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Phlomis herba-venti mit violett-rosa Blueten in Scheinquirlen entlang der Stengel an einem sonnigen mediterranen Standort
Lamiaceae7. Juni 202612 min

Windkraut (Phlomis herba-venti): kompletter Ratgeber

Phlomis herba-venti

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Allgemeiner Ueberblick

Phlomis herba-venti, auf Deutsch als 'Brandkraut' oder 'Windkraut' bekannt, ist eine auffallige ausdauernde Staude aus der Familie der Lippenbluetler (Lamiaceae). Der Artname bedeutet wortlich 'Windkraut' und verweist auf die offenen, windigen Kalkhangee und Ackerraender, auf denen die Pflanze in ihrer Heimat gedeiht. Linne beschrieb die Art bereits 1753 in seinem Species Plantarum. Das natuerliche Verbreitungsgebiet ist enorm: Es erstreckt sich von Marokko und Portugal im Westen ueber das gesamte Mittelmeergebiet, den Balkan, den Kaukasus und den Iran bis nach Kasachstan und Turkmenistan. Im Garten ist das Windkraut eine der zuverlaessigsten und trockenheitsresistentesten mediterranen Stauden fuer helle, warme Beete. Auf gardenworld.app finden Sie Gartengestaltungskonzepte, die strukturgebende mediterrane Stauden wie das Windkraut in attraktive, pflegeleichte Pflanzungen integrieren.

Die Gattung Phlomis umfasst weltweit rund 100 Arten, von denen die meisten im Mittelmeerraum und im Nahen Osten beheimatet sind. Verwandte Gartenarten sind Phlomis fruticosa (das Jerusalemer Salbeistrauchchen mit gelben Blueten), Phlomis russeliana und Phlomis lychnitis. Das verbindende Merkmal aller Phlomis-Arten ist die Anordnung der Blueten in dichten Scheinquirlen - charakteristische Wirtelstockwerke entlang der viereckigen, fuer Lippenbluetler typischen Stengel.

Aussehen und Bluetezyklus

Phlomis herba-venti bildet eine aufrechte, luftige Staude von 30 bis 80 cm Hoehe. Die Stengel sind vierkantig und leicht behaart - ein typisches Merkmal der Lippenbluetler. Die Blaetter sind lanzettlich bis oval-lanzettlich, graugruen bis olivgruen, auf der Oberseite rau behaart und auf der Unterseite weich weissgrau gefilzt. Dieses zweifarbige Blatt ist auch ausserhalb der Bluezeit dekorativ. Die Blueten sind violett bis lila-rosa und stehen in Scheinquirlen von 6 bis 20 Blueten, die in zwei bis sechs Stockwerken entlang des Stengels angeordnet sind. Jede Blute hat den charakteristischen zweilippigen Bau der Lamiaceen, mit einer helmfoermigen Oberlippe und einer dreilappigen Unterlippe, in einem satten Mauveton. Die Bluezeit erstreckt sich von Mai bis Juli, mit einem Hoeepunkt im Juni. Nach dem Verblueehen bleiben die papierartigen Kelchquirle dekorativ an den Stengeln - eine elegante Winterstruktur, die an andere Phlomis-Arten erinnert.

Idealer Standort

Volle Sonne ist fuer Phlomis herba-venti unverzichtbar. Die Pflanze stammt von offenen, windgepeitschten Kalkhalden und trockenen Ackerraendern und benoetigt ungehindertes Licht. Im Garten waehlen Sie einen suedlichen oder suedwestlichen Standort, moeglichst geschuetzt vor kalten Nordostwinden. Mediterrane Beete, Kiesgarteen, trockene Boeschungen, Hochbeete und Kalksteingarteen sind die besten Standorte. Die Pflanze bevorzugt einen pH von 7,5 bis 8 (leicht alkalisch bis basisch), was ihren Kalkboeden in der Heimat entspricht. Schattige, kuhle oder dauerhaft feuchte Lagen sind ungeeignet.

Boden

Der ideale Boden ist naehrstoffarm bis massig nahrstoffreich, kalkhaltig, sehr gut durchlaessig und trocken bis massig feucht. Reiche, schwere Boeden foerdern uppiges vegetatives Wachstum auf Kosten der Bluetenfreudigkeit und erhoehen die Anfaelligkeit fuer Winterfaule. Ein Gemisch aus normaler Gartenerde und einem Drittel grobem Kies ergibt eine gute Durchlaessigkeit. Der pH-Wert sollte zwischen 7,5 und 8 liegen. Schwere Ton- und Staunasselagen sind ungeeignet. Beim Pflanzen in schwere Erde reichlich Kies in das Pflanzloch einmischen, um die Drainage zu verbessern.

