Colorado-Wunderblume: kompletter Ratgeber
Mirabilis multiflora
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Steckbrief
Mirabilis multiflora, auf Deutsch Colorado-Wunderblume oder Vielblumige Wunderblume, ist eine beeindruckende Staude aus der Familie der Wunderblumengewachse (Nyctaginaceae). Heimisch im Sudwesten der USA und Nordmexiko - Arizona, Kalifornien, Colorado, Nevada, New Mexico, Texas und Utah - wachst sie naturlich auf felsigen Hangen, in trockenen Schluchten und auf armen, sandigen Boden. Ihre aussergewohnliche Trockenheitsresistenz und ihre uberwaeltigende Blutenfulle machen sie zu einer der beeindruckendsten Trockenpflanzen fur sonnige Garten. Auf gardenworld.app finden Sie Gestaltungsideen fur abendfreundliche Garten mit spektakularen Stauden wie dieser.
Der Name Wunderblume bezieht sich auf die fur Mirabilis typische Eigenschaft: Die Bluten offnen sich erst am spaten Nachmittag, gegen 16 bis 17 Uhr, und schliessen sich am Morgen wieder. Mirabilis multiflora unterscheidet sich von der bekannteren Mirabilis jalapa (Gemeine Wunderblume) durch ihre wesentlich groessere Hohe, ihr tiefes Wurzelsystem und ihre noch reichhaltigere Blute.
Erscheinungsbild und Blutezeit
Mirabilis multiflora ist eine echte Staude, die sich jeden Fruhjahr aus einem grossen Knollenrhizom erneuert. Die Stangel sind zahlreich, leicht verzweigt und bilden zusammen ein breites, kuppenformiges Polster von 60 bis 90 cm Hohe und bis zu 150 cm Durchmesser. Die Stangel sind leicht klebrig. Die Blatter sind breit herzformig bis dreieckig, mittelgrun und durch Driisenhaare leicht klebrig.
Die Bluten sind trichterformig, leuchtend magenta-rosa bis tiefroten-violett, und werden von Ende Mai bis September in uberwaeltigender Fulle produziert. Jede Blute misst etwa 3 cm und offnet sich am spaten Nachmittag. Sie verbreiten einen leichten, sussen Duft, der Nachtfalter, Schwarmfliegen sowie Hummeln und Bienen anzieht. Die Insektenfreundlichkeit ist bemerkenswert.
Idealer Standort
Colorado-Wunderblume gedeiht am besten in voller Sonne bis zu leichtem Halbschatten. In ihrer Heimat bewohnt sie offene, sonnenexponierte Hange und Trockengrasflachen. Im Garten bleibt sie mit mindestens funf bis sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag am blutenwilligsten. In sehr heissen Klimazonen vertragt sie leichten Nachmittagsschatten.
Sie eignet sich hervorragend als Solitarstaude in einem sonnigen Staudenbeet, in einem Steingarten, auf einem trockenen Hang oder in einem Xeriscape-Garten. Ihr breiter, kuppelformiger Wuchs macht sie zu einer attraktiven Strukturstaude. Ausreichend Platz bei der Pflanzung einplanen - ein ausgewachsenes Exemplar kann leicht 150 cm Durchmesser erreichen.
Boden
Mirabilis multiflora stellt nur geringe Anspruche an den Boden. Sie wachst auf sandigen, steinigen und sehr armen Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 8,5 und vertragt sowohl leicht saure als auch leicht alkalische Bedingungen. Das einzige absolute Erfordernis ist ein ausgezeichnetes Drainage-Vermogen. Staunasse, besonders im Winter, fuhrt zur Faulnis des Knollenrhizoms. Auf nahrstoffreichen Boden produziert die Pflanze uppiges Laub auf Kosten der Blute. Schwere Tonboden vor der Pflanzung mit grobem Sand verbessern.
Bewasserung
Einmal gut eingewurzelt, ist die Colorado-Wunderblume dank ihres grossen, wasserspeichernden Knollenrhizoms ausserordentlich trockenheitsresistent. Jungpflanzen benotigen im ersten Jahr jedoch regelmasigere Wassergaben bis zur vollstandigen Wurzelentwicklung.
