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Leuchtend orange-gelbe Taglilien in voller Blüte mit ihren typischen lilienförmigen Blüten
Asphodelaceae30. März 20266 min

Taglilie: vollständiger Ratgeber

Hemerocallis

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Überblick

Die Taglilie (Hemerocallis) ist eine der dankbarsten und vielseitigsten Stauden, die man in den Garten setzen kann. Der Name sagt alles: Jede einzelne Blüte öffnet sich morgens und schließt sich am nächsten Abend für immer. Aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken — eine ausgewachsene Pflanze bildet dreißig bis fünfzig Knospen pro Blütenstängel, sodass die Blütezeit sechs bis acht Wochen dauern kann. Von Juni bis August erfreut die Taglilie den Garten mit lilienförmigen Blüten in nahezu jeder erdenklichen Farbe: Gelb, Orange, Rot, Rosa, Violett, Creme und sogar Fast-Schwarz.

Taglilien sind krautige Stauden, die je nach Sorte 40 bis 100 cm hoch werden. Auf gardenworld.app können Sie einen Gartenplan erstellen lassen, in dem Taglilien für Farbe und Struktur sorgen — im Beet, als Bodendecker an einer Böschung oder als farbenfroher Akzent am Teichrand. Die Pflanze gehört zur Familie der Asphodelaceae und stammt ursprünglich aus Ostasien. Es gibt inzwischen mehr als 80.000 registrierte Sorten, von Zwergformen bis zu Riesen. Bewährte und beliebte Sorten sind 'Stella de Oro' (goldgelb, remontierend, kompakt), 'Pardon Me' (tiefrot, duftend, kompakt) und 'Happy Returns' (zitronengelb, remontierend). Bei OBI, Hornbach und Dehner finden Sie eine große Auswahl an Taglilien, sowohl als Topfware als auch wurzelnackt im Frühjahr.

Aussehen und Blütezeit

Die Blüten der Taglilien sind trompetenförmig bis sternförmig, 5 bis 15 cm im Durchmesser, und bestehen aus sechs Blütenblättern. Sie erscheinen auf kräftigen, blattlosen Stielen, die über das grasartige Laub hinausragen. Jeder Stiel trägt mehrere Knospen, die nacheinander aufblühen, sodass der Flor wochenlang anhält. Einige moderne Sorten, die sogenannten remontierenden Typen, bringen eine zweite Blüte im Spätsommer hervor.

Das Laub ist lang, schmal und bogenförmig überhängend, ähnlich dem von Ziergräsern. Es bildet dichte Horste, die auch außerhalb der Blütezeit eine dekorative grüne Masse bieten. Manche Taglilien sind laubabwerfend (dormant), andere sind immergrün (evergreen), und es gibt eine Zwischengruppe (semi-evergreen). In Mitteleuropa mit kalten Wintern schneiden die laubabwerfenden Typen in der Regel am besten ab, weil sie vollständig in die Winterruhe gehen und gut frostbeständig sind.

Idealer Standort

Taglilien sind wahre Sonnenliebhaber. Pflanzen Sie sie an einen Platz mit mindestens 6 Stunden direkter Sonne pro Tag für die meisten Blüten und die kräftigsten Farben. Im Halbschatten blühen sie noch, aber weniger üppig, und die Blütenstiele können länger und schwächer werden. Hellere Sorten (Gelb, Creme, Pastellrosa) vertragen Halbschatten besser als dunkle Farben (Rot, Violett), die in der Sonne ihre tiefsten Töne erreichen.

Die Taglilie ist dank ihrer flexiblen Blütenstiele und niedrigen Laubmasse bemerkenswert windbeständig. Sie eignet sich auch für Pflanzungen am Teichrand und an Wasserläufen, an Böschungen und Hängen (hervorragender Erosionsschutz) sowie in Küstengärten mit salzhaltiger Luft. Pflanzen Sie die Horste in einem Abstand von 40 bis 60 cm, je nach Sortengröße.

