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Kanadischer Lattich (Lactuca canadensis) mit blassgelben Bluetenkoepfchen an einem hohen Stiel
Asteraceae12. Juli 202612 min

Kanadischer Lattich: kompletter Ratgeber

Lactuca canadensis

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Ueberblick

Der Kanadische Lattich (Lactuca canadensis) ist eine auffaellige, hochwachsende Wildpflanze aus der Familie der Korbbluetler (Asteraceae), heimisch in einem riesigen Verbreitungsgebiet, das vom Yukon in Kanada bis weit in die Vereinigten Staaten und sogar bis nach Hispaniola in der Karibik reicht. Trotz des Namens 'Lattich' ist diese Pflanze kein Gemuese fuer den Verzehr, sondern eine robuste heimische Art, die vor allem in Naturgaerten, Wildblumenwiesen und Bestaeuberbeeten wegen ihrer Anziehungskraft auf Bienen und Schmetterlinge geschaetzt wird. In englischsprachigen Bestimmungsbuechern findet man auch Namen wie 'tall lettuce' oder 'devil's weed', ein Hinweis auf die beeindruckende Hoehe und den bitteren Milchsaft, den die Pflanze bei Verletzung freisetzt. Wer auf gardenworld.app einen Entwurf fuer ein informelles, naturnahes Beet oder eine gezielte Bestaeuberecke erstellt, kann sich von dieser robusten nordamerikanischen Wildpflanze fuer einen lockereren, natuerlicheren Gartenbereich inspirieren lassen. Die Pflanze waechst in der Regel zweijaehrig: im ersten Jahr bildet sich eine Blattrosette, im zweiten Jahr erscheint dann ein hoher Bluetenstiel von 100 bis zu 250 cm.

Aussehen und Bluete

Die Blaetter des Kanadischen Lattichs sind auffallend variabel in der Form, von schmal und pfeilfoermig bis tief eingeschnitten mit dreieckigen Lappen, wechselstaendig entlang des langen, aufrechten Stiels angeordnet. Von Juli bis September entwickelt die Pflanze an der Spitze einen verzweigten Bluetenstand mit Dutzenden kleiner, blassgelber Bluetenkoepfchen, die stark an Loewenzahn erinnern und sofort die Familienzugehoerigkeit verraten. Jede einzelne Bluete ist winzig, nur wenige Millimeter breit, doch die schiere Zahl der Bluetenkoepfchen erzeugt zusammen ein auffaelliges, wolkiges Erscheinungsbild ueber dem Beet. Wird ein Blatt oder Stängel verletzt, tritt ein bitterer, milchig weisser Saft aus, charakteristisch fuer die gesamte Gattung Lactuca und Ursprung des deutschen Namens 'Lattich'. Nach der Bluete bilden sich flauschige Samenstaende, aehnlich denen des Loewenzahns, die der Wind ueber weite Strecken tragen kann, was erklaert, warum sich die Pflanze in der Natur so leicht auf Brachflaechen und an Strassenraendern ansiedelt.

Idealer Standort

Diese heimische nordamerikanische Art gedeiht in voller Sonne bis leichtem Halbschatten, an einem Standort mit genug Platz fuer den hohen, mitunter etwas unordentlichen Bluetenstiel. In der Natur findet man sie haeufig in Waldlichtungen, an Wiesenraendern, Strassenraendern und auf gestoerten Boeden, was zeigt, wie anpassungsfaehig sie an weniger ideale, sogar magere Standorte ist. Im Ziergarten passt sie am besten in ein informelles, naturnahes Beet oder eine wilde Ecke statt in ein streng geordnetes Blumenbeet. Geben Sie der Pflanze ausreichend Platz, da sie sich unter guenstigen Bedingungen leicht durch Selbstaussaat ausbreiten kann. Wer unsicher ist, wie diese Wildpflanze in eine groessere, durchdachte Gartengestaltung passt, findet in einem visuellen Entwurf ueber gardenworld.app eine praktische Moeglichkeit, verschiedene Optionen vor der Aussaat oder Pflanzung zu vergleichen.

Boden

Der Kanadische Lattich ist bei der Bodenzusammensetzung wenig anspruchsvoll und waechst gut sowohl in sandigem als auch in lehmigem Boden, solange die Drainage einigermassen gegeben ist. Ein pH-Wert zwischen 6 und 7,5, also leicht sauer bis neutral, entspricht den meisten ueblichen Gartenboeden und stellt kein Problem dar. Fruchtbarer, leicht feuchtigkeitshaltender Boden ergibt das kraeftigste, robusteste Wachstum, waehrend sehr magerer, trockener Boden zu einer kleineren, gedrungeneren Pflanze fuehrt. Kompost bei der Aussaat oder Pflanzung ist nicht zwingend erforderlich, hilft aber bei einer schnelleren Etablierung in der ersten Saison. Vermeiden Sie schweren, verdichteten Lehmboden, der im Winter lange nass bleibt, da die Wurzeln dort schlechter gedeihen als in einem luftigen, gut durchlaessigen Boden.

