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Jasione crispa mit blauen Kugelblutenkoepfen auf sonnigem Felshang
Campanulaceae5. Juni 202612 min

Krauses Sandglockchen (Jasione crispa): kompletter Ratgeber

Jasione crispa

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Steckbrief

Jasione crispa, das Krauses Sandglockchen, ist eine kompakte Polsterstaude aus der Familie der Glockenblumengewachse (Campanulaceae). Die Art wurde 1921 vom portugiesischen Botaniker Sampaio beschrieben und ist im westlichen Mittelmeerraum heimisch: Spanien, Portugal, Sudfrankreich, Algerien, Marokko und Tunesien. In ihrer naturlichen Umgebung besiedelt sie trockene, felsige Hange, Heideheiden und Granitaufschlusse in voller Sonnenlage. Es handelt sich um eine Pflanze extremer Trockenstandorte mit einer aussergewohnlichen Anpassung an saure, naehrstoffarme Boden.

Das Genus Jasione ist vor allem durch die charakteristischen kugelformigen, intensiv blauen Bluetenkoepfe bekannt. In Mitteleuropa ist Jasione montana (Berg-Sandglockchen) die bekanntere Verwandte, die auf trockenen Sandheide vorkommt. Jasione crispa ist noch kompakter und stellt noch striktere Anspruche an den Boden. Auf gardenworld.app finden Sie Ideen, wie diese besondere Polsterstaude in einem trockenen Vorgarten oder Steingarten wirkungsvoll eingesetzt werden kann.

Erscheinungsbild und Bluetenzeit

Jasione crispa bildet ein dichtes, niederliegendes Blattpolster von 5 bis 15 cm Hohe. Die Blatter sind schmal, linealisch und an den Randern leicht gekriuselt oder gewellt - daher der Artname crispa (lateinisch fur gekrauselt oder gewellt). Die Blattoberflache ist leicht behaart, was den Wasserverlust in sonnigen, trockenen Lebensraumen reduziert.

Die Bluetenzeit erstreckt sich von Juli bis September. Duenne aufrechte Bluetenstiele erheben sich uber das Polster und tragen kompakte, kugelrunde Kopfe aus vielen kleinen Rohrenblueten in einem klaren, leuchtenden Kornblumenblau. Diese kugelformigen Bluetenstaende sind charakteristisch fur das Genus Jasione und locken Bienen, Hummeln und andere Bestauber in grosser Zahl an.

Nach der Blute entstehen kleine Samenkapsel, die Samen in der naheren Umgebung verbreiten. Auf geeignetem mageren Untergrund kann die Pflanze sich selbst aussaen, wird aber nie invasiv. Im Laufe der Jahre werden die Polster breiter, bleiben jedoch stets kompakt und ordentlich.

Optimaler Standort

Jasione crispa benotigt unbedingt volle Sonne. Mit einem Lichtwert von 8 nach Ellenberg zahlt sie zu den lichtbedurftigsten Gartenpflanzen uberhaupt. Schon leichter Halbschatten fuhrt zu sparlichem Wuchs und kaum Bluetenbildung. Wahlen Sie den offensten, sonnigsten Platz im Garten, moglichst mit Sudausrichtung.

Steingarten, Alpinbeete, Kiesbeete, Heidegarten und Trockenmauern sind die geeignetsten Standorte. Auch die Kultivierung in flachen Alpintopfen oder Hypertufa-Troge auf einer sonnigen Terrasse ist moglich. Die kompakte, niedrige Form macht sie zur idealen Vordergrundpflanze in einem Steingartenbeet.

Meiden Sie jeden Platz, an dem Wasser nach Regen stehen bleibt. Staunasse im Herbst und Winter ist die haufigste Ursache fur das Absterben dieser Art. Wahlen Sie eine erhohte oder geneigte Position, von der Wasser schnell ablaufen kann.

Boden

Jasione crispa stellt ausserst spezifische Bodenanforderungen. In der Natur besiedelt sie Substrate mit einem pH-Wert von 4,0 bis 4,5 - gehoert damit zu den sauersten Bedingungen, die eine Gartenstaude vertragt. Ihr Naehrstoffbedarf ist minimal (Ellenberg-Naehrstoffzahl 1 von 9) und sie vertragt keinerlei Bodenversalzung.

In der Praxis gedeiht die Pflanze am besten in:

  • Trockenem, kiesigem, silikatreichem Sandboden
  • Saurem Steingartenbeet mit Granitgrus und Heideland-Substrat
  • Torffrei-Rhododendronerde, gemischt mit grobem Quarzsand
  • Sehr magerer Gartenerde, aufgekort mit saurem Kies - ohne Kalk und ohne Dunger

Fugen Sie niemals Kalk, Kompost oder Dunger in die Umgebung dieser Pflanze ein. Ein zu naehrstoffreicher Boden fuhrt fast sofort zu Wurzelfaule oder ubermaessigem Blattwuchs auf Kosten der Blute. Rund um den Wurzelhals empfiehlt sich eine Abdeckung mit Granitsplitt, die schnelles Abtrocknen nach dem Regen fordert und den Wurzelhals trocken halt.

