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Micranthes stellaris, Sternsteinbrech, mit weissen sternformigen Bluten uber grunen Rosetten
Saxifragaceae7. Juni 202612 min

Sternsteinbrech: kompletter Ratgeber

Micranthes stellaris

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Allgemeine Beschreibung

Der Sternsteinbrech (Micranthes stellaris (L.) Galasso, Banfi & Soldano) ist eine kompakte Felsenpflanze aus der Familie der Steinbrechgewachse (Saxifragaceae). Bis 2005 wurde sie unter dem Namen Saxifraga stellaris L. gefuhrt und in das Genus Saxifraga eingeordnet. Nach molekularen Untersuchungen durch Galasso, Banfi und Soldano erfolgte die Umgruppierung in das nahverwandte Genus Micranthes.

Der Artname 'stellaris' bezeichnet die sternformigen Bluten: funf schmale weisse Kronblatter umgeben rote Griffel und gelbe Antheren. Auf Schwedisch heisst sie 'stjarnbracka', auf Franzosisch 'saxifrage etoilee'. Das naturliche Verbreitungsgebiet umfasst Nordeuropa, die Alpen, Teile Nordosteuropas und subarktisches Nordamerika (Labrador, Quebec, Nunavut, Gronland). In Deutschland ist sie in den Bayerischen Alpen und anderen Hochgebirgsregionen heimisch. Gartengestaltungsideen fur feuchte Schattenpartien, in denen diese Art hervorragend gedeiht, finden Sie auf gardenworld.app.

Aussehen und Blutezeit

Der Sternsteinbrech bildet kompakte Rosetten von 5 bis 15 cm Hohe. Die Blatter sind oval bis spatelformig, leicht lederartig, gezahnt und mittel- bis dunkelgrun. Die Blattspitzen und Rander sind manchmal rotlich gefarbt.

Von Juni bis August erscheinen schlanke Blutenstiele von 10 bis 25 cm Hohe. Die Stiele sind rosarosa bis rotlich und im oberen Bereich verzweigt, wobei jede Gabel in einem kleinen Buschel von funf bis zehn Bluten endet. Jede einzelne Blute ist sternformig, weiss mit roten Griffeln und gelben Antheren, 8 bis 12 mm im Durchmesser. Die Kronblatter sind schmal und deutlich voneinander getrennt. Die Bluten ziehen kleine Schwebefliegen, Solitarbienen und Schmetterlinge an. Die Pflanze vermehrt sich auch vegetativ uber kurze Auslaufer und Seitenrosetten.

Idealer Standort

Der Sternsteinbrech ist eine Pflanze kuhler, feuchter, nordseitig exponierter Felsrander, Gebirgsbache und nasser alpiner Rasen. Im Garten gedeiht er am besten an einem halbschattigen bis voll schattigen Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Besonders geeignet sind:

  • Der feuchte Rand eines Gartenteichs oder Bachlaufs (Nordseite)
  • Eine schattige Felsspalte oder Mauerfuge mit standig sickerndem Wasser
  • Ein eingesenktes Beet oder ein nordseitiger Container an einem kuhlen Platz
  • Ein Alpinum mit gleichmasig kuhlen, feuchten Bedingungen

Die Pflanze vertragt weder Trockenheit noch volle Sonne in warmen Lagen. Hitze ist ihr grosster Feind. Im kuhlen, ozeanischen Klima Nordwesteuropas ist sie leichter zu halten als in kontinentalen Regionen, sofern der Standort kons tant kohl und feucht bleibt. Auf gardenworld.app finden Sie Gartengestaltungskonzepte fur naturnahe Schattengarten, die zeigen, wie der Sternsteinbrech mit anderen feuchteliebenden Stauden kombiniert werden kann.

Boden

Der Sternsteinbrech stellt klare Bodenanspruche. Er wachst von Natur aus auf sauren bis leicht sauren, humusreichen Felssubstraten (pH 6,5 bis 7,0) mit konstantem Wasserangebot. Er ist kalkfeindlich (calcifug) und meidet kalkreiche Boden. Ein geeignetes Substrat besteht aus zwei Teilen saurer Lauberde oder Wald komposterde, einem Teil feinem Kies oder Schiefergrus und einem Teil Flusssand.

