischen Halbinsel. Die Art wurde 1814 vom Botaniker Sims erstmals wissenschaftlich beschrieben und gehoert zur Familie der Pittosporaceae. Bei OBI und Hornbach ist die Pflanze gelegentlich als Besonderheit im Sortiment anzutreffen, haeufiger aber in spezialisierten Staudengartnereien.
Der Gattungsname Pittosporum leitet sich vom Griechischen fuer Harz und Samen ab und bezieht sich auf den klebrigen Harsueberzug der Samen, der fuer die gesamte Gattung typisch ist. Das Artepitheton viridiflorum bedeutet gruenbluehend, obwohl die Blueten tatsaechlich cremegelblich erscheinen. Im afrikanischen Heimatgebiet kann die Pflanze als Baum 8-10 Meter erreichen, bleibt in europaeischen Gaerten jedoch meist bei 2-4 Meter als kompakter, gerundeter Strauch. Das Wachstum ist maessig schnell, etwa 20-40 cm pro Jahr unter guenstigen Bedingungen.
Fuer Gartenliebhaber, die etwas ausserhalb der ueblichen Staudensortimente suchen, bietet der Kap-Klebsame eine reizvolle Verbindung aus glaenzenden Blaettern, suess duftenden Blueten und dekorativen orangen Fruchtkapeln. Auf [gardenworld.app](https://gardenworld.app) koennen Sie Gartengestaltungsideen erkunden, in denen diese Pflanze als Solitaer oder in gemischten Gehoelzgruppen eingesetzt wird.
Erscheinungsbild und Bluetezyklus
Die Blaetter von Pittosporum viridiflorum gehoeren zu den attraktivsten Merkmalen der Pflanze: ledrig, auf der Oberseite stark glaenzend dunkelgruen, auf der Unterseite blasser und matter, lanzettlich bis elliptisch, 5-10 cm lang und 2-4 cm breit, mit leicht welligen Raendern. Sie stehen wechselstaendig oder in Pseudoquirlen an den Zweigen und verbleiben das ganze Jahr ueber an der Pflanze, was fuer bestaendiges Gruen sorgt.
Die Bluezeit erstreckt sich von April bis Juni, manchmal mit einem zweiten Flor im Spaetsommer. Die kleinen Blueten stehen in dichten, endstaendigen doldenartigen Rispen. Jede einzelne Bluete ist cremegelblich bis gelblichweiss, sternfoermig geoeffnet, etwa 8-10 mm im Durchmesser, mit fuenf zurueckgebogenen Kronblaettern und auffallenden Staubgefaessen. Der Duft ist stark, suesslich und vanilleartig, besonders intensiv in den Abendstunden, und zieht Bienen sowie andere Bestaeubungsinsekten an.
Nach der Bluete bilden sich runde bis birnfoermige Fruchtkapeln von 1-2 cm, die im Herbst orange bis orangerot werden und sich oeffnen, um die harzbedeckten Samen freizugeben. Diese dekorativen Fruechte verlaengern den Zierwert der Pflanze weit in den Herbst hinein. Die Rinde aelterer Staemme nimmt eine hellgraue, leicht korkige Textur an.
Idealer Standort
Pittosporum viridiflorum gedeiht am besten an einem warmen, geschuetzten Standort in voller Sonne bis leichtem Halbschatten. In deutschen Gaerten bietet eine sued- oder westexponierte Mauer den besten Winterschutz. Die Pflanze toleriert kurze Froeste bis etwa -8 bis -10 Grad Celsius, wenn der Boden gut durchlaessig ist und der Standort vor kalten, austrocknenden Winden geschuetzt liegt.
In maritimen Klimaregionen wie dem Rheinland, der Nordseeregion und dem Oberrheintal ist eine Ueberwinterung im Freien in den meisten Wintern moeglich. In kontinentaleren Lagen mit laenger anhaltenden Frosten empfiehlt sich eine Abdeckung der Wurzelzone mit 10-15 cm Rindenmulch sowie ein Schutz der Krone mit Gartenvlies bei anhaltendem Frost unter -5 Grad Celsius. Jungpflanzen sind in den ersten zwei Wintern frostempfindlicher als eingewurzelte Exemplare und sollten bei Nachtfrost unter -5 Grad Celsius geschuetzt werden. Kuebelexemplare koennen in einen kuehl-hellen Wintergarten oder ein Kalthaus umgestellt werden.