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Giessen

Junge Saemlinge und frisch gepflanzte Exemplare benoetigen in der ersten Saison regelmaessiges Giessen, um ein kraeftiges Wurzelsystem zu entwickeln, besonders waehrend trockener Phasen im Mai und Juni. Einmal etabliert, ist der Kanadische Lattich recht trockenheitsvertraeglich und kommt in den meisten gemaessigten Sommern allein mit dem natuerlichen Niederschlag gut zurecht. Bei anhaltender Hitze im Juli und August kann zusaetzliches Giessen der Bluete zugutekommen, besonders bei Pflanzen in voller Sonne auf magerem Boden. Vermeiden Sie uebermaessiges Giessen auf schwerem Boden, da dies zu einem zu ueppigen, weniger standfesten Wuchs fuehren kann, der bei Wind oder starkem Regen leichter umknickt. In einem Beet mit anderen heimischen Arten reicht in der Regel das natuerliche Regenmuster aus, was diese Art zu einer pflegeleichten Wahl macht.

Schnitt

Schnitt ist bei dieser Wildpflanze kaum noetig, obwohl der verbluehte Bluetenstiel nach der Samenbildung im Herbst zurueckgeschnitten werden kann, wenn Sie die Selbstaussaat begrenzen moechten. Lassen Sie die Samenstaende stattdessen stehen, ziehen die Samen Voegel wie Haenflinge und Stieglitze an, die im Herbst und Winter gerne von den reifen Samen fressen. Fuer ein ordentlicheres Bild in einem gepflegteren Beet kann der Stiel im Spaetherbst bodennah abgeschnitten werden, sobald alle Blaetter verwelkt sind. Ein Schnitt waehrend der Wachstumsperiode ist nicht noetig und kann sogar den natuerlich wilden Wuchs stoeren, der diese Art fuer einen Naturgarten so attraktiv macht.

Pflegekalender

Ein kurzer Ueberblick nach Jahreszeit: im Maerz und April kann Saatgut direkt im Freien ausgesaeht oder koennen junge Pflanzen nach dem letzten Frost ausgepflanzt werden. Im Mai und Juni junge Pflanzen regelmaessig giessen, bis sie gut verwurzelt sind. Von Juli bis September die blassgelben Bluetenkoepfchen und die vielen bestaeubenden Insekten geniessen, die sie anziehen. Im September und Oktober reifen die Samenstaende, ein guter Zeitpunkt zu entscheiden, ob Samen gesammelt, fuer Voegel stehen gelassen oder zur Vermeidung von Selbstaussaat zurueckgeschnitten werden sollen. November eignet sich, um verwelkte Stiele in einem gepflegteren Garten aufzuraeumen. Von Dezember bis Februar ist keinerlei Pflege noetig, da sich die Pflanze als Zweijaehrige ueber Samen selbst fortsetzt.

Winterhaerte

Dank ihres riesigen natuerlichen Verbreitungsgebiets, vom kalten Yukon bis in gemaessigte Teile der Vereinigten Staaten, ist der Kanadische Lattich aussergewoehnlich winterhart und uebersteht Temperaturen bis USDA-Zone 3, also etwa minus 35 Grad Celsius. Im milderen Klima Westeuropas stellt die Winterhaerte daher nie ein Problem dar. Als zweijaehrige Pflanze ueberwintert die junge Blattrosette im ersten Jahr einfach im Freien ohne Schutz, woraufhin im zweiten Jahr der Bluetenstiel erscheint und die Pflanze nach der Samenbildung abstirbt. Das bedeutet, dass fuer eine dauerhafte Praesenz im Garten am besten jaehrlich neue Saemlinge aufkommen sollten, entweder durch natuerliche Selbstaussaat oder durch bewusstes jaehrliches Nachsaeen.

Begleitpflanzen

In einem naturnahen oder heimischen Beet passt der Kanadische Lattich gut zu anderen hohen, bestaeuberfreundlichen Arten wie Goldrute, wilder Bergamotte und Aster, die in derselben Spaetsommerperiode bluehen und zusammen ein lebendiges, bienenfreundliches Bild ergeben. Niedrigere, dichtere Pflanzen wie Coreopsis oder Sonnenhut fuellen die Basis des Beets auf und verdecken den oft etwas kahlen unteren Stiel des Lattichs. Ziergraeser wie die Rutenhirse (Panicum virgatum) passen hinsichtlich Textur und natuerlicher Wirkung ausgezeichnet zu dieser Art. Fuer alle, die vor der Aussaat ein vollstaendiges Bild eines solchen gemischten, wilden Beets sehen moechten, ist ein Entwurf ueber gardenworld.app ein praktisches Werkzeug, um verschiedene Pflanzkombinationen zu visualisieren.

Fazit

Der Kanadische Lattich ist eine unterschaetzte Bereicherung fuer jeden Naturgarten oder jede Wildblumenwiese, die Hoehe, Struktur und Anziehungskraft auf Bestaeuber sucht. Als leicht zu kultivierende, aussergewoehnlich winterharte Zweijaehrige verlangt sie dem Gaertner wenig ab, waehrend sie dem lokalen Oekosystem viel zurueckgibt. Wer Platz fuer eine etwas wildere Ecke im Garten hat, sollte dieser robusten nordamerikanischen Art eine Chance geben.

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