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Crescentia portoricensis mit gelben Blueten an Stamm und Aesten
Bignoniaceae7. Juni 202612 min

Higuero de sierra: kompletter Ratgeber

Crescentia portoricensis

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Überblick

Crescentia portoricensis, auf Spanisch 'higuero de sierra' (Gebirgskalebasse) genannt, ist einer der seltensten Tropenbaume der Karibik. Die Art aus der Familie der Bignoniaceae kommt ausschliesslich im Sudwesten von Puerto Rico vor, wo sie an Berghangen in trockeneren Lagen gedeiht. Der Botaniker Britton beschrieb die Art 1916 erstmals wissenschaftlich. Auf gardenworld.app finden Sie umfangreiche Inspiration fur die Kultivierung seltener exotischer Baume und Topfpflanzen.

Das Genus Crescentia ist bekannt fur seine grossen, hartschaligen Fruchte, die von indigenen Volkern seit Jahrhunderten als Schopfgefasse, Musikinstrumente und Dekorationsgegenstande genutzt werden. Der Higuero de sierra tragt diese grossen, grunen, kugelformigen Fruchte direkt am Stamm und an den starken Asten - ein als Kauliflorie bekanntes Phanomen, das bei tropischen Baumen verbreitet ist.

Erscheinungsbild und Blute

Der Higuero de sierra entwickelt sich zu einem mittelgrossen Baum oder grossem Strauch mit einzelnem Stamm. Das Laub ist grob strukturiert und tiefgrun. Die gelben Bluten sind auffallend und kommen - typisch fur Crescentia - direkt am alten Holz hervor, was als Kauliflorie bezeichnet wird. Diese Anpassung erleichtert die Bestaubung durch Fledermause und nachtaktive Insekten, die sich in Stammnahe bewegen.

Die Bluten offnen sich uberwiegend nachts und verstromen einen leichten Duft. Nach der Befruchtung entstehen grosse, runde, gruene Fruchte, die lange am Baum verbleiben und das ganze Jahr uber einen dekorativen Effekt erzielen. In seiner puertoricanischen Heimat blut der Baum uber einen grossen Teil des Jahres, abhangig von den Niederschlagsmustern.

Idealer Standort

Als streng tropische Art braucht Crescentia portoricensis einen warmen, sonnigen Standort. In deutschen, osterreichischen und schweizerischen Garten wird er ausschliesslich als Kübelpflanze gehalten, die den Sommer draussen verbringt und den Winter frostfrei uberwintert. Stellen Sie den Kubel von Ende Mai bis September an einen Sudwest- oder Sudostausrichtung mit moglichst viel direkter Sonne.

Sobald die Nachttemperaturen auf unter 10 Grad Celsius sinken - in Mitteleuropa typischerweise ab Oktober - muss die Pflanze nach drinnen. Geeignet sind ein helles Wintergarten, ein beheiztes Gewachshaus oder ein gut beleuchteter Wohnraum uber 10 Grad Celsius. Bei Dunkelheit verliert die Pflanze rasch ihre Blatter und schwacht sich dauerhaft.

Boden

In der Natur wachst diese Art auf Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 6,0, gut durchlassig und massig nahrstoffreich. Verwenden Sie fur den Topfanbau eine Mischung aus hochwertigem Substrate und Perlite oder Quarzsand im Verhaltnis 2:1. Diese Mischung ahmt die gut durchlufteten, schnell drainierenden Boden der Berghange nach und liefert zugleich ausreichend Feuchtigkeit und Nahrstoffe.

Vermeiden Sie schwere, tonige Substrate, die lange nass bleiben. Staunasse ist die haufigste Ursache fur das Scheitern tropischer Kübelpflanzen. Topfen Sie alle zwei bis drei Jahre im Fruhling in einen etwas grosseren Topf um. OBI und Hornbach fuhren geeignete Spezialsubstrate fur tropische Kübelpflanzen. Eine Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben am Topfboden verbessert den Wasserabzug zusatzlich.

Giessen

Wahrend der Vegetationszeit (Mai bis September) regelmasig giessen und die oberen Zentimeter des Substrats zwischen zwei Wassergaben leicht antrocknen lassen. Crescentia portoricensis toleriert kurze Trockenperioden, wachst aber kraftiger und bildet mehr Laub bei gleichmassiger Feuchtigkeit. Im Hochsommer kann Giessen alle zwei bis drei Tage notwendig sein, je nach Topfgrosse und Witterung.

Von Oktober bis April, wenn die Pflanze drinnen in gedampftem Licht und kuhler Temperatur steht, sehr sparsam giessen. Das Substrat sollte starker abtrocknen als im Sommer. Staunasse in der Ruhephase fuhrt rasch zur Wurzelfaule. Verwenden Sie Regenwasser oder zimmerwarmes Leitungswasser. Bei hartem Leitungswasser kann sich der pH-Wert des Substrats langfristig erhohen; dann empfiehlt sich gelegentliches Ansauern mit etwas Zitronensaure.

Schnitt

Crescentia portoricensis benotigt unter normalen Umstanden nur wenig Schnitt. Da Bluten und Fruchte direkt am alten Holz erscheinen, sollte man starkes Zuruckschneiden vermeiden, um die Fruchtproduktion nicht zu beeintrachtigen. Im fruhen Fruhling, vor dem Herausstellen, werden abgestorbene, beschadigte oder sich kreuzende Aste mit scharfem, sauberem Werkzeug entfernt.

Wenn die Pflanze den verfugbaren Raum uberschreitet, kann nach dem letzten Frostrisiko ein starkerer Ruckschnitt erfolgen. Crescentia treibt in der Regel gut aus schlafenden Knospen aus. Grosse Schnittwunden mit einem Wundverschlussmittel versiegeln. Im Herbst und Winter sollte kein Schnitt erfolgen, da die Pflanze in der Ruhephase Wunden schlechter abheilt.

Pflanzkalender

Januar bis Februar: minimale Wassergaben, Temperaturen uber 10 Grad Celsius, kein Dunger.

Marz: Bewasserung langsam steigern, auf Schadlinge kontrollieren, bei Bedarf umtopfen.

April bis Mai: Dungung monatlich aufnehmen, an kuhlen Tagen abhartan, nach den Eisheiligen (Mitte Mai) hinausstellen.

Juni bis August: volle Wachstumsphase, regelmasig giessen, monatlich dunger, auf Blattlause und Spinnmilben achten.

September: Wassergaben reduzieren, Dungung einstellen, Vorbereitung fur den Einzug.

Oktober bis November: vor Nachtfrosten einraumen, hellen Uberwinterungsplatz aufsuchen.

Dezember: minimale Pflege, nur bei vollig trockenem Substrat giessen.

Winterharte

Crescentia portoricensis ist nicht winterhart und entspricht den USDA-Hartegrad-Zonen 11-12, also dauerhaft frostfreien tropischen Klimaten wie Sudfl Florida, den Kanarischen Inseln oder der Karibik. In Deutschland, Osterreich und der Schweiz muss die Pflanze zwingend frostfrei uberwintert werden. Die sichere Mindesttemperatur liegt bei etwa 10 Grad Celsius. Kurze Abkuhlungen auf etwas niedrigere Temperaturen sind meist nicht sofort todlich, konnen aber Blattverlust und Schwachung verursachen. Planen Sie rechtzeitig einen geeigneten Uberwinterungsplatz ein. Auf gardenworld.app konnen Sie Ihre Terrassengestaltung planen und herausfinden, welche tropischen Begleitpflanzen ideal zusammenpassen.

Begleitpflanzen

Die exotische Ausstrahlung des Higuero de sierra harmoniert wunderbar mit anderen grossen tropischen Kübelpflanzen. Bananenstauden (Musa basjoo oder ornamentale Musa-Arten), Strelitzia reginae, Hibiscus rosa-sinensis und Cannas bilden beeindruckende Tropenschaugruppen auf Terrasse oder Balkon. Bei OBI und Hornbach finden Sie im Sommer eine Auswahl tropischer Kübelpflanzen, die gut zu Crescentia passen.

Fur den Terrassensockel eignen sich hangepflanzen wie Tradescantia zebrina oder Chlorophytum comosum, die den Topfrand umspielen und ein vollstandiges Bild ergeben. In einer Orangerie oder einem Wintergarten lassen sich Kletterpflanzen wie Mandevilla als vertikale Akzente einbeziehen.

Abschluss

Der Higuero de sierra ist eine aussergewohnliche Sammlerpflanze mit einer sehr begrenzten naturlichen Verbreitung in den Bergregenwaldern von Puerto Rico. Die Kultivierung in Mitteleuropa erfordert Sorgfalt und ausreichend Platz fur die Uberwinterung, wird aber mit einem beeindruckenden tropischen Baum belohnt - mit kaulif loren gelben Bluten, auffallenden grunen Fruchten und einer einzigartigen Gartengeschichte, die Ihren Garten mit den Bergwaldlandern der Karibik verbindet.

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