Bodenanforderungen
Pittosporum viridiflorum waechst am besten in leicht saurem bis neutralem Boden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 7,0. Der Boden muss gut durchlaessig sein; selbst kurze Staunaesse kann die Wurzeln schaedigen oder abtoeten. In seinem natuerlichen afrikanischen Lebensraum besiedelt er sandige Kuestenwaelder, felsige Haenge und Berggebuesch bis 2.000 Meter Hoehe, ist also an magere, gut belftet Boeden angepasst.
Bei schweren Lehm- oder Tonboeden sollte die Pflanzgrube grosszuegig mit grobem Sand, Perlite oder feinem Kies sowie reifem Kompost verbessert werden. Auf kalkigen Boeden mit pH ueber 7,5 kann eine Eisenchlorose auftreten (gelbliches Laub mit gruen bleibenden Blattnerven); behandeln Sie diese mit einem Eisenchelat-Duenger im Fruehjahr. Geben Sie bei der Pflanzung einen Eimer gut verrotteten Kompost in den Pflanzloch, und decken Sie nach dem Einpflanzen mit einer Rindenmulchschicht ab.
Bewaesserung
Im ersten Vegetationsjahr nach der Pflanzung ist regelmaessiges Giessen unverzichtbar, damit das Wurzelsystem gut einwachsen kann. Bei trockenem, warmem Wetter zweimal woechentlich gruendlich giessen, sodass das Wasser mindestens 20 cm tief eindringt. Ist die Pflanze ab dem zweiten Jahr gut eingewurzelt, vertraegt sie Trockenheit recht gut und braucht ergaenzende Bewaesserung nur waehrend laengerer Trockenperioden im Sommer.
In heissen Sommern ist ein tiefes Giessen einmal pro Woche besser als taeglich kleine Mengen. Ein Tropfsystem oder Sickerschlauch an der Pflanzenbasis ist ideal; Beregnung ueber das Laub sollte vermieden werden, da dauerhaft nasses Laub Pilzblattflecken foerdert. Im Winter benoetigen eingepflanzte Exemplare keine zusaetzliche Bewaesserung, solange der Boden nicht voellig austrocknet.
Rueckschnitt
Pittosporum viridiflorum vertraegt den Rueckschnitt gut und laesst sich problemlos in Form halten. Der beste Zeitpunkt fuer den jaehrlichen Hauptschnitt ist unmittelbar nach der Bluete im Juni oder Juli, damit die Pflanze den Rest der Vegetationsperiode nutzen kann, um neue Triebe zu bilden, die im naechsten Jahr wieder bluehen. Entfernen Sie abgestorbene, sich kreuzende oder zu dichte Aeste und kuerzen Sie die aeusseren Triebspitzen um 10-15 cm, um eine dichtere Verzweigung zu foerdern.
Fuer einen buschigen, runden Wuchs sorgt ein leichter Formschnitt zwei- bis dreimal jaehrlich. Fuer einen baumartigen Wuchs mit freigestelltem Stamm lassen Sie den Mittelstamm frei wachsen und entfernen die unteren Seitenaste graduell ueber mehrere Jahre. Vermeiden Sie den Rueckschnitt von November bis Maerz, da Schnittwunden im Winter frostempfindlich sind. Als informelle Hecke pflanzen Sie die Exemplare im Abstand von 80-100 cm.
Wartungskalender
Maerz: Winterschutz entfernen. Frostgeschaedigte Triebe bis ins gesunde Holz zurueckschneiden. Bei Chlorosesymptomen Eisenchelat-Duenger ausbringen.
April-Mai: Erste Wachstumstriebe erscheinen, Knospung beginnt. Nicht schneiden. Bei trockenem Boden giessen. Reifen Kompost als Mulchschicht um den Stamm herum ausbringen.
