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Lepidium nitidum - glanzende Kresse mit leuchtenden Schrotchen
Brassicaceae8. Juni 202612 min

Glanzende Kresse (Lepidium nitidum): kompletter Ratgeber

Lepidium nitidum

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Allgemeine Beschreibung

Lepidium nitidum, auf Englisch 'shining pepperweed' oder 'shining pepperwort' genannt, ist ein ein- oder zweijahrig wachsendes Kraut aus der Familie der Kreuzblutler (Brassicaceae). Die Art wurde 1838 von Nuttall beschrieben und ist nativ an der Westkuste Nordamerikas verbreitet - von Washington und Oregon uber Kalifornien bis nach Baja California und zu den mexikanischen Pazifikinseln. Bemerkenswert ist ihr zusatzliches Vorkommen in Zentral- und Sudchile, was ihr eine ungewohnlich grosse Verbreitung fur eine einjahrige Art verleiht. Der Artname 'nitidum' bedeutet auf Lateinisch 'glanzend' oder 'blinkend' - eine Anspielung auf die auffallend glanzende Oberflache der reifen Schrotchen, dem charakteristischsten Merkmal dieser Art. Als vorwiegend kustenbewohnende Pflanze besteht sie offene, grasige Lebensraume, Feldraine und gestorte Boden in Meernähe. Gartengestaltungsideen fur naturalistische Kustenplanungen finden sich auf gardenworld.app.

Aussehen und Bluhzyklus

Die glanzende Kresse bildet eine etwas ausladende Pflanze von 10 bis 35 cm Hohe, mit mehreren aufsteigenden Stangeln aus einer Grundrosette heraus - eine Wuchsform, die ihr ein etwas buschigeres Aussehen verleiht als manchen Verwandten. Die Blatter variieren in ihrer Form: Die untersten sind gestielt und tief fiederteilig, wahrend die oberen Stengelblatter schmaler und weniger gelappt sind und den Stangel teilweise umfassen. Die Blattoberseitten der oberen Blatter weisen im Sonnenlicht einen leichten Lackglanz auf. Die Bluten sind klein, weiss und vierblatterig, in verlangernden Endtrauben angeordnet. Die Blute fallt in den Zeitraum Februar bis Mai, je nach Hohenlage und Kustenklima. Das unverwechselbare Merkmal dieser Art sind die Schrotchen - die kleinen Fruchtchen von 3 bis 5 mm - die nach der Blute entstehen. Im Unterschied zu den behaarten Schrotchen von Lepidium lasiocarpum sind die Schrotchen von L. nitidum glatt und auffallend glanzig, was die fruchtende Pflanze zu einem visuell ansprechenden Objekt macht. Die Samen werden im Spatsommer durch Wind oder Tierkontakt gestreut.

Idealer Standort

Die Art gedeiht am besten an offenen bis leicht halbschattigen Platzen mit guter Luftzirkulation. In ihrer naturlichen Kustenheimat wachst sie auf grasigen Hangen, sandigen Flachstucken, Feldrandern und auf gestortem Boden, oft in windexponierten Lagen. Sie ist gut angepasst an milde, feuchte Winter und trockene Sommer wie sie an der Kuste von Kalifornien und Oregon vorherrschen. Im Garten eignet sie sich fur naturalistische Beete, Kiesgarten, offene Rasenbereiche und Kustensteingarten. Sie toleriert leichten Halbschatten besser als die meisten Lepidium-Arten, blut aber am reichlichsten in voller Sonne. Die USDA-Zonen 7 bis 10 beschreiben den Bereich, in dem die Art als selbst aussaende Dauererscheinung kultiviert werden kann.

Boden

Lepidium nitidum bevorzugt durchlassige, leicht saure bis neutrale Boden mit einem pH-Wert von 5,3 bis 7,5. In der Natur wachst sie auf sandigen Kustenlebmen und gelegentlich auf leicht tonigen Boden, sofern die Drainage ausreichend ist. Schwere Lehmsubstrate, die Staunasse fordern, sind ungeeignet und fuhren rasch zu Wurzelfaulnis. Das Untermischen von grobem Sand oder feinem Kies in schwerere Gartenerde verbessert die Drainage erheblich. Die Art ist nahrstoffanspruchslos und gedeiht gut auf mageren Boden; uberdungte Beete fuhren zu weichem, wenigem belastbarem Wuchs.

Bewasserung

Einmal etabliert, ist die Pflanze massig trockenheitstolerant, hat aber etwas hohere Wasseranspruche als die trockensten Lepidium-Arten, was ihren Ursprung im feuchteren Kustenklima des Pazifiks widerspiegelt. In der Keimungsphase und im Jungpflanzenstadium sind regelmasige, masvolle Wassergaben wichtig. Ausgewachsene Pflanzen uberstehen Trockenperioden schadlos, bluten aber reichlicher, wenn der Boden nicht vollstandig austrocknet. Im Mediterranklima mit trockenen Sommern reicht ein wochentliches bis zweiwochentliches Giessen wahrend der Blute. Staunasse und wassergesattigte Boden mussen stets vermieden werden.

Schnitt

Als einjahrige oder zweijahrige Pflanze beendet Lepidium nitidum ihren Lebenszyklus nach der Samenreife auf naturliche Weise. Ein herkommlicher Ruckschnitt ist nicht erforderlich. Wer eine zu starke Selbstaussaat verhindern mochte, kann die Fruchtstande kurz vor der vollstandigen Samenreife entfernen. Fur naturalistische Pflanzungen ist die freie Samenstreuung erstrebenswert und sichert einen jahrigen Wiederkehr. Die glanzing Schrotchen sind visuell attraktiv genug, um die Pflanze einen Grossteil des Sommers stehen zu lassen; vollstandig abgestorbene Stangel konnen spater bodennah entfernt werden.

Jahrespflegekalender

Januar - Februar: Saatbeet vorbereiten; Unkraut entfernen und Boden bei Bedarf mit Sand verbessern. Februar - Marz: Direktsaat auf Kustenstandorten; Samen an die Bodenoberflache drucken. Marz - Mai: Blutezeit; wenig Eingriffe notwendig. Mai - Juni: Schrotchen reifen und nehmen ihren charakteristischen Glanz an; Samen bei Bedarf ernten. Juli: Abgestorbene Stangel entfernen oder als leichten Mulch liegen lassen. August - September: eine zweite Generation kann bei fruhen Herbstregen an milden Kustenstandorten keimen. Oktober - November: In Zone 8 und warmer konnen gekeimte Rosetten erfolgreich uberwintern. Dezember: Ruheperiode; keine aktive Pflege notwendig.

Winterharte

Lepidium nitidum uberwintert als Einjahrige im Wesentlichen in Form von Samen. In den milden Kustenklimaten ihres Verbreitungsgebiets (USDA-Zonen 8 bis 10) kann sie sich wie eine Zweijahrige verhalten, wobei die frosttolerante Grundrosette den Winter ubersteht. In Zone 7 stirbt das oberirdische Gewebe beim ersten starkeren Frost ab, aber die Samen keimen im nachsten Fruhjahr zuverlassig nach. Fur kaltere Regionen eignet sie sich als Fruhjahrsannuelle, ausgesaat nach dem letzten Frost. Naturnahe Pflanzkonzepte, in denen selbstaussaende Einjahrige und Zweijahrige gezielt eingesetzt werden, zeigt gardenworld.app mit anschaulichen Beispielen.

Pflanzpartner

Die glanzende Kresse kombiniert sich naturlich mit anderen nativen Pflanzen der Westkuste Nordamerikas: Prarie-Kamaschen (Camassia leichtlinii, Camassia quamash) fur frische, gut durchlassige Standorte, Schachbrettblume (Sidalcea malviflora), niedrige Clarkia-Arten und kleine native Laucharten wie Allium unifolium. An trockneren Standorten harmoniert sie gut mit dem Kalifornischen Mohn (Eschscholzia californica) und Phacelia tanacetifolia. Ihre glanzenden Schrotchen bieten einen reizvollen Texturkontrast zum matten Laub trockenheitstoleranter Nachbarpflanzen.

Fazit

Lepidium nitidum ist eine wenig bekannte, aber wirklich eigenstandige Art, die mehr Aufmerksamkeit von Gartenfreunden verdient, die sich fur die native Flora der nordamerikanischen Westkuste interessieren. Ihre glanzig Schrotchen, die zahlreichen weissen Bluten und das selbstaussaende Verhalten machen sie zu einem verlasslichen Element naturnaher Pflanzungen. Pflegeleicht, zufrieden mit mageren Boden und bei passenden Verhaltnissen jahrlich wiederkehrend - ein stiller, aber wertvoller Beitrag zu jedem biodiversitatsorientierten Garten.

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