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Raues Labkraut (Galium asprellum) mit quirlförmigen Blättern und kleinen weißen Blüten
Rubiaceae4. Juni 202612 min

Rauer Labkraut: kompletter Ratgeber

Galium asprellum

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Überblick

Das raue Labkraut (Galium asprellum) ist eine heimische nordamerikanische Staude aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) - derselben Familie wie der Kaffeestrauch und die Chinarinde. Die Art wurde 1803 vom französisch-amerikanischen Botaniker Andre Michaux beschrieben. Sie ist im nordöstlichen Nordamerika heimisch, von Neufundland und Quebec bis North Carolina und Tennessee, und von Minnesota bis West Virginia.

Der Artname "asprellum" leitet sich vom lateinischen Wort für "etwas rau" ab und beschreibt die charakteristischen, rückwärts gerichteten Häkchen auf Stängeln und Blättern, die der Pflanze ein fast kratzendes Anfühlen geben. Ähnlich wie der europäische Klettenkräuter (Galium aparine) nutzt das raue Labkraut diese Häkchen zum Klettern - im Gegensatz zu Klettenkräutern ist es jedoch kein invasives Unkraut, sondern eine ökologisch wertvolle Pflanze der feuchten Waldränder und Uferstreifen. Weitere Gartenideen für feuchte Standorte finden Sie auf gardenworld.app.

Erscheinungsbild und Blütezeit

Galium asprellum ist eine schlanke, kletternde oder liegende Staude, deren Stängel 30 bis 100 cm lang werden. Die Stängel sind vierkantig und mit kleinen rückwärts gerichteten Häkchen besetzt, die der Pflanze ermöglichen, sich an benachbarten Stängeln und Zweigen festzuhaken. Die Blätter stehen in Quirlen von vier bis sechs um den Stängel, ein typisches Erkennungszeichen der Galium-Gattung. Sie sind schmal, linealisch bis lanzettlich, grün und ebenfalls mit kleinen Häkchen am Rand versehen. Die Blüten sind klein und zierlich: vier weiße Kronblätter in Kreuzform, jedes nur 1 bis 2 mm breit. Sie erscheinen in lockeren, verzweigten Blütenständen aus den Blattachseln und verleihen der Pflanze in der Blütezeit ein leichtes, luftiges Erscheinungsbild. Die Früchte sind kleine, schwarze zweiteilige Spaltfrüchte, die als Nahrungsquelle für Vögel dienen.

Idealer Standort

In der Natur besiedelt das raue Labkraut feuchte bis nasse Waldränder, Ufer von Bächen, Seen und Teichen sowie Niederungswiesen und Moorbereiche. Im Garten eignet es sich hervorragend für Teichränder, Sumpfgärten, schattige Bachufer oder feuchte, halbschattige Gartenecken. Vermeiden Sie trockene, sonnige Standorte - die Pflanze benötigt dauerhaft feuchten Boden. Leichter bis mittlerer Schatten von benachbarten Sträuchern oder Bäumen ist vorteilhaft und reproduziert die Waldrandbedingungen des natürlichen Habitats. Da die Pflanze klettert und Stützen sucht, sieht sie am attraktivsten aus, wenn sie sich an Nachbarpflanzen, niedrigen Zäunen oder Teichrändern anlehnen kann.

Boden

Das raue Labkraut verträgt mäßig saure bis neutrale Böden mit einem pH-Wert von 5 bis 7. Saure Torfböden und weniger saure lehmige Uferböden sind beide geeignet, solange die Bodenfeuchtigkeit dauerhaft hoch ist. Humusreiche, lockere Böden, die Wasser gut halten ohne zu verschlämmen, sind ideal. Ein Gemisch aus Kompost, Lauberde und leichtem Lehm funktioniert sehr gut. Der Nährstoffbedarf ist gering - natürliche Feucht- und Uferböden sind in der Regel organisch reich genug. Vermeiden Sie übermäßige Stickstoffdüngung, die das Blattwachstum auf Kosten der Blüte fördert. OBI und Hornbach bieten geeignete Substrate für Wasser- und Sumpfpflanzen an.

