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Zottiges Weidenröschen in voller Blüte am Ufer eines Baches, mit violetten Blüten und behaarten Stängeln
Onagraceae5. April 202612 min

Zottiges Weidenröschen: kompletter Ratgeber

Epilobium hirsutum

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Übersicht

Das Zottige Weidenröschen (Epilobium hirsutum) ist eine auffällige, aufrechte Staude, die sich besonders in feuchten, sonnigen Gartenecken ausbreitet. In weiten Teilen Europas, auch in Deutschland, heimisch, wächst es natürlicherweise an Bachläufen, Gräben und feuchten Wiesen. Es ist eine robuste Pflanze, die auch auf nährstoffärmeren, stets feuchten Böden gedeiht, wo andere Arten versagen. Auf gardenworld.app lässt sich ein Gartenlayout planen, das ideal auf das Zottige Weidenröschen zugeschnitten ist – besonders in Feuchtzonen oder an Teichrändern.

Als Mitglied der Familie Onagraceae verbreitet sich die Art leicht über Samen und kann sich stark selbst aussäen. Daher eignet sie sich besser für naturnahe oder Wildstaudengärten als für streng gestaltete Beete.

Erscheinungsbild & Blühzyklus

Das Zottige Weidenröschen erreicht eine Höhe von 60 bis 120 cm. Die aufrechten Stängel sind dicht behaart, oft mit rötlichem Stich. Die lanzettförmigen, gegenständigen Blätter sind gezähnt und ebenfalls behaart – daher der Name „zottig“. Das Laub ist mittelgrün und fühlt sich rau an.

Von Juni bis September erscheinen zahlreiche, vierblättrige, purpurrote Blüten in aufrechten Trauben. Jede Blüte misst 2–3 cm im Durchmesser, hat einen hellen, fast weißen Grund und acht goldgelbe Staubblätter. Die Blütezeit ist lang, lockt Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Danach bilden sich längliche Kapselfrüchte, die sich öffnen und das flauschige, windverbreitete Samenmaterial freigeben.

Idealer Standort

Wählen Sie einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz mit einer Lichtintensität von mindestens 7/10. Tiefer Schatten ist ungeeignet, aber leichter Nachmittagsschatten im Sommer wird gut vertragen. Ideal ist eine Lage an Teichen, Regenwassertanks oder in feuchten Staudenbeeten.

Winterhart bis USDA-Zone 5 (–20 °C) übersteht die Pflanze problemlos deutsche Winter. Halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 40 cm ein, da sich die Art durch Samen und unterirdische Ausläufer ausbreiten kann. Auf gardenworld.app können Sie prüfen, ob die Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen in Ihrem Garten für das Zottige Weidenröschen geeignet sind.

Bodenanforderungen

Die Pflanze bevorzugt feuchte, durchlässige, kalkhaltige Böden mit einem pH-Wert zwischen 7,5 und 8. Sie gedeiht gut auf lehmigen oder schluffigen Böden, nicht aber auf trockenen, sandigen oder sauren Böden. Stagnierendes Wasser verträgt sie nur kurz.

Vermeiden Sie nährstoffreiche Erde oder Düngung – das Zottige Weidenröschen blüht besser auf mäßig fruchtbaren Standorten. Zu viel Nährstoff führt zu schlaffen Trieben und geringer Blütenbildung.

Gießen

In der ersten Vegetationsperiode regelmäßig gießen, besonders bei Trockenheit. Eingewurzelt zeigt die Pflanze eine gewisse Trockenheitstoleranz, solange der Boden kühl bleibt. In trockenen Gärten helfen Mulch aus Rindenkompost oder Laubstreu, um Feuchtigkeit zu speichern.

Vermeiden Sie das Besprühen des Laubs, um Pilzbefall in feuchter Luft vorzubeugen.

Schneiden

Ein Schnitt ist nicht zwingend erforderlich, aber das Zurückschneiden abgeblühter Stängel im Spätsommer reduziert die Selbstaussaat. Schneiden Sie bis knapp über den Boden ab, wenn Sie die Verbreitung begrenzen möchten. Für einen natürlichen Look können einige Samenstände bis zum Winter stehen bleiben.

Entfernen Sie kranke oder beschädigte Triebe im Sommer mit einer scharfen Gartenschere.

Pflegekalender

  • März/April: Altes Pflanzenmaterial entfernen, neue Triebe kontrollieren.
  • Mai: Neue Pflanzen in feuchte Erde setzen. Für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen.
  • Juni – August: Hauptblütezeit. Auf Blattläuse oder Mehltau achten. Kein Dünger nötig.
  • September: Beginn der Rückschnitte.
  • Oktober: Rückschnitt abschließen. Jungpflanzen umsetzen oder entfernen.
  • November – Februar: Ruhephase. Keine aktive Pflege erforderlich.

Winterhärte

Das Zottige Weidenröschen ist winterhart bis USDA-Zone 5–8. Der oberirdische Teil stirbt im Herbst ab, die Wurzeln überwintern und treiben im Frühjahr erneut aus. Kein Winterschutz erforderlich, auch bei strengen Temperaturen.

Begleitpflanzen

Kombinieren Sie es mit anderen feuchtigkeitsliebenden Stauden wie Mädesüß (Filipendula ulmaria), Tausendblatt (Achillea) oder Königskerze (Lythrum salicaria). Für Kontrast sorgen gelbe Stauden wie Goldrute (Solidago) oder Sumpf-Iris.

Vermeiden Sie trockenheitsliebende Pflanzen wie Lavendel oder Fetthenne.

Abschluss

Das Zottige Weidenröschen ist eine pflegeleichte, blütenreiche Staude, die Höhe und Wildbienen-Attraktivität in feuchte Gartenecken bringt. Mit etwas Platz und der richtigen Lage wird es sich Jahr für Jahr neu entfalten.

Erhältlich bei OBI oder Hornbach, oft in 1- bis 2-Liter-Töpfen. Auch als Saatgut erhältlich – Blüte beginnt aber meist erst im zweiten Jahr. Mit etwas Geduld wird es eine dauerhafte Bereicherung.