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Violette Blüten der Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus) in voller Blüte
Fabaceae10. April 202612 min

Knollen-Platterbse: vollständiger Ratgeber

Lathyrus tuberosus

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Überblick

Die Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus), auch Knollenlattich genannt, ist eine faszinierende Pflanze, die aus Gärten verschwunden war und nun ein Comeback bei Pflanzensammlern und Selbstversorgern erlebt. Dieses Mitglied der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) kommt natürlicherweise von Europa bis Sibirien und Iran vor. Die Pflanze zeichnet sich durch zwei außergewöhnliche Eigenschaften aus: wunderschöne violette Blüten und unterirdische, essbare Knollen mit süßlichem Geschmack - eine echte Nutzpflanze für den Garten.

Die Knollen-Platterbse wächst als Kletterkraut und erreicht je nach Stütze und Bedingungen 30–80 cm Höhe. Die Blütenstängel tragen bis zu zwölf violette Blüten, die viele Bienen und Schmetterlinge anziehen. Historisch eine häufige Nutzpflanze - die Knollen wurden geröstet und gegessen wie Nüsse oder in Suppen verwendet - ist die Knollenlattich mit dem Aufstieg synthetischer Dünger und der Einführung der Kartoffel weitgehend aus Gärten verschwunden. Mit gardenworld.app können Sie einen Gemüsegarten gestalten, in dem die Knollen-Platterbse neben anderen vergessenen Nutzpflanzen ihren Platz findet.

Aussehen und Blütezeit

Die Knollen-Platterbse hat einen schlanken Wuchs mit unregelmäßig gefiederten Blättern, deren Stiele in Ranken enden. Die Blättchen sind fein und elegant, 4–8 cm lang, und geben der Pflanze ein luftiges Aussehen. Blüten erscheinen von Mai bis Juli in dichten Trauben mit bis zu zwölf pro Blüteneinheit. Die Blüten sind leuchtend blauviolett bis violett, etwa 1,5 cm groß, mit klassischer Schmetterlingsblütenform: großes Obersegel, zwei Flügel und Kiel.

Nach der Blüte bilden sich flache Hülsen, aber der wahre Schatz liegt unter der Erde: die Knollen. Sie bilden sich an feinen Wurzeltrieben, sind etwa 1–2 cm im Durchmesser, glatt und bräunlich. Sie schmecken süß und leicht mandelhaltig - ganz anders als Kartoffeln. Die Pflanze hat einen eleganten, raffinierten Wuchs, der wunderbar an Spalier oder Gerüst wirkt.

Idealer Standort

Die Knollen-Platterbse bevorzugt Sonne bis Halbschatten. Pflanzen Sie sie an warmer, sonniger Stelle mit mindestens 4–6 Stunden direkter Sonne täglich. Dies fördert Blüte und Knollenbildung. Süd- oder Westmauer, erhöhtes warmes Beet oder Position an Gartenhütte sind ideal. Da die Pflanze klein bleibt und elegant klettert, passt sie perfekt an Spalier oder Fenster. Wind kann zarte Stängel beschädigen, wählen Sie also geschützte Lage.

Die Knollen-Platterbse gedeiht ausgezeichnet in Töpfen und Containern - Vorteil: bessere Kontrolle der Bodenbedingungen. Sie wächst auch im freien Land. Für sichere Ernte ist Anbau in Hochbeeten empfohlen.

Bodenanforderungen

Die Knollen-Platterbse ist nicht wählerisch, gedeiht aber am besten in gut drainiertem, mäßig fruchtbarem Boden. pH-Bereich 6,0–7,5 ist ideal. Als Schmetterlingsblütler kann die Pflanze Luftstickstoff über Wurzelknöllchen fixieren - zusätzliche Stickstoffdüngung ist unnötig; überschüssiger Stickstoff reduziert sogar Knollenbildung.

Arbeiten Sie vor dem Pflanzen organisches Material wie Kompost oder Laubmold ein, etwa 2–3 cm tief in die oberen 20 cm. Bei sehr lehmigem, schlecht drainiertem Boden verwenden Sie lieber Blumenerde - gute Drainage fördert Knollenbildung deutlich. Vermeiden Sie Staunässe, die im Winter bestehen bleibt.

Bewässerung

Die Knollen-Platterbse bevorzugt gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe. Gießen Sie während der Wachstumszeit (Mai–September) regelmäßig, aber stellen Sie sicher, dass Wasser ablaufen kann. Eine 2–3 cm Mulchschicht hilft Feuchte zu halten und Bodentemperatur auszugleichen. In trockenen, heißen Phasen zusätzlich gießen und auf Verwelkung achten.

Von Oktober bis April, wenn die Pflanze abstirbt und ruht, Bewässerung minimal. Für Fortbestand nur gerade knapp feucht halten.

Schnitt und Formung

Die Knollen-Platterbse bedarf keines klassischen Schnitts. Leiten Sie Kletterstängel einfach sanft an der Stütze nach oben. Im Frühjahr (März–April) totes oder beschädigtes Laub entfernen. Nach ersten Frösten (November) sterben Pflanzenteile ab - das ist normal. Knollen überleben unterirdisch und treiben im Frühjahr neu aus.

Pflege-Kalender

März–April: Stütze installieren. Gute Drainage sicherstellen. Optional dünne Bodenschicht auftragen (Kompost). Knollen auf Fäule prüfen.

Mai–Juli: Peak-Wachstum und Blüte. Regelmäßig gießen. Ranken vorsichtig hochleiten. Blüten und Bestäuber genießen.

August–September: Blüte endet. Weiter gießen, weniger häufig. Bodenfeuchtigkeit kontrollieren.

Oktober–November: Pflanze stirbt nach Frost ab. Knollen überwintern im Boden. Mit Blättern oder Stroh mulchen.

Dezember–Februar: Tiefe Ruhezeit. Drainage sichern. Bei nassen Wintern auf Knollenfäule achten.

Winterhärte

Die Knollen-Platterbse ist in Nord- und Mitteleuropa winterhart. Knollen ertragen Temperaturen bis etwa -15°C (USDA-Zone 5) in gut drainiertem Boden. In Töpfen erfordert Winterschutz mehr Aufmerksamkeit - Topf gegen Mauer oder unter Dachvorsprung oder mit Luftpolsterfolie isolieren.

In strengen Wintern (unter -20°C) können Sie Knollen vorsichtig ausgraben, in trockenen Sand in kühler Scheune lagern und im Frühjahr neupflanzen. So haben Sie bessere Kontrolle über Qualität.

Knollenernte und Verwendung

Die echte Belohnung kommt Herbst und Winter. Sobald Pflanze abstirbt (Oktober–November), können Sie graben. Hände oder Gabel - vorsichtig arbeiten, um Knollen nicht zu beschädigen. Sie haben braune Haut und sind glatt. Direkt zubereiten und essen.

Geschmack ist süß, leicht mandelartig und fein - ganz anders als Kartoffeln. Kochen, rösten, pürieren oder in Suppen geben. Roh in Salat auch gut. Ernte ergibt etwa 50–100 g Knollen pro Pflanze - nicht viel, aber exotischer Geschmack lohnt den Aufwand.

Auf gardenworld.app könnten Sie Gemüsegarten-Design mit weiteren alten Nutzpflanzen realisieren - Knollen-Platterbse, Schwarzwurzeln, Pastinaken und weitere historische Sorten.

Begleitpflanzen

Die Knollen-Platterbse klettert wunderbar mit anderen Blütenklimmern. Elegante Kombination: Knollen-Platterbse mit Prunkwinde (Ipomoea purpurea) an Hütte - beide elegant, mit spektakulären Blüten. Kontrast gut mit kriechenden Kräutern oder Sukkulenten wie Sedum.

Im Gemüsegarten kombinieren Sie Knollen-Platterbse mit anderen Knollen wie Kartoffeln, Schwarzwurzeln oder Haferwurzeln. Für Struktur Bambusstäbe oder Haselnussruten.

Fazit

Die Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus) ist mehr als Nutzpflanze - ein lebendiges Stück Botanik-Geschichte, schön und lecker. Für Gärtner, die selbst anbauen und vergessene Sorten entdecken möchten, unerlässlich. Die kleine Mühe für Ernte zahlt sich in köstlichen Herbstschätzen aus. Pflanzen Sie jetzt an sonniger Stelle und genießen Sie Ihre ersten Knollen diesen Herbst.

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