Im ersten Sommer alle ein bis zwei Wochen giessen und den Boden dazwischen gut abtrocknen lassen. Etablierte Pflanzen im Freiland benotigen bei ausreichend Sommerregen kaum zusatzliche Bewasserung. Bei anhaltender Hitze und Trockenheit genugt alle zwei bis drei Wochen eine tiefe Wassergabe. Uberwasserung ist die haufigste Fehlerquelle - das Knollenrhizom ist bei dauerhaft feuchten Bedingungen faulnisgefahrdet.
Schnitt
Die Staude erfordert minimalen Schnitt. Nach dem ersten harten Frost sterben die oberirdischen Teile ab und konnen auf Bodenniveau zuruckgeschnitten werden. Das ist der einzige wirklich notwendige Schnitt. Das Knollenrhizom uberwintert unterirdisch und treibt im Fruhjahr neu aus.
Wahrend der Vegetationszeit konnen zu lange Triebe leicht eingekurzt werden, um einen kompakteren Wuchs zu erzielen, obwohl dies selten notwendig ist. Der naturlich gerundete, kuppenformige Wuchs bedarf keiner besonderen Formgebung. Die Stangel stehen lassen, bis der Frost sie abtotet - sie bieten dem Rhizom zusatzlichen Schutz.
Pflegekalender
Januar-Februar: Rhizom in Ruhe; keine Massnahmen erforderlich. Marz: erste Triebe erscheinen; Mulch entfernen, damit der Boden sich erwarmt. April: Wachstum nimmt Fahrt auf; bei Bedarf leichter Ausgeglichener Dunger. Mai-Juni: erste Bluten erscheinen; rasche Volumenentwicklung beobachten. Juli-August: Blutehoehepunkt; abendliche Blute geniessen. September: Blute setzt sich fort; Samen reifen. Oktober: Triebe nach dem ersten harten Frost zuruckschneiden. November-Dezember: Rhizom in Ruhe; in kalten Regionen zusatzlichen Mulch aufbringen.
Winterharte
Mirabilis multiflora ist in den USDA-Zonen 5 bis 9 winterhart und vertragt Mindesttemperaturen von bis zu -28°C in den kaltesten Zonen. Das grosse, tief eingewurzelte Knollenrhizom bietet erheblichen Frostschutz. In europaischen Garten der Zonen 8 und 9 uberwintert sie gut in gutdrainiertem Boden. Ein dicker Mulch aus Stroh, Laub oder Rindenschnitzeln bietet zusatzlichen Schutz bei Kaltephasen. In schweren Tonboden empfiehlt es sich, das Rhizom im November auszugraben, trocken und frostfrei zu lagern und im April wieder einzupflanzen. Auf gardenworld.app finden Sie praktische Tipps zur Uberwinterung knolliger Stauden in Ihrer Klimazone.
Kombinationspflanzen
Colorado-Wunderblume lasst sich wunderschon in trockenheitsvertragliche Pflanzungen integrieren. Salvia-Arten in Blau, Violett oder Weiss schaffen elegante Farbharmonien mit den Magentabluten. Agastache in Orange oder Gelb bietet warmen Kontrast. Echinacea purpurea und Gaillardia bringen lebhafte Warmetone. Fur eine naturalistische Trockenpflanzung im Prariestil mit Yucca, Agave, Penstemon und Ziergraesern wie Nassella tenuissima ist sie ideal. Calylophus und Oenothera eignen sich gut als Vordergrundstauden.
Fazit
Mirabilis multiflora ist eine der spektakularsten trockenheitsvertraglichen Stauden fur den warmen, sonnigen Garten. Ihr abendliches Blutenschauspiel - ein plotzlicher Ausbruch leuchtender Magentabluten im Abendlicht - ist unter Trockenstauden kaum zu ubertreffen. Kombiniert mit ihrer Robustheit, ihrer Trockenheitsresistenz und ihrem Wert fur Insekten verdient die Colorado-Wunderblume in jedem Xeriscape- oder Trockengarten einen zentralen Platz.
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