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Weisse Bluten des Cerastium pedunculatum auf Alpenfelsen
Caryophyllaceae7. Juni 202612 min

Langstieliges Hornkraut: kompletter Ratgeber

Cerastium pedunculatum

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Uberblick

Cerastium pedunculatum, auf Deutsch Langstieliges Hornkraut genannt, ist eine kompakte Staude aus der Familie der Caryophyllaceen (Nelkengewachse). Die Art wurde 1828 vom Schweizer Botaniker Gaudin beschrieben und ist im Alpenraum von Osterreich, Frankreich, Italien und der Schweiz beheimatet. Dort wachst sie auf steinigen Berghangen, Moranen und Kalkschutt in Hohen von meist 1.500 bis uber 2.500 m. Der Artname pedunculatum verweist auf die auffallend langen Blutenstiele, die diese Art innerhalb der gattungsreichen Gattung Cerastium auszeichnen. Wer einen Steingarten, eine Trockenmauer oder eine extensive Dachbegrünung anlegt, findet im Langstieligen Hornkraut einen genugsamem Partner. Auf gardenworld.app finden Sie Gartengestaltungsideen, die alpine Stauden wirkungsvoll in Szene setzen.

Aussehen und Bluhzyklus

Das Langstieliges Hornkraut bildet ein niedriges, kissenartiges Polster aus schmalen, lanzettlichen Blattern, die beidseitig fein behaart sind. Die Stangel sind dunn, aber zahlebig, liegend bis aufsteigend und uberschreiten selten 10 bis 15 cm Hohe. Das Laub ist graugrun, wobei die Behaarung die Pflanze vor Austrocknung und intensiver UV-Strahlung in der Hohe schutzt. Die Bluten sind klein, aber anmutig: funf tief eingebuchtete weisse Kronblatter, die zusammen einen Stern bilden und auf auffallend langen, drahtigen Stielen sitzen. Die Blute fallt in Juli und August, den kurzen Hochsommer der alpinen Zone. Danach bilden sich kleine Kapselfruchte mit zahlreichen Samen, die vom Wind verbreitet werden. Die mehrjahrige Pflanze breitet sich langsam durch Seitentriebe und Selbstaussaat aus und bildet dabei attraktive Polster.

Idealer Standort

Cerastium pedunculatum benotigt einen voll sonnigen Standort, idealerweise nach Suden oder Sudwesten ausgerichtet, mit mindestens sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung taglich. Zu viel Schatten fuhrt zu lockerem, schlapem Wuchs und schwacher Blute. Die Pflanze ist an harte Bedingungen gewohnt: Wind, grosse Temperaturschwankungen, sommerliche Trockenheit und monatelange Schneebedeckung sind in ihrem naturlichen Lebensraum normal. Im Garten bevorzugt sie daher offene, luftige Platze mit guter Luftzirkulation. Steingarten, Schotterbete, Trockenmauerkronen und extensive Dachgarten sind ideale Standorte. Auch in Topfen auf einer sonnigen Terrasse macht die Pflanze eine gute Figur, sofern die Drainage einwandfrei ist.

Boden

Der ideale Boden ist nahrstoffarm, sehr gut durchlassig und vorzugsweise leicht kalkhaltig. Auf schweren, nassen oder schlecht durchlassigen Boden leidet die Pflanze schnell unter Wurzelfaule. Beim Pflanzen sollte scharfer Sand oder feiner Kies im Verhaltnis von etwa einem Drittel Sand zu zwei Drittel Erde beigemischt werden. Eine Drainageschicht von mindestens 10 cm Kiesmaterial am Grund der Pflanzstelle ist empfehlenswert. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 7,5. Frischer Kompost und stickstoffreiche Dunger sollten vermieden werden.

Bewasserung

Einmal eingewurzelt, ist das Langstieliges Hornkraut ausgepragen trockenheitstolerant. In Regenperioden braucht es kein zusatzliches Wasser. Bei anhaltender Trockenheit zwischen Juni und August alle ein bis zwei Wochen 1 bis 2 Liter pro Pflanze direkt an die Wurzeln giessen - das Laub dabei moglichst trocken halten. Staunassel in der Winterzeit ist fast immer fatal. In Topfen keine Untertassen mit Wasseransammlungen stehen lassen.

Schnitt

Nach der Blute im September die verbluhten Stangel knapp uber dem Blattpolster zuruckschneiden. Das regt die Bildung neuer Seitentriebe an und halt die Pflanze kompakt. Im Fruhjahr abgestorbene oder frostgeschadigte Triebe entfernen. Ein harter Ruckschnitt auf das Polster ist gut vertraglich und kann altere Exemplare verjongen, die in der Mitte kahl werden.

Pflegkalender

Januar bis Februar: Ruhephase, keine Massnahmen erforderlich, Topfpflanzen vor anhaltender Nasskälte schutzen. Marz: Winterschaden prufen, abgestorbene Triebe entfernen. April: Vegetationsbeginn, bei Bedarf eine dunne Schicht mageren Kompost auftragen. Mai: Wuchs nimmt zu, extra Wasser selten notig. Juni: Vorblute, Unkraut entfernen. Juli bis August: Hauptblute, bei Trockenheit wochentlich wassern. September: Ruckschnitt nach der Blute. Oktober: Pflanze zieht sich zuruck, Wasser reduzieren. November bis Dezember: Winterruhe, auf gute Drainage achten.

Winterharte

Cerastium pedunculatum ist eine echte Alpenpflanze und damit ausgezeichnet winterhart. Sie vertragt anhaltenden Frost weit unter 0 Grad C problemlos, vorausgesetzt der Boden drainiert gut und die Pflanze steht nicht im Stauwasser. In USDA-Hartezone 4 und hoher ist die Uberwinterung im Freien in der Regel kein Problem. Monatelange Schneebedeckung schadet der Pflanze nicht - in ihrem Naturraum ist das der Normalfall. Gefahrlich ist die Kombination aus Kalte und Nassl. Ein Kragen aus grobem Kies um den Wurzelansatz verbessert die Winterdrainage. Topfpflanzen sind starker gefahrdet als eingepflanzte Exemplare, da der gesamte Wurzelballen durchfrieren kann.

Partnerpflanzen

Im Steingarten harmoniert Cerastium pedunculatum gut mit anderen Alpenpflanzen ahnlicher Anspruche: Silberwurz (Dryas octopetala), verschiedene Steinbrecharten (Saxifraga), Hauswurz (Sempervivum), teppichbildender Phlox (Phlox subulata) und niedrige Nelkenarten (Dianthus). Gemeinsam bilden sie ein vielschichtiges Polster aus Texturen und Farben, das von April bis September lebt. Auch kriechender Thymian (Thymus serpyllum) ist ein ausgezeichneter Nachbar. Auf gardenworld.app konnen Sie ein komplettes Gartenkonzept in Auftrag geben, das solche Kombinationen anschaulich und passgenau fur Ihren Vorgarten visualisiert.

Fazit

Das Langstieliges Hornkraut ist eine genugsamem, winterharte Staude mit echtem Charakter: weisse Bluten auf feinen langen Stielen, ein formschones Blattpolster und eine ausgesprochene Trockenheitstoleranz. Ob im Steingarten, auf der Trockenmauer oder als Dachbegrünung - wer ihr einen sonnigen, gut drainierenden Platz bietet, wird mit jahrlichem Blutenschmuck und minimalem Pflegeaufwand belohnt.

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