Juni-Juli: Hochbluete. Nach dem Verblassen den Hauptschnitt durchfuehren. Zu lange Triebe knapp ueber einem Blattknoten kuerzen.
August: Fruchtkapeln werden sichtbar. Bewaesserung reduzieren. Keine stickstoffreichen Duenger mehr geben.
September-Oktober: Fruechte faerben sich orange. Mulchschicht auf 10-15 cm Dicke erneuern. Jungpflanzen bei Frostankuendigung mit Gartenvlies schuetzen.
November-Februar: Minimale Pflege. Keine Bewaesserung ausser bei anhaltender Trockenheit. Kein Rueckschnitt. Jungpflanzen bei langanhaltendem Frost unter -5 Grad Celsius mit Schutzhaube versehen.
Winterhaerte
Pittosporum viridiflorum ist maessig winterhart und toleriert Temperaturen bis etwa -8 bis -10 Grad Celsius unter guenstigen Bedingungen. Dies entspricht den USDA-Haertezonen 8b-9. In den milden maritimen Klimaregionen Deutschlands, etwa am Oberrhein, in der Koeiner Bucht und im Rheinland, ist eine Freilandkultur in den meisten Wintern moeglich, besonders wenn die Pflanze an einer warmen Mauer steht.
Die Winterhaerte ist groesser als der tropische Ursprung vermuten laesst, da die Art in ihrem Heimatgebiet auch auf Berghaengen bis 2.000 Meter in Ostafrika waechst, wo Nachtfroste keine Seltenheit sind. Etablierte Pflanzen in warmen Stadtgaerten in Koeln, Mainz oder Freiburg ueberstehen den Winter in der Regel ohne Zusatzschutz. In kontinentaleren Lagen mit laengeren Kaelteperioden ist das Abdecken der Wurzelzone mit Mulch und der Schutz der Krone mit Vlies bei anhaltendem Frost ratsam. Kuebelexemplare kommen in einen kuehl-hellen, frostfreien Ueberwinterungsraum.
Begleitpflanzen
Der Kap-Klebsame harmoniert hervorragend mit anderen maessig frostempfindlichen immergruenen Gehoelzen mit aehnlichen Standortanspruechen. Gute Begleitpflanzen sind:
- Choisya ternata (Mexikanische Orangenbluete): aehnlicher suesslicher Duft und Blutezeit, ideal fuer eine duftende Rabatte.
- Cordyline australis (Keulenlilie): aufrechte, architektonische Form kontrastiert mit dem runden Wuchs des Pittosporums.
- Phormium tenax (Neuseelaendischer Flachs): breite, aufrechte Schwerter liefern strukturellen Kontrast.
- Laurus nobilis (Lorbeerbaum): gleichfalls immergruen und waermebedurftig, zusammen fuer hohe Sichtschutzwande geeignet.
- Camellia japonica: blueht frueher in der Saison und bevorzugt aehnliche saure bis neutrale, gut draenierte Boeden.
Pflanzen Sie Pittosporum viridiflorum mit mindestens 150 cm Abstand zu anderen grossen Gehoelzen. Weitere Pflanzenkombinationen und Gartengestaltungsideen finden Sie auf [gardenworld.app](https://gardenworld.app/de/pflanzen).
Fazit
Pittosporum viridiflorum ist ein unterschaetztes Juwel fuer Gartenliebhaber in milden gemaeissigten Klimaregionen, die etwas ausserhalb der ueblichen Gehoelzsortimente suchen. Die Kombination aus ganzjaehrig glaenzendem Laub, intensiv duftenden Spaetruehlingsbluten und dekorativen orangen Herbstfruechten macht ihn zu einem lohnenden Drei-Jahreszeiten-Schaugeholz. Geben Sie ihm einen warmen, gut drainagen Standort, schuetzen Sie Jungpflanzen die ersten Winter und Sie werden mit einem markanten, ansehnlichen Strauch belohnt, der Bestaeubungsinsekten anzieht und jedem Garten eine exotische Note verleiht.
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