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Hypericum patulum mit goldenen becherförmigen Blüten und blaugrünem Laub
Hypericaceae12. Juli 202612 min

Goldblütiges Johanniskraut: kompletter Ratgeber

Hypericum patulum

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Überblick

Hypericum patulum, im Deutschen häufig als goldblütiges Johanniskraut bezeichnet, ist ein Blütenstrauch aus der Familie der Hypericaceae (Johanniskrautgewächse), der ursprünglich aus dem süd-zentralen China stammt, insbesondere aus den Provinzen Sichuan und Guizhou. Von dort aus hat sich die Art auch in Japan, Korea, Taiwan und Teilen Indiens eingebürgert, sowohl durch natürliche Ausbreitung als auch durch gärtnerische Einführung. Es handelt sich um einen halbimmergrünen bis sommergrünen Strauch, der vor allem für seine auffälligen, goldenen, becherförmigen Blüten mit einem dichten Büschel langer gelber Staubgefäße in der Mitte bekannt ist - ein Merkmal, das die gesamte Gattung Hypericum teilt, bei dieser Art aber besonders ausgeprägt ist.

In europäischen Gartencentern wird Hypericum patulum nur selten unter seinem botanischen Namen verkauft; die bekannteste und meistverkaufte Sorte ist die Sorte 'Hidcote', benannt nach dem berühmten Hidcote Manor Garden in Gloucestershire, England, wo sie ursprünglich ausgelesen wurde. Diese Sorte ist praktisch in jedem Gartencenter erhältlich, von OBI bis Hornbach, und gilt als einer der zuverlässigsten sommerblühenden Sträucher für einen durchschnittlichen Garten. Wer sehen möchte, wie dieser Strauch in eine vollständige Gartengestaltung passt, kann auf gardenworld.app einen Entwurf erstellen lassen, der zeigt, wie die goldenen Blüten von Hypericum patulum mit der restlichen Bepflanzung harmonieren.

Aussehen und Blüte

Hypericum patulum wächst zu einem rundlichen, leicht überhängenden Strauch heran, der 60 bis 150 cm hoch wird, bei einer ähnlichen oder etwas größeren Breite von 100 bis 150 cm. Die Zweige sind dünn, biegsam und bogenförmig, was dem Strauch einen lockeren, natürlichen Wuchs verleiht. Die Blätter sind oval bis länglich, 2 bis 6 cm lang, blaugrün gefärbt und bei vielen Formen halbimmergrün: In milden Wintern bleibt ein Teil des Laubs stehen, während es bei strengem Frost vollständig abfällt.

Die Blüten erscheinen von Juli bis September, bei einem warmen Frühling manchmal schon Ende Juni. Sie sind 4 bis 5 cm breit, tiefgelb bis golden, mit fünf runden Kronblättern und einem dichten Büschel Staubgefäße, das jeder Blüte ein buschiges, sonniges Erscheinungsbild verleiht. Die Blüten stehen einzeln oder in kleinen Trauben an den Spitzen der diesjährigen neuen Triebe, was bedeutet, dass ein guter Rückschnitt im Frühjahr direkt zu mehr Blüten führt. Nach der Blüte bilden sich kleine, trockene Samenkapseln, die sich im Spätsommer braun verfärben und oft bis in den Winter dekorativ bleiben.

Idealer Standort

Dieser Strauch blüht am üppigsten in voller Sonne, mit mindestens 5 bis 6 Stunden direktem Licht täglich. Er wächst auch recht gut im lichten Halbschatten, allerdings wird die Blüte dann merklich spärlicher, und die Pflanze wächst tendenziell lockerer und höher auf der Suche nach Licht. Ein geschützter Standort, etwa vor einer Süd- oder Westwand, ist in kälteren Regionen empfehlenswert, da dies Frostschäden an jungen Trieben begrenzt. Hypericum patulum verträgt städtische Bedingungen wie Wind und reflektierte Hitze von Pflasterflächen bemerkenswert gut und eignet sich daher auch für kleinere Stadtgärten und Beete entlang von Einfahrten.

Boden

Das goldblütige Johanniskraut ist beim Boden nicht wählerisch. Es wächst gut in gewöhnlicher Gartenerde, leicht sauer bis neutral (pH 5,5 bis 7), und verträgt sowohl sandige als auch lehmige Böden, solange die Drainage ausreichend ist. Dauerhaft nasse Wurzeln, besonders im Winter, sind die häufigste Todesursache dieser Pflanze; auf schwerem Lehmboden ist es daher ratsam, beim Pflanzen Kompost und etwas groben Sand ins Pflanzloch einzuarbeiten. Ein mäßig nährstoffreicher Boden genügt; zu viel Stickstoff fördert übermäßiges Blattwachstum auf Kosten der Blüte.