Giessen

Jasione crispa ist nach dem Anwachsen ausgesprochen trockenresistent und benotigt kaum zusatzliche Bewasserung. Ein moderates Angiessen direkt nach der Pflanzung hilft den Wurzeln beim Einleben, aber danach genugt in den meisten Jahren der naturliche Niederschlag.

Ubergiessung ist die weitaus haufigste Todesursache im Garten. Die Wurzeln reagieren hochst empfindlich auf anhaltende Naesse und entwickeln rasch Faulnis. Lassen Sie das Substrat zwischen zwei Giessvorgangen stets vollstandig abtrocknen.

In Gefassen giessen Sie erst, wenn das Substrat vollig trocken ist. Keine Wasserstand in der Untertasse, grosszugige Drainagelocher im Topf, und von Oktober bis Februar so gut wie kein Giessen. Fur Gestaltungsideen, wie Jasione crispa gemeinsam mit anderen trockenheitsresistenten Sonnenpflanzen optimal im Steingartenbeet platziert werden kann, besuchen Sie gardenworld.app.

Schnitt

Jasione crispa braucht sehr wenig Schnittarbeit. Nach der Blute entfernen Sie die verbluhten Bluetenstiele, um die Selbstaussaat einzuschranken und das Polster gepflegt zu halten. Kleine, scharfe Scheren reichen dafur aus; schneiden Sie knapp uber dem Blattpolster ab.

Im Fruhjahr entfernen Sie eventuell abgestorbene Blattpartien vom Winter. Auf gut drainierten Standorten ist dieser Aufwand gering. Arbeiten Sie behutsam, um die flachen Wurzeln im sandigen Boden nicht aufzureissen.

Keine schweren Ruckschnitte notwendig. Die Pflanze behalt von Natur aus eine ordentliche, kompakte Form. Kontrollieren Sie regelmaessig, ob benachbarte Pflanzen das kleine Jasione-Polster uberwachsen, und halten Sie einen Freiraum von 10 bis 15 cm um die Pflanze herum.

Pflegekalender

Marz - April: auf Winterschaden prufen. Abgestorbenes Laub behutsam entfernen. Neuen Austrieb abwarten.

Mai - Juni: Wachstumsbeginn. Kein Giessen, kein Dunger. Unkraut im Nahbereich entfernen.

Juli - September: Hauptblute. Die blauen Kugelblutenkoepfe geniessen. Verbluhte Stiele entfernen um Selbstaussaat zu begrenzen.

Oktober: jegliches Giessen einstellen. Halbdormanz.

November - Dezember: Ruhezeit. Drainage um den Wurzelhals sicherstellen. Bei Bedarf Granitsplitt auftragen.

Januar - Februar: Tiefruhe. Kein Wasser. Vitalitat der Pflanze kontrollieren.

Winterharte

Jasione crispa stammt aus mediterran gepragten Regionen mit milden, trockenen Wintern. In den USDA-Zonen 6 bis 8 ist Freilandkultur moglich, sofern der Standort sehr gut drainiert und geschutzt ist. Trockene Kalte schadet weniger als nasse Kalte. Feucht-kalte Herbst- und Winterperioden sind die groesste Gefahr, da sie Pilzkrankheiten am Wurzelhals fordern.

Eine Lage an einer sudorientierten Mauer oder einem Fels bietet wohltuende Warmespeicherung und schutzt vor nassem Winterwetter. In Regionen mit strengen Wintern (Zone 5 und kalter) empfiehlt sich die Ueberwinterung im Topf in einem frostfreien, ungeheizten Gewachshaus oder einer Garage. Eine Abdeckung des Wurzelhalses mit grobem Kies hilft, stehende Naesse abzuleiten.

Pflanzenkombinationen

Jasione crispa harmoniert bestens mit anderen saure- und trockenheitsliebenden Heidepflanzen und Felsbewohnern. Empfehlenswerte Nachbarn:

  • Calluna vulgaris (Besenheide): gleiche Anspruche an sauren, mageren Boden; rosa-violette Spatblute erganzt das Blau der Jasione schon.
  • Erica cinerea (Grauheide): ahnliche Bodenbedingungen; violett-rote Bluten etwas fruher in der Saison.
  • Armeria maritima (Strand-Grasnelke): kompakte Rosettenstaude mit runden Blutenstanden, leicht hoherer pH-Toleranz.
  • Festuca ovina (Schafschwingel): feinblattrige Ziergraspflanze fur trockene, saure Boden; textureller Kontrast zu den blauen Jasione-Kugeln.
  • Sedum acre (Scharfer Mauerpfeffer): sukkulent, extrem trocken- und magertolerant, effektiver Bodenlucker.

Abschluss

Jasione crispa ist eine kleine, aber wirkungsstarke Pflanze fur alle, die bereit sind, ihre spezifischen Anspruche zu erfüllen. Die leuchtend blauen Sommerblueten, das kompakte Polsterlaub und die aussergewohnliche Anpassung an saure, magere und trockene Standorte machen sie zu einer einzigartigen Bereicherung fur Steingarten, Heidebeete und Kiesgarten.

Geben Sie ihr volle Sonne, sehr sauren und mageren Boden, hervorragende Drainage und wenig Wasser, und das Krauses Sandglockchen wird Ihnen Jahr fur Jahr mit einem unverwechselbaren Blauteppich im Hochsommer danken.

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