Bodenansprüche

Taglilien sind bemerkenswert bodentolerant und gedeihen in praktisch jedem Erdreich: Lehm, Schluff, Sand und sogar armem Boden. Der ideale Boden ist frisch, aber gut durchlässig, leicht sauer bis neutral mit einem pH von 6,0 bis 7,0. Auf schwerem Lehm empfiehlt es sich, bei der Pflanzung etwas Kompost und groben Sand einzuarbeiten, um die Drainage zu verbessern.

Obwohl Taglilien auf magerem Boden überleben, belohnen sie eine jährliche Gabe von Kompost oder einem langsam wirkenden organischen Dünger im Frühjahr mit mehr Blüten und kräftigeren Horsten. Vermeiden Sie übermäßig stickstoffhaltige Dünger — sie fördern Laub auf Kosten der Blüten. Eine 5 cm dicke Mulchschicht (Rindenmulch, Kakaoschalen oder Laubkompost) rund um die Horste hält den Boden feucht und unterdrückt Unkraut.

Bewässerung

Taglilien sind nach der Etablierung bemerkenswert trockenheitstolerant. Ihre dicken, fleischigen Wurzeln speichern Feuchtigkeit wie ein Schwamm und ermöglichen es ihnen, längere Trockenperioden zu überstehen als die meisten anderen Stauden. Im ersten Jahr nach der Pflanzung gießen Sie bei Trockenheit wöchentlich — etwa 5 bis 8 Liter pro Pflanze.

Ab dem zweiten Jahr ist zusätzliches Gießen nur bei extremer Trockenheit von mehr als drei Wochen nötig. Die Blüte profitiert jedoch von regelmäßiger Feuchtigkeit: Taglilien, die während der Blütezeit ausreichend Wasser erhalten, bilden größere Blüten und mehr Knospen. Gießen Sie stets am Fuß und vermeiden Sie Wasser auf dem Laub, besonders abends, um Pilzproblemen vorzubeugen. In Töpfen trocknet die Erde schneller aus — prüfen Sie alle zwei bis drei Tage.

Teilen

Nach drei bis fünf Jahren bilden Taglilien dichte Horste, die in der Mitte weniger blühen — ein Zeichen, dass es Zeit zum Teilen ist. Teilung ist auch die einfachste Methode, Ihre Sammlung zu erweitern. Der beste Zeitpunkt ist das frühe Frühjahr (März–April) oder der frühe Herbst (September).

Graben Sie den gesamten Horst mit dem Spaten aus und schütteln Sie die Erde ab. Teilen Sie ihn in Stücke mit drei bis fünf Wachstumspunkten (Fächern), mit den Händen oder mit zwei Grabgabeln Rücken an Rücken. Kürzen Sie das Laub auf etwa 15 cm, um die Verdunstung zu verringern, und pflanzen Sie die Teilstücke in gleicher Tiefe wie die Ursprungspflanze ein, mit der Krone knapp unter der Erdoberfläche. Gründlich angießen und die neuen Teilstücke in den ersten Wochen feucht halten.

Pflegekalender

März–April: Entfernen Sie altes, abgestorbenes Laub der laubabwerfenden Typen. Bringen Sie eine Schicht Kompost oder Langzeitdünger rund um die Horste aus. Teilen Sie zu groß gewordene Horste.

Mai: Das Laub wächst rasch. Kontrollieren Sie auf Blattläuse und Thripse — diese können Blütenknospen schädigen.

Juni–August: Blütezeit. Entfernen Sie täglich verblühte Blüten (Ausputzen), um die Pflanze ordentlich zu halten und die Energie auf neue Knospen zu lenken. Schneiden Sie vollständig abgeblühte Stängel an der Basis ab.

September: Mögliche Nachblüte bei remontierenden Sorten. Teilen Sie Horste, die zu groß geworden sind.

Oktober–November: Das Laub stirbt bei laubabwerfenden Typen ab. Schneiden Sie es auf 5–10 cm über dem Boden zurück und entfernen Sie es aus dem Garten, um überwinternde Schädlinge einzudämmen.

