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Callianthemum coriandrifolium mit weissen Sternblüten und fein gefiedertem korianderähnlichem Laub
Ranunculaceae4. Juni 202612 min

Koriander-Schmuckblume: kompletter Ratgeber

Callianthemum coriandrifolium

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Überblick

Callianthemum coriandrifolium, die Koriander-Schmuckblume oder Korianderblättrige Schmuckblume, ist eine seltene ausdauernde Staude aus der Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae). Reichenbach beschrieb sie 1832; ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst die Pyrenäen, die Alpen und die Karpaten, wo sie in alpinen und subalpinen Rasen, auf Felshängen und Lawinenzügen in Höhenlagen zwischen etwa 1 500 und 2 500 Metern wächst. Der Artname 'coriandrifolium' bedeutet 'mit Korianderblättern' und beschreibt das fein gefiederte Laub sehr treffend, das tatsächlich an das Blattwerk von Coriandrum sativum erinnert. Taxonomisch vermittelt die Gattung Callianthemum zwischen Caltha (Dotterblume) und Ranunculus (Hahnenfuss). In Kultur ist die Pflanze eine Spezialität für den Steingarten und den Alpentrog, geschätzt von Liebhabern hochalpiner Flora. Auf gardenworld.app finden Sie Gestaltungsideen für Stein- und Alpengärten, die auch seltene Arten wie diese einschliessen.

Erscheinungsbild und Blütezeit

Die Koriander-Schmuckblume ist niedrigwüchsig und übersteigt selten 15 bis 25 cm Höhe. Ihr zwei- bis driffach gefiedertes Laub aus kleinen, gerundeten Fiedern bildet eine feine, elegante Textur und ist ausserhalb der Blütezeit das auffälligste Merkmal. Die Blattfarbe reicht von graugrün bis hellgrün je nach Standort. Die Blüten sind sternförmig und reinweiss, gelegentlich mit einem Hauch Rosa auf der Aussenseite der Kronblätter. Jede Blüte trägt fünf bis acht schmale, elliptische Kronblätter um ein Büschel gelber Staubblätter - das verleiht der Blüte ein zartes, kostbares Aussehen. In der Natur fällt die Blütezeit auf Juni bis Juli, zeitgleich mit der Schneeschmelze in den Alpen. Im Tiefland und im Garten beginnt die Blüte oft bereits im Mai. Nach der Blüte bilden sich kleine Nüsschen, die durch Wind oder Regen verbreitet werden.

Idealer Standort

Die alpinen Ursprünge dieser Art bedingen spezifische Ansprüche. Sie bevorzugt volle Sonne bis leichten Halbschatten (Ellenberg-Lichtzahl 8) bei hoher Luftfeuchtigkeit (Wert 7) und kühlem Wurzelraum. Im Garten eignet sich ein nord- oder nordwestexponierter Hang im Steingarten, ein Alpentrog, ein kühles Hochbeet oder eine geschützte Position hinter einem Felsblock, der nachmittags Schatten spendet. Heisse, südexponierte Lagen mit brennender Sommersonne sind zu vermeiