Zurück zur Pflanzenzyklopädie
Draba nivalis Schnee-Felsenblumenkresse kissenformige Pflanze mit weissen Bluten auf Fels
Brassicaceae7. Juni 202612 min

Draba nivalis: kompletter Ratgeber

Draba nivalis

Mochten Sie Draba nivalis: kompletter Ratgeber in Ihrem Garten sehen?

1 Minute, keine Kreditkarte

Kostenlos starten

Uberblick

Draba nivalis ist eine kleine, kissenformige ausdauernde Krauterpflanze aus der Familie der Brassicaceae (Kreuzblutler). Sie wurde erstmals 1793 vom schwedischen Botaniker Liljeblad beschrieben und wachst nativ in den subarktischen und arktischen Zonen Skandinaviens, Finnlands, Islands, Gronlands, Kanadas, Alaskas und Sibiriens. Englische Trivialnamen sind 'snow draba' und 'yellow arctic draba'; auf Franzosisch heisst sie 'drave des neiges', auf Schwedisch 'isdraba'.

Der Gattungsname Draba leitet sich vom griechischen Wort 'drabe' ab, das auf den scharfen Geschmack einiger Arten der Gruppe hindeutet. Das Artepithet 'nivalis' bedeutet 'zum Schnee gehorend' oder 'in Schneenahe wachsend' - eine treffende Bezeichnung fur eine Pflanze, die in der kalten, exponierten Umgebung polarer Tundra, alpiner Schuttfluren und Schneetalachsenvegetation gedeiht. Draba nivalis gehort zur selben Familie wie Kohl, Senf und Brunnenkresse und teilt mit diesen die charakteristische vierblattrige Kreuzblute, die der Brassicaceae ihren deutschen Alternativnamen 'Kreuzblutler' gegeben hat.

Diese Pflanze ist definitiv kein Gras und keine Graminee. Draba nivalis ist eine rosettenbildende, kissenformende krautige Staude mit kompaktem Wuchs und weissen Bluten - eine echte Brassicaceae der alpinen und subarktischen Flora. Ihre winzige Grosse, extreme Kaltetoleranz und faszinierende okologische Herkunft machen sie zu einem gesuchten Spezialisten fur Steingarten, Alpine-Wannen und botanische Sammlungen. Ideen fur Steingarten- und Alpinpflanzungen finden Sie auf gardenworld.app.

Aussehen und Blutezeit

Draba nivalis bildet kompakte, dichte Kissen oder Rosetten kleiner, schmaler, elliptisch-lanzettlicher Blatter, die dicht am Boden liegen und selten mehr als 1 bis 3 cm lang werden. Die Blatter sind mit kleinen sternformigen (stellaten) Haaren bedeckt, die der Pflanze eine hell-graugrun bis silbrig glanzende Erscheinung geben - eine wichtige Anpassung an die intensive UV-Strahlung, austrocknende Winde und extremen Temperaturschwankungen arktischer und alpiner Lebensraume. Diese Behaarung ist auch ein nutzliches Bestimmungsmerkmal.

Im Fruhjahr - in der Natur typischerweise zwischen April und Juli je nach Hohe und Breite - treibt die Pflanze schlanke Blutenstaengel von 3 bis 10 cm Hohe aus, die kleine traubige Blutenbuschel tragen. Jede Blute hat vier freie, weisse Kronblatter und ist nur wenige Millimeter gross. Die Blutenbuschel wirken dennoch auffallend: ihr reines Weiss kontrastiert scharf mit den graugrun en Kissen und dem kahlen Felshintergrund des naturlichen Lebensraums. Nach der Blute bilden sich kleine, abgeflachte Schotchen (Siliculae), die oval geformt sind und einige durch den Wind verbreitete Samen enthalten.

Idealer Standort

Draba nivalis ist vollstandig an arktische und subalpine Bedingungen angepasst. Im Garten sucht man einen Standort, der diese Umgebung so genau wie moglich nachahmt: volle Sonne oder sehr leichter Halbschatten, ausgezeichnete Luftzirkulation und perfekte Wasserableitung. Warme und anhaltende Nasse sind ihre schlimmsten Feinde. Sie eignet sich ideal fur Steingarten, Alpine-Wannen, erhohte Schuttbeete und Biodiversitats-Dachbepflanzungen mit trockenheitstolerlanten Bergpflanzen.