Bewässerung

Als Pflanze feuchter Ufer und nasser Wälder benötigt Galium asprellum dauerhaft feuchten bis nassen Boden. Im Garten sollte der Boden niemals vollständig austrocknen. Am Teichrand oder Bach findet die Pflanze ihre optimalen Feuchtebedingungen von Natur aus. In regulären Gartenrabatten müssen Sie gießen, sobald die oberste Bodenschicht zu trocknen beginnt. Bei anhaltender Sommerhitze kann tägliches Gießen notwendig sein. Mulchen mit einer Schicht Kompost oder Lauberde hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu halten und die Wurzeln kühl zu halten. Die Pflanze verträgt auch kurzzeitige Überflutung, was sie für periodisch nasse Bereiche nach Starkregen geeignet macht.

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Schnitt

Das raue Labkraut benötigt kaum aktiven Rückschnitt. Der wichtigste Pflegeaspekt ist die Kontrolle der Ausbreitung, falls die Pflanze benachbarte Stauden zu stark bedeckt - schneiden Sie einfach die Stängel auf die gewünschte Länge zurück, sie wachsen schnell nach. Im Herbst sterben die oberirdischen Stängel nach der Fruchtreife ab; schneiden Sie diese dann bodennah zurück. Im Frühjahr treiben automatisch neue Sprosse aus dem Rhizom. Entfernen Sie abgestorbenes Wintermaterial bevor neues Wachstum beginnt. Wenn Sie die Selbstaussaat und die Versorgung von Vögeln mit Früchten fördern möchten, lassen Sie die Früchte ausreifen, bevor Sie zurückschneiden.

Pflegekalender

Februar-März: Abgestorbene Winterstängel entfernen, bei Bedarf Kompost einarbeiten.

April-Mai: Aktives Wachstum. Bodenfeuchtigkeit aufrechterhalten, bei Bedarf mulchen. Zu weit ausgreifende Stängel stutzen.

Juni-August: Blütezeit. Bodenfeuchtigkeit halten, besonders während Trockenperioden.

September-Oktober: Früchte reifen. Für Selbstaussaat und Vögel stehen lassen oder nach Samenverbreitung zurückschneiden.

November-Dezember: Oberirdische Teile sterben ab. Stängel zurückschneiden und Wurzelzone mulchen.

Winterhärte

Galium asprellum ist eine vollständig winterharte Staude, gut angepasst an die harten Winter des nordöstlichen Nordamerikas. Sie ist in den USDA-Zonen 4 bis 9 winterhart und damit auch in Deutschland und der Schweiz (Zonen 6-8) vollständig ausdauernd. Das Rhizom überwintert im Boden ohne besonderen Schutz. Eine leichte Mulchschicht aus Lauberde im November bietet zusätzlichen Schutz bei extremen Frostperioden. In Töpfen ist etwas mehr Schutz ratsam: Stellen Sie Topfpflanzen bei starkem Frost an einen geschützten, aber kühlen und frostfreien Ort oder wickeln Sie den Topf in Vliesfolie.

Begleitpflanzen

Das raue Labkraut passt gut zu anderen feuchtigkeitsliebenden, schattenverträglichen Pflanzen in Teichrändern und Feuchtbeeten. Empfehlenswerte Kombinationen:

Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüß): eine imposante Feuchtstaudenpflanze mit weißen duftenden Blütenrispen, die die luftige Textur des Labkrauts wunderbar ergänzt.

Carex (Segge): verschiedene Seggenarten gedeihen an denselben feuchten Standorten und bieten dem kletternden Labkraut eine natürliche Stütze.

Iris pseudacorus (Gelbe Schwertlilie): eine klassische Teichrandpflanze, die zusammen mit dem Labkraut eine abwechslungsreiche Ufervegetation bildet.

Lysimachia nummularia (Pfennigkraut): ein niedrig wachsendes Bodendecker-Teppich für die feuchtesten Bereiche, der den Boden bedeckt, während das Labkraut kletternd emporsteigt.

Mentha aquatica (Wasserminze): eine aromatische Feuchtstaudenpflanze mit ähnlichen Standortanforderungen, die dem Garten auch einen sensorischen Mehrwert bietet.

Abschluss

Das raue Labkraut ist eine feine, ökologisch wertvolle Pflanze für feuchte Gartenbereiche. Seine zarte Struktur, die kleinen weißen Blüten und der kletternde Wuchs machen es zu einem einzigartigen Element an Teichrändern, in Feuchtrabatten und Schattengärten. Es ist vollständig winterhart, pflegearm und wertvoll für Vögel und Insekten. Für maßgeschneiderte Gartenplanung und ungewöhnliche Pflanzenempfehlungen besuchen Sie gardenworld.app.

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