Konstante Feuchtigkeit in der Wurzelzone ist unabdingbar, aber Staunasse muss vermieden werden. Stickstoffreiche Dunger sind zu meiden, da sie die Rosetten zu gross und locker werden lassen.

Bewasserung

Konstante Bodenfeuchtigkeit ist das Wichtigste bei der Kultur des Sternsteinbrechs. Er vertragt niemals eine vollstandige Austrocknung der Wurzelzone. Im Garten bedeutet dies regelmasiges Giessen, besonders in trockenen Sommerphasen. Verwenden Sie weiches Wasser (Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser), um eine pH-Erhohung des Bodens zu vermeiden. Bei Topfkultur ist im Sommer tagliches Giessen notig. In Wintern mit trockenem Frost eine leichte Bodenfeuchtigkeit aufrechterhalten.

Schnitt

Der Pflegeaufwand ist minimal. Entfernen Sie verblunte Blutenstiele nach der Blute im Juli und August. Entfernen Sie gelegentlich beschadigte oder veraltete Aussenblatter der Rosetten. Die Pflanze vermehrt sich selbst durch Seitenrosetten an kurzen Auslaufern, die Sie im Fruhling oder Herbst vorsichtig abtrennen und umpflanzen konnen. So entsteht schnell eine schone, niedrige Flache aus Sternsteinbrech. Bei OBI oder Hornbach finden Sie geeignete Gartensubstrate fur feuchte Steingartenanlagen.

Pflegekalender

Januar-Februar: Ruhezeit. Bei strengem Frost leicht mit Kiefernnadeln abdecken. Luftzirkulation notwendig.

Marz-April: Neue Blatter treiben aus. Winterschutz entfernen. Seitenrosetten abteilen und umpflanzen.

Mai-Juni: Rasches Wachstum. Konstante Feuchtigkeit sicherstellen. Erste Blutenstiele ab Ende Mai.

Juli-August: Volle Blute. Verblunte Stiele zeitnah entfernen.

September: Neue Seitenrosetten entstehen. Idealer Teilungs- und Pflanzzeitraum.

Oktober-November: Wachstumsabnahme. Leichte Mulchschicht aus Kompost oder Kiefernnadeln.

Dezember: Ruhephase. Leichte Bodenfeuchtigkeit bei Frostfreiheit aufrechterhalten.

Winterharte

Der Sternsteinbrech ist sehr winterhart (USDA-Zonen 3 bis 6). Als Bewohnerin subarktischer und alpiner Regionen - von Gronland und Island bis nach Nordnorwegen und in die Alpen - widersteht sie strengen Frostereignissen und langer Schneebedeckung problemlos. In den Wintern Deutschlands, der Niederlande und Belgiens ist sie vollig zuverlassig. Die grosste Wintergefahr ist nicht der Frost selbst, sondern trockener, eisiger Wind in Kombination mit gefrorenem Boden, der die Rosetten austrocknet. Ein geschutzter Standort oder eine leichte Abdeckung mit Kiefernnadeln genugt als Schutz vollstandig.

Begleitpflanzen

Hervorragende Kombinationen bieten sich mit anderen feuchtigkeitsliebenden und schattenvertragenden Pflanzen an: die Gelbe Alpensteinsbreche (Saxifraga aizoides), kleines Kriechender Leberkraut (Pratia pedunculata), Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum), Wasserminze (Mentha aquatica), Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis). Am Teichrand schafft der Sternsteinbrech ein naturlich wirkendes, delikates Vegetationsbild. Vermeiden Sie Kombinationen mit trockenheitstoleranten Mittelmeer- oder Steppenpflanzen.

Fazit

Der Sternsteinbrech ist eine kleine, aber elegant erscheinende Pflanze fur den kuhlen, feuchten Gartenbereich. Seine weissen, sternformigen Bluten von Juni bis August uber kompakten grunen Rosetten sind ein feiner Sommerblickfang, besonders an Teichrandern und in schattigen Steingartenanlagen. Er ist robust, bis in arktische Klimazonen frosttolerant und benotigt nur konstante Bodenfeuchte und Schutz vor starker Sommersonne. Entdecken Sie auf gardenworld.app Gartengestaltungen, die Ihnen zeigen, wie Sie diese und andere besondere kleine Stauden optimal einsetzen konnen.

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