Durieu-Weidenroeschen (Epilobium duriaei): kompletter Ratgeber
Epilobium duriaei
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Uberblick
Epilobium duriaei, das Durieu-Weidenroeschen, ist eine aufrechte, krautige Staude aus der Familie der Nachtkerzengewaechse (Onagraceae). Die Art ist nach dem franzoesischen Botaniker Michel Charles Durieu de Maisonneuve benannt und wachst in einem relativ engen Verbreitungsgebiet: von der Schweiz ueber die franzoesischen und spanischen Pyrenaeen bis in den Nordwesten Spaniens, auf feuchten Bergwiesen, an Bachufern und in kalkhaltigen Felsspalten zwischen 1000 und 2500 Metern Meereshoehe.
Als Mitglied der Gattung Epilobium teilt sie mit dem bekannteren Schmalblattrigen Weidenroeschen (Epilobium angustifolium) die charakteristischen vierblatigen Blueten und die federig behaarten Samen. Epilobium duriaei ist jedoch kleiner und zierlicher und bevorzugt dauerhaft feuchte, nahrstoffreiche Standorte. Die violett-rosa Blueten erscheinen im Juli und August und locken zahlreiche Bestauber an. Auf gardenworld.app finden Sie Gestaltungsideen fur Teichangepflanzungen und naturalisierte Gaerten, in denen solche seltenen Gebirgsstauden gut zur Geltung kommen.
Die Art wurde fruher auch unter den Synonymen Epilobium mathiaei und Epilobium montanum subsp. duriaei gefuehrt; Epilobium duriaei ist heute die akzeptierte Bezeichnung.
Aussehen und Bluetezeit
Epilobium duriaei bildet dichte Horste aus schlanken, aufrechten, leicht behaarten Stengeln von 20 bis 50 cm Hoehe. Die Blaetter sind gegenstanidig oder wechselstandig, elliptisch bis oval, hellgrun und leicht gezahnt am Rand.
Die Blueten sind das auffallendste Merkmal: vierblatig, violett bis rosa-violett, in lockeren Trauben am Stengelende angeordnet. Die Blutezeit erstreckt sich von Juli bis August. Nach der Bluete bilden sich langliche Kapselfruchte, die bei Reife aufplatzen und die charakteristischen federig behaarten Samen freisetzen, die der Wind verbreitet.
Idealer Standort
Als Bergpflanze benoetigt Epilobium duriaei einen kuhlen, feuchten Standort in voller Sonne bis Halbschatten. Lang anhaltende Nachmittagssonne in heissen Sommern erhoht den Wasserbedarf erheblich und kann Stresssymptome verursachen.
Am besten geeignet sind Teichangepflanzungen, Bachrantenbepflanzungen, Moor- oder Sumpfgaerten sowie feuchte Steingaerten. Die Pflanze ist kein Kandidat fuer trockene, sonnige Beete oder sandige Boden ohne regelmasige Bewasserung. Eine Lage mit Morgensonne und Halbschatten am Nachmittag, auf dauerhaft frischem Boden, liefert die besten Ergebnisse.
Boden
Epilobium duriaei gedeiht am besten auf einem neutralen bis schwach alkalischen, humusreichen und feuchten Boden (pH 7,0 bis 7,5). In der Natur besiedelt es die kalkbeeinflussten Bergwiesen der Pyrenaeen, was seine Toleranz gegenuber etwas Kalk im Substrat erklart. Der Boden muss gut strukturiert sein - gleichzeitig drainierend und wasserhaltefaehig. Schwere, stauende Tone und schnell austrocknende Sandige Boden sind ungeeignet. Bereichern Sie den Boden mit Laubkompost oder reifem Gartenkompost. Ein jahrliches Mulchen mit Rindenmulch oder Kompostlaub halt die Bodenfeuchte aufrecht und verbessert die Struktur. Bei OBI und Hornbach sind geeignete Substratmischungen fuer feuchte Staudenbeete erhaltlich.
Giessen
Feuchtigkeit ist die wichtigste Kulturbedingung fuer Epilobium duriaei. Die Pflanze vertragt keine anhaltende Trockenheit und zeigt bei Wassermangel rasch Stresssymptome. Von April bis September ist regelmasiges, konsistentes Giessen unverzichtbar, besonders wahrend Hitzewellen.
An einem naturlich feuchten Standort - Teichrand, Bachufer, Bereich mit hohem Grundwasserstand - versorgt sich die Pflanze weitgehend selbst. Im normalen Staudenbeet kann zweimal bis dreimal wochentliches Giessen in Hitzephasen noetig sein. Regenwasser ist gegenuber kalkhaltigem Leitungswasser vorzuziehen. Eine Mulchschicht von 8 bis 10 cm am Wurzelhals begrenzt die Verdunstung.
Schnitt
Epilobium duriaei ist eine vollstandig krautige Staude, die im Winter vollig einzieht. Wahrend der Vegetationsperiode ist kein Ruckschnitt erforderlich. Verbluhte Stengel werden im August oder September entfernt, wenn eine Selbstaussaat verhindert werden soll. Im fruehen Fruhling, sobald neue Bodentriebe sichtbar werden (Marz bis April), werden die vorjahrigen Stengel bodennah abgeschnitten.
Eine Teilung ist nur notig, wenn die Horste zu dicht werden; sie erfolgt im Fruhling bei Vegetationsbeginn.
Pflegekalender
Januar-Februar: Ruhephase. Keine Massnahmen noetig. Bodentrockenheit unter Frost prufen.
Marz-April: Neue Triebe erscheinen. Vorjahriges Material abschneiden. Leichte Staudendungergabe.
Mai-Juni: Stengel wachsen heran. Bodenfeuchtigkeit aufrechterhalten. Mulch erganzen.
Juli-August: Blutezeit. Bei Trockenheit giessen. Bestauber beobachten.
September: Kapselfruchte entfernen, wenn Aussaat unerwunscht ist.
Oktober-Dezember: Einziehen der Pflanze. Mulchschicht uber den Wurzelhals auftragen.
Winterharte
Epilobium duriaei ist eine Bergpflanze, die in ihrer Heimat strenge, schneebedeckte Winter erlebt, und gilt als winterhart bis USDA-Zone 5, mit Minimaltemperaturen um -28 Grad Celsius. In Deutschland, Osterreich und der Schweiz ueberwintert die Pflanze problemlos im Freiland. Die oberirdischen Teile sterben nach dem ersten Frost ab; Wurzeln und Wurzelhals uberstehen den Winter unbeschadet im Boden. Kuebelexemplare sollten bei langer anhaltenden Temperaturen unter -15 Grad Celsius frostrfrei eingewintert werden.
Begleitpflanzen
Epilobium duriaei verbindet sich natuerlich mit anderen feuchtigkeitsliebenden Stauden. Astilben und Maedesuess (Filipendula ulmaria) teilen die Vorliebe fur nahrhafte, feuchte Boden und bluehen teilweise gleichzeitig. Trollius europaeus und Primula farinosa sind typische Bergwiesenbegleiter mit gleichen Anspruechen.
Am Teichrand ergaenzen Blutweiderich (Lythrum salicaria), Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) und Sumpfdotterblume (Caltha palustris) das naturnahe Bild. Farne (Dryopteris, Athyrium) liefern in den schattigeren Bereichen des Beets schonen Blattkontrast. Weitere Gestaltungsideen fuer feuchte Staudenpflanzungen finden Sie auf gardenworld.app.
Abschluss
Epilobium duriaei ist eine zuruckhaltende, aber bezaubernde Gebirgsstaude fur feuchte Garten, Teichrander und kuhle Steingaerten. Ihre violetten Sommerbluten, das zierliche Wuchs und die Nahe zu anderen Wasserrandpflanzen machen sie zu einem authentischen Element naturalistischer Gartengestaltung. Zu finden bei Spezialisten fuer alpine Stauden oder Wasserpflanzen - wer ihr die noetige Feuchtigkeit bietet, wird mit jahrelanger diskreter Schoenheit belohnt.
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