In der Natur wachst sie auf kahlen Felsflachen, in Felsritzen, auf kiesigen Tundraflachen und an den Randern von Schneefeldern, vom Meeresniveau in arktischen Zonen bis weit uber die Baumgrenze in Gebirgen. Im Garten gedeiht sie am besten zwischen Steinen eingeklemmt, in den Fugen einer Trockenmauer, in einem erhohten Schuttbeet oder in einem alpinen Stein- oder Betonbecken. Der Schutz vor langanhaltendem Staunaesse im Winter - typisch fur die regenreichen, milden Winter des maritimen Westeuropas - ist fur ihr Uberleben in deutschen, osterreichischen und schweizerischen Garten besonders wichtig.

Boden

Die Bodenanspruche von Draba nivalis sind sehr spezialisiert. Sie benotigt ein extrem gut durchlassiges, mineralreiches Substrat mit einem nahezuneutralen bis leicht alkalischen pH und sehr wenig organischer Substanz. In ihrem naturlichen Lebensraum wachst sie auf flachen, skelettreichen Boden uber Fels, nahrstoffarm aber stabil, mit verlasslicher Feuchtigkeit aus Schneeschmelze im Fruhjahr und schneller Austrocknung im Sommer.

Im Garten mischt man ein spezielles Alpinsubstrat: gleiche Teile Gartenerde, groben Kies oder Granitschotter und scharfen Sand. Dies gewahrleistet sehr schnellen Wasserabzug und gute Wurzelatmung. Saure, nahrstoffreiche Gartenerde ist ungeeignet. Draba-Arten bevorzugen einen pH zwischen 6,5 und 7,5. Kompost und Dunger sind nicht erforderlich und konnen der Pflanze schaden, indem sie zu uppigem Wachstum anregen, das den charakteristischen Kissenwuchs zerstort.

Bewasserung

Draba nivalis vertragt keine Staunasse. Sie ist vollstandig an die kurzen, kuhlen Sommer ihres Heimatgebiets angepasst, wo der Boden nach der Schneeschmelze schnell austrocknet. Im Garten sollte man nicht zusatzlich giessen, ausser bei aussergewohnlicher Trockenheit wahrend der aktiven Wachstumsphase im Fruhjahr. Eingewurzelte Pflanzen in einem gut drainierenden Steingarten oder Alpine-Wannen sind in Bezug auf Feuchtigkeit praktisch selbstversorger.

Die grosste Gefahr in westeuropaischen Garten ist nicht Kalte, sondern anhaltende Winternasse: dauerhafter Regen in Verbindung mit massigem Frost und schlechter Entwasserung fuhrt zu Hals- und Wurzelfaule und schnellem Absterben. Eine Glasscheibe oder Dachziegel uber der Pflanze wahrend regenreicher Wintermonate - die klassische 'Alpinhaus'-Technik - kann den Unterschied zwischen Uberleben und Verlust ausmachen. Uberwintern in einem unbeheizten, aber gut belufteten Kalthaus ist ideal.

Schnitt

Draba nivalis benotigt keinen Schnitt im herkommlichen Sinne. Nach der Blute konnen getrocknete Blutenstaengel entfernt werden, was jedoch nur asthetisch ist. Beim Entfernen von abgestorbenem Material ist Vorsicht geboten, um die kompakten Kissen nicht zu beschadigen oder aufzureissen, da Wunden in den feuchten europaischen Bedingungen Eintrittspforten fur Pilzinfektionen sein konnen.

Teilung oder Trennung von Kissen ist moglich, erfordert jedoch Fingerspitzengefuhl. Der beste Zeitpunkt ist unmittelbar nach der Blute im Spatsommerbeginn, wenn die Pflanze aktiv wachst. Stecklinge werden von jungen, nicht bluhenden Seitentrieben genommen und in einem kiesigen, kalkhaltigen Stecksubstrat bewurzelt.