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Gießen

Während der ersten Wachstumssaison nach der Pflanzung benötigt Hypericum patulum regelmäßiges Gießen, besonders während trockener Phasen im Mai, Juni und Juli, um ein gutes Wurzelsystem zu entwickeln. Geben Sie lieber einmal wöchentlich eine gründliche Wassergabe als häufig kleine Mengen, damit das Wasser tief in den Boden eindringt. Einmal etabliert, nach etwa ein bis zwei Jahren, wird die Pflanze recht trockenheitsverträglich, und zusätzliches Gießen ist nur bei anhaltenden Hitzewellen nötig. Regenwasser ist vorzuziehen, und das Gießwasser sollte am Fuß der Pflanze und nicht über das Laub gegeben werden, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.

Schnitt

Da Hypericum patulum am neuen Holz der laufenden Saison blüht, ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt das zeitige Frühjahr, zwischen Mitte März und Anfang April, kurz bevor die neuen Triebe austreiben. Schneiden Sie alle Triebe auf 15 bis 20 cm über dem Boden zurück, oder erhalten Sie ein stabiles Gerüst aus älterem Holz, wenn Sie einen höheren Strauch bevorzugen. Dieser konsequente jährliche Rückschnitt hält die Pflanze kompakt, fördert eine Fülle neuer Blütentriebe und verhindert, dass der Strauch von innen kahl und verholzt wird. Alle zwei bis drei Jahre kann ein Verjüngungsschnitt bis knapp über dem Boden bei älteren, vernachlässigten Exemplaren sinnvoll sein. Totes oder erfrorenes Holz sollte im Frühjahr stets vollständig entfernt werden.

Pflegekalender

  • März: Auf Frostschäden prüfen und alle Triebe konsequent zurückschneiden, um neue Blütentriebe zu fördern.
  • April-Mai: Eine Schicht Kompost oder Langzeitdünger rund um den Wurzelbereich ausbringen.
  • Juni-Juli: Beginn der Blütezeit; bei Trockenheit zusätzlich gießen.
  • August-September: Höhepunkt der Blüte; verblühte Blüten müssen nicht entfernt werden.
  • Oktober-November: Laubfall bei sommergrünen Formen; abgefallenes Laub rund um den Wurzelbereich entfernen, um Pilzbefall vorzubeugen.
  • Dezember-Februar: Ruhephase; junge Pflanzen mit einer Mulchschicht gegen strengen Frost schützen.

Winterhärte

Hypericum patulum ist winterhart in den USDA-Zonen 6 bis 9, was Temperaturen im Wurzelbereich von bis zu etwa -20 Grad Celsius entspricht, wobei die oberirdischen Triebe bei strengem Frost (-15 Grad Celsius oder kälter) absterben können. Das ist selten ein Problem, da die Pflanze im Frühjahr zuverlässig aus der Basis wieder austreibt. In Deutschland, Österreich und dem Benelux-Raum, die größtenteils in Zone 8 liegen, überwintert die Art in den meisten Gärten problemlos. Eine 5 bis 8 cm dicke Mulchschicht aus Kompost oder Laub rund um den Wurzelbereich bietet jungen Pflanzen zusätzlichen Schutz während ihrer ersten Winter.

Begleitpflanzen

Die warmen gelben Blüten von Hypericum patulum harmonieren wunderbar mit purpur- und blaublühenden Stauden wie Lavendel, Salbei und Katzenminze, die zur gleichen Zeit im Sommer blühen. Ziergräser wie Federborstengras oder Blauschwingel bieten einen luftigen Kontrast zur dichten, runden Form des Strauchs. In einem klassischen Staudenbeet lässt sich die Pflanze gut mit Rosen oder Buchsbaum als Strukturelementen sowie mit Sedum für Farbe bis weit in den Herbst kombinieren.

Fazit

Hypericum patulum, insbesondere in Form der Sorte 'Hidcote', ist ein dankbarer, farbenfroher Strauch, der mit minimalem Aufwand wochenlange goldene Blüten im Sommer und Frühherbst schenkt. Seine genügsamen Bodenansprüche, sein mäßiger Wasserbedarf und der einfache jährliche Rückschnitt machen ihn sowohl für Anfänger als auch erfahrene Gärtner geeignet. Möchten Sie sehen, wie dieser Strauch in Ihren eigenen Garten passt, einschließlich Lichtverhältnissen und Bodenart? Auf gardenworld.app können Sie einen persönlichen Entwurf erstellen lassen, der die Wachstumsbedingungen von Hypericum patulum zusammen mit dem Rest Ihrer Bepflanzung berücksichtigt, damit die goldene Sommerblüte die ganze Saison über ein Blickfang bleibt.

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