Dezember–Februar: Ruheperiode. Taglilien überwintern unterirdisch ohne jedes Problem.

Winterhärte

Hemerocallis ist äußerst winterhart. Die meisten Sorten vertragen Temperaturen bis -30 °C und darunter (USDA-Zonen 3 bis 9). In ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz überwintern Taglilien ohne jeglichen Schutz. Laubabwerfende (dormante) Typen sind am winterhärtesten und gedeihen am besten in kühlen Klimaten mit ausgeprägter Winterperiode.

Immergrüne Typen sind etwas empfindlicher gegenüber strengem Frost und können in kalten Wintern oberirdisch absterben, erholen sich aber in der Regel im Frühjahr. Semi-evergreen-Sorten bilden einen verlässlichen Kompromiss. Spätere Herbstpflanzungen verdienen in ihrem ersten Winter eine schützende 10 cm dicke Mulchschicht.

Essbare Taglilien

Wenige Gärtner wissen es, aber Taglilien sind essbar — und nicht nur als Kuriosität. In der chinesischen Küche werden Taglilientknospen seit mehr als zweitausend Jahren als Gemüse verwendet. Die geschlossenen Knospen werden gebraten, gedämpft oder in Wok-Gerichten verarbeitet und schmecken mild, leicht süßlich, vergleichbar mit jungen grünen Bohnen. Auch die jungen Triebe im frühen Frühjahr und die verdickten Wurzeln sind essbar.

Verwenden Sie ausschließlich ungespritzte Pflanzen und beginnen Sie mit kleinen Mengen — manche Menschen reagieren beim ersten Verzehr empfindlich. Wichtig: Verwechseln Sie Taglilien (Hemerocallis) niemals mit echten Lilien (Lilium), die für Katzen giftig sind. Taglilien sind für Haustiere und Menschen unbedenklich.

Begleitpflanzen

Taglilien sind fantastische Begleitpflanzen dank ihrer langen Blütezeit und breiten Farbpalette. Sie harmonieren ausgezeichnet mit Ziergräsern wie Stipa tenuissima und Miscanthus, die einen luftigen Kontrast zum breiten Taglilienlaub bilden. Die klassische Kombination ist Taglilien mit Sonnenhut (Echinacea purpurea) und Rudbeckia (Rudbeckia fulgida) für ein spätsommerliches Bild in warmen Tönen.

Für schattigere Plätze kombinieren Sie Taglilien mit Funkien (Hosta), Astilbe und Purpurglöckchen. In einem formalen Beet passen Taglilien neben Lavendel, Steppensalbei (Salvia nemorosa) und Katzenminze (Nepeta). Für ein wildes, prärieartiges Erscheinungsbild pflanzen Sie Taglilien zwischen Schafgarbe, Verbena bonariensis und Agastache. Die grünen Laubhorste der Taglilien dienen auch als Bodendecker im Vordergrund eines Strauchbeetes.

Abschließend

Die Taglilie ist die ultimative Pflanze für Anfänger und erfahrene Gärtner gleichermaßen: Sie blüht üppig, verträgt Trockenheit, wächst in jedem Boden, überwintert problemlos und vermehrt sich von selbst zu wunderschönen Gruppen. Mit mehr als 80.000 Sorten gibt es für jeden Garten und jeden Geschmack eine Taglilie.

Kaufen Sie Ihre Taglilien bei OBI, Hornbach oder Dehner — wählen Sie 'Stella de Oro' für ein zuverlässiges goldenes Meer, 'Pardon Me' für dramatisches Tiefrot oder 'Happy Returns' für sonniges Zitronengelb. Auf gardenworld.app können Sie einen Gartenplan erstellen lassen, der Taglilien mit den richtigen Partnern für Ihren speziellen Garten kombiniert. Pflanzen Sie diesen Frühling eine Gruppe Taglilien und genießen Sie den ganzen Sommer lang ihre tägliche Blütensalve.