Bewaesserung

Einmal eingewurzelt, ist Phlomis herba-venti stark trockentolerant. In norddeutschen Gaerten kommen gestandene Exemplare mit dem Regenfall allein aus. Waehrend der Einwurzelungsphase im ersten Standjahr massig giessen, um die Wurzeln zum Tiefenwachstum zu animieren. Spaeter genuegt ein durchdringendes Giessen waehrend laengerer Sommer-Trockenheitsperioden, etwa ein- bis zweimal im Monat. Uebermaessiges Giessen und kalte, nasse Wurzeln im Winter sind die Hauptursachen fuer Ausfaelle. Vermeiden Sie das Giessen ueber das Laub: die gefilzte Blattoberflaeche haelt Feuchtigkeit zurueck und kann Pilzkrankheiten foerdern.

Rueckschnitt

Nach der Hauptbluete im Sommer genueegt ein leichter Rueckschnitt. Schneiden Sie die verbluhten Stengel bis zum ersten gesunden Bluetenstockwerk oder auf halbe Hoehe zurueck, um die Kompaktheit zu erhalten und eine bescheidene Zweitbluete anzuregen. Im Fruehling, wenn die neuen Austriebe am Fuss der Pflanze sichtbar werden (ublicherweise im Maerz oder April), entfernen Sie die abgestorbenen Stengel des Vorjahres. Ein radikaler Bodenschnitt ist fuer etablierte Exemplare nicht notwendig und wegen der leicht verholzenden Basis auch nicht empfehlenswert. Zu weit auseinander gewachsene, altere Pflanzen koennen im fruehen Fruehling starker zurueckgeschnitten werden, um neue Grundtriebe anzuregen.

Pflegekalender

Maerz bis April: abgestorbene Stengel des Vorjahres entfernen; neue Grundtriebe erscheinen. Mai: erste Blueten oeffnen sich, ublicherweise in der ersten Monatshaelfte. Juni: Hoehepunkt der Bluezeit, minimaler Pflegeaufwand. Juli: verbluhte Stengel nach der Hauptblute zurueckschneiden. August bis September: Ruhephase; die trockenen Kelchquirle sind dekorativ. Oktober bis Februar: Winterruhe; in extrem kalten Wintern auf Frostschaeden achten.

Winterhaerte

Fuer eine mediterrane Staude ist Phlomis herba-venti bemerkenswert frosthart. Sie vertraegt USDA-Zone-6-bis-7-Bedingungen (bis ca. -18 Grad Celsius) bei ausgezeichneter Drainage. In deutschen, oesterreichischen und schweizerischen Gaerten ueberwintert sie an gut geschuetzten, suedexponierten Standorten problemlos. Die Kombination aus Kaelte und Naesse ist die eigentliche Gefahr: ein nasser, gefrorener Wurzelhals fuehrt zur Faeulnis. Ein Kiesbelag um den Wurzelhals halt ueberschussige Feuchtigkeit fern. In sehr kalten Lagen schuetzt ein trockener Strohdecke oder Tannenzweige. OBI und Hornbach fuhren haeufig Phlomis-Arten im Staudenregal der Mediterran-Pflanzenabteilung. Die Wuchsdaten belegen eine Praeferenz fuer Luftfeuchtigkeitsklasse 3 (trocken) und einen Lichtwert von 8 (sehr sonnig), was die Gartenanspruuche bestaetig.

Begleitpflanzen

Phlomis herba-venti harmoniert mit anderen trockenheitstoleranten Stauden. Salvia nemorosa und Salvia officinalis gehoeren zur gleichen Familie und haben dieselben kulturellen Ansprueche. Lavandula angustifolia (Echter Lavendel) schafft eine aromatische, bienenfreundliche Begleitung. Stachys byzantina (Wollziest) spiegelt das filzige Laub. Eryngium-Arten (Mannstreu) setzen metallische Blauakzente. Achillea (Schafgarbe) bringt flache gelbe oder cremefarbene Bluetenkoepfe. Als Bodendecker zwischen den Stauden eignen sich Thymus-Arten (Thymian) und Teucrium chamaedrys (Gamander). Besuchen Sie gardenworld.app fuer fertige Pflanzplaene mediterraner Beete, die alle diese trockenheitstoleranten Arten stimmig zusammenfuhren.

Abschliessende Betrachtung

Phlomis herba-venti - das Windkraut - ist eine mediterrane Staude von echtem gartengestalterischem Wert, die nach richtiger Platzierung kaum Pflege braucht. Ihre quirlstaendigen Purpurblueten, das zweifarbige Filzlaub, die dekorativen Winterstengel und die ausgepragte Trockentoleranz machen sie zu einer der lohnendsten Wahlen fuer sonnige, trockene Beete. Sie altert wuerdevoll: jede Saison verfestigt ihren Charakter, und die papierenen Winterquirle geben dem Beet noch in der kalten Jahreszeit Kontur.

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