Pflegekalender

Januar bis Februar: Pflanze in Ruhe; Prioritat ist Schutz vor Regen und Staunasse, nicht vor Frost, da die Pflanze vollstandig winterhart ist; mit einer Glasscheibe oder einem offenen Gewolbe vor anhaltender Nasse schutzen bei gleichzeitig guter Beluftung. Marz: erste Anzeichen von Neuaustrieb; prufen, ob die Pflanze gut durch den Winter gekommen ist; abgestorbene Blattreste mit einer feinen Burste aus den Kissen entfernen. April bis Juni: Blutezeit je nach Klima und Hohe; kein besonderer Pflegebedarf; Bewasserung vermeiden, ausser bei aussergewohnlicher Trockenheit. Juli bis August: vegetative Wachstumsphase; Stecklinge bei Bedarf von jungen Seitentrieben nehmen. September bis Oktober: Pflanze bereitet sich auf Dormanz vor; getrocknete Blutenstaengel nach Wunsch entfernen. November bis Dezember: vollstandige Ruhe; vor anhaltender Nasse schutzen; Frost ist kein Problem.

Winterharte

Draba nivalis ist ausserordentlich winterhart und vertragt Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. In ihrem naturlichen Lebensraum - Gronland, Svalbard, Alaska, Nordkanada und Nordsibieren - werden Temperaturen von -30 Grad Celsius oder kalter regelmasig erreicht, und die Pflanze ubersteht dies zuverlassig unter einer schutzen den Schneeschicht. In gartnerischen Bewertungen entspricht sie den USDA-Zonen 1 bis 4, was sie zu einer der kaltetoleranten testen Gartenpflanzen macht, die kultiviert werden kann.

Die grosste Gefahr in westeuropaischen Garten ist nicht Kalte, sondern milde, nasse Winterbedingungen: anhaltender Regen in Verbindung mit massigem Frost und unzureichender Entwasserung verursacht Faule. Mit der richtigen Kultur - perfekte Drainage und Regenschutz im Winter - gedeiht Draba nivalis erfolgreich in Steingarten und Alpine-Wannen in Deutschland, Osterreich und der Schweiz. Spezialnurseries und Alpinpflanzengesellschaften sind die besten Quellen fur diese seltene Art; in Gartenfachmarkten wie OBI oder Hornbach ist sie ublicherweise nicht erhaltlich.

Pflanzpartner

Draba nivalis kombiniert am besten mit anderen kleinen alpinen und arktischen Pflanzen, die dieselben Bodenanspruche und Wachstumsbedingungen teilen. In einem Steingarten oder einer Alpine-Wanne eignen sich als Begleiter: Saxifraga-Arten (Steinbrech), Sempervivum-Arten (Hauswurz), Androsace-Arten (Mannsschild), Minuartia-Arten (Miere), Primula minima (Zwerg-Primel), Cerastium alpinum (Alpen-Hornkraut) und kleine Campanula-Arten wie C. cochleariifolia. All diese Arten bevorzugen ein mineralreiches, gut durchlassiges, nahezuneutrales Substrat.

In einem Schuttbeet mit Sedums und anderen sukkulenten Bodendecker-Pflanzen kommt Draba nivalis ebenfalls zur Geltung, sofern die Drainage tadellos ist. Besonders reizvoll wirkt sie neben Moosen und kleinen Flechten in einer Miniaturlandschaft in einem Steintrog. Personliche Gestaltungsvorschlage fur Steingarten und Alpinpflanzungen finden Sie auf gardenworld.app.

Fazit

Draba nivalis ist eine faszinierende Zwergpflanze aus den extremsten Lebensraumen der Erde - ein lebendiges Kissen, das dort gedeiht, wo kaum eine andere Blutenpflanze uberlebt. Ihre kompakte Form, das silbrig behaarte Laub und die klaren weissen Fruhjalrsbluten machen sie zu einem echten Schatz fur Steingarten, Alpine-Wannen und Spezialsammlungen. Sie benotigt keine Warme, keinen nahrstoffreichen Boden und keine intensive Pflege - verlangt aber Respekt vor ihrer okologischen Herkunft: kalte Winter, kurze kuhle Sommer, perfekte Drainage und Schutz vor dem anhaltenden Winterregen des maritimen Westeuropas.

Kostenloses Design

Mochten Sie Draba nivalis: kompletter Ratgeber in Ihrem Garten sehen? Erstellen Sie jetzt ein kostenloses Design.

Foto hochladen, Stil wahlen und in unter einer Minute ein fotorealistisches Design inklusive Pflanzenliste erhalten.

Kostenlos starten

Keine Kreditkarte erforderlich