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Crepis acuminata zugespitzte Pippau mit gelben Zungenbluten auf trockenem Felsboden
Asteraceae7. Juni 202612 min

Zugespitzte Pippau: kompletter Ratgeber

Crepis acuminata

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Uberblick

Crepis acuminata, auf Deutsch als Zugespitzte Pippau bezeichnet, ist eine ausdauernde Krautpflanze aus der grossen und artenreichen Familie der Asteraceen. Die Art ist im westlichen Nordamerika heimisch, von British Columbia und Idaho sudwarts bis nach Kalifornien, Nevada und New Mexico. In ihrer naturlichen Heimat waechst sie auf trockenen, felsigen Hangen, offenen Beifussteppen, montanen Wiesen und an Bergstrassenrandern in Hohen von 400 bis uber 2500 Metern. Der englische Name 'tapertip hawksbeard' bezieht sich auf die scharf zugespitzten Spitzen der Involukralbrakteen, die den Blutenknospen ihre charakteristische Form geben.

Crepis ist eine grosse Gattung mit mehr als 200 Arten in gemassigten und subtropischen Zonen der Nordlichen Hemisphare. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen 'krepis' (Sandale oder Schuh) ab. Das Artbeiwort acuminata bedeutet 'zugespitzt' und beschreibt die charakteristischen scharfen Spitzen der Hullen-Brakteen. Im Gegensatz zu bekannten Unkrautarten wie Crepis capillaris oder Crepis biennis, die in Europa als Acker- und Wiesenpflanzen vorkommen, ist Crepis acuminata eine spezialisierte Pflanze trockener Bergstandorte.

Sie bildet eine Grundblattrosette aus tief eingeschnittenen, pfeil- bis lanzettlichen Blattern und entwickelt schlanke, verzweigte Stangel mit lowenzahnahnlichen gelben Blutenkopfen von 1 bis 2 cm Durchmesser. Ihre bemerkenswerte Toleranz gegenuber Trockenheit und Hitze macht sie interessant fur Gartenfreunde mit trockenen, naturalistischen Rabatten. In europaischen Garten ist sie noch wenig verbreitet, hat aber Potential als leichter, ungezwungener Vertreter des Prarie- oder Bergwiesenstils.

Aussehen und Blute

Crepis acuminata bildet eine aufrechte bis aufsteigende Pflanze von 30 bis 80 cm Hohe, gelegentlich bis 100 cm. Die Grundblatter sind 10 bis 30 cm lang, tief und unregelmasig eingeschnitten, pfeil- bis lanzettlich, mit einem deutlich blassgrunen bis graugrunen Farbton und einer leichten Wachsschicht, die dem Laub im hellen Sonnenlicht einen leicht silbrigen Schimmer verleiht. Die Stengelblatter werden nach oben kleiner und umfassen teilweise den Stangel. Die Stangel sind hohl, leicht bemehlt und in der oberen Halfte verzweigt, was der Pflanze ein luftiges, offenes Erscheinungsbild verleiht.

Die Blutezeit erstreckt sich von Mai bis August. Die Blutenkopfe von 1 bis 2 cm Durchmesser enthalten nur Zungenbluten (keine Rohrenbluten), gleichmaig zitronengelb bis leuchtend goldgelb gefarbt. Sie werden in lockeren, unregelmasigen Doldenrispenmit an den Triebspitzen getragen. Einzelne Kopfchen offnen sich fruh morgens und schliessen sich nachmittags oder bei bedecktem Himmel, ein fur viele Crepis-Arten typisches Verhalten.

Nach der Blute entstehen charakteristische Pappus-Schirmfruchte: leicht, weiss und federig, dem Lowenzahn ahnlich, aber feiner und eleganter. Sie werden vom Wind verbreitet und konnen sich in geeigneten Verhaltnissen spontan in der Nahe der Mutterpflanze ansamen. Diese Selbstaussaat ist moderat und in der Regel nicht invasiv. Die Pfahlwurzeln dringen tief in den Boden ein, was sowohl die Trockenheitstoleranz erklart als auch die Verpflanzung nach der Etablierung erschwert. Junge Pflanzen setzen oder direkt an Ort und Stelle aussaen.

Idealer Standort

Crepis acuminata gedeiht an einem vollsonnigen Standort. In ihrer heimischen Verbreitungsgebiet wachst sie auf offenen, windgepeitschten Hangen, wo die Sonneneinstrahlung ungehindert ist. Im europaischen Garten bedeutet das einen Platz mit mindestens sechs bis acht Stunden direktem Sonnenlicht taglich.

Die Pflanze vertragt warme, trockene Bedingungen besonders gut und eignet sich fur erhohte Beete, Kies- und Steingarten sowie trockene Prarierapbatten. Ein leicht geneigter Standort erleichtert die Drainage und ahmt den Bergstandort nach. Halbschattige Positionen sind suboptimal: Die Pflanze gedeiht zwar, bleibt aber in der Blute sparsamer. Gute Luftzirkulation hilft, Pilzkrankheiten zu vermeiden; Pflanzen mindestens 30 bis 40 cm voneinander entfernt halten.

Bodenanforderungen

Der bevorzugte Boden ist nahrstoffarm bis massig fruchtbar, sehr gut durchlassig, mit einem pH-Wert von 6,0 bis 8,0. Schwere, feuchtigkeitshaltende Tonboden sind ungeeignet. Bei Ton mindestens 25 bis 30 % groben Kies oder Perlite in die obersten 30 cm einmischen. Eine Oberflachenschicht von 5 bis 8 cm Kies verbessert die Drainage und halt die Kronenbasis trocken. Die Dungung sollte minimal bleiben: Zu nahrstoffreicher Boden fordert weiches Wachstum und verkurzt die Blutezeit. Ein leichter Langzeitdunger im Fruhjahr genugt bei nachweislich armen Boden.

Bewasserung

Einmal etabliert ist Crepis acuminata ausgesprochen trockenheitstolerant. Die tiefe Pfahlwurzel erlaubt den Zugang zu Bodenfeuchtigkeitsreserven, die flachwurzeligen Pflanzen unzuganglich sind. Im ersten Vegetationsjahr wochentlich an der Pflanzenbasis giessen (nie von oben). Ab dem zweiten Jahr ist in den meisten westeuropaischen Klimaten kaum Zusatzbewasserung notig. Staunasse im Winter ist die grosste Bedrohung; eine hervorragende Drainage ist stets sicherzustellen.

Schnitt

Wenig Schnitt ist erforderlich. Im Fruhjahr (Marz bis Anfang April) tote Stangel des Vorjahres bodennah abschneiden. Nach der Blute verwelkte Blutenkopfe entfernen, wenn zu starke Selbstaussaat unerwunscht ist; andernfalls die Schirmfruchte stehenlassen - sie sind dekorativ und bieten Vogeln Nahrung. Durch Ruckschnitt auf die Grundblattrosette nach der ersten Blutenflor ist eine zweite, bescheidenere Blutewelle moglich.

Pflegekalender

Januar-Februar : Keine aktiven Massnahmen. Die Grundblattrosette uberwintert in milden Wintern ohne Schutz. Bei Temperaturen unter -15 Grad Celsius kann eine Schicht trockenen Stroh als Schutz aufgebracht werden.

Marz : Tote Stangel des Vorjahres entfernen. Grundblattrosette auf Schneckenschaden pruefen. Erste junge Blatter erscheinen.

April-Mai : Aktive Wachstumsphase. Vorsichtig jaten. Junge Exemplare einpflanzen oder direkt aussaen. Dunger nur bei nachweislich armem Boden.

Mai-Juli : Blutezeit. Gelbe Zungenbluten geniessen. Verwelkte Kopfchen entfernen, wenn Selbstaussaat begrenzt werden soll.

August-September : Ende der Blute; Samenausbreitung. Schirmfruchte fur Zierwert und als Vogelfutter stehenlassen. Optional Ruckschnitt fur zweiten Bluteschub.

Oktober-November : Pflanze zieht sich auf Grundblattrosette zuruck. Stangel entfernen. Standort markieren.

Dezember : Ruhephase. Drainage um die Pflanze prufen.

Winterharte

Crepis acuminata ist eine winterharte Staude, die in ihrem naturlichen Verbreitungsgebiet in den Rocky Mountains und im Great Basin Wintertemperaturen von -20 Grad Celsius und darunter ubersteht. In den USDA-Zonen 4 bis 8 ist die Art zuverlassig winterhart, was den Grossteil Europas einschliesslich der Benelux-Lander, Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Konigreichs abdeckt. Die tiefe Pfahlwurzel widersteht leichtem Frost problemlos. Die Grundblattrosette uberlebt die meisten Winter ungeschutzt. Die grosste Bedrohung bleibt Staunasse im Winter kombiniert mit Kalte. In kalteren Regionen oberhalb der USDA-Zone 4 ist ein leichter Schutz aus trockenem Stroh oder Tannenzweigen uber der Rosette empfehlenswert; im Marz entfernen.

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Begleitpflanzen

Crepis acuminata verbindet sich naturlich mit anderen Stauden offener, trockener montaner und Steppenwiesen. Gute Partnerstauden fur eine europaische Trockenrabatte:

  • Salvia nemorosa: Blaue oder violette Blutenaehren bluehn gleichzeitig und bieten klassischen Farbkontrast blau-violett zu gelb. Gleiche Bodenanspruche.
  • Erigeron speciosus (Grossblumige Feinstrahlaster): kleine asterahnliche blauviolette Bluten etwas fruher im Sommer, aber mit dem Beginn der Crepis-Blute uberlappend.
  • Achillea millefolium (Gemeine Schafgarbe): flache Schirmbluten in weiss, rosa oder gelb, erganzend in der Hohe; gleiche Trockenheits- und Armuttoleranz.
  • Penstemon strictus oder P. digitalis: rohrenformige blauviolette oder weisse Bluten auf schlanken Stielen, ahnlich luftige Textur wie Crepis.
  • Festuca mairei (Marokkanischer Schwingel): grosses, horstbildendes Ziergras als neutraler Strukturgegenpol zur lockeren Blutenweise von Crepis.

Feuchtigkeitsliebende Arten oder solche mit aggressiver Selbstaussaat meiden, die die empfindlichen Crepis-Samlingpflanzen verdrangen wurden.

Fazit

Crepis acuminata ist eine ehrliche, anspruchslose Pflanze, die ihren Platz im modernen naturalistischen Garten verdient. Ihre schlanken Stangel, luftigen gelben Bluten und eleganten Schirmfruchte verleihen trockenen Rabatten uber eine lange Blutezeit Textur und Bewegung. Als Bergpflanze aus dem trockenen Westen Nordamerikas an extreme Bedingungen gewohnt, verlangt sie in Kultur wenig: Sonne, gut durchlassigen Boden und Geduld. Eine Pflanze, die den Steppengeist in den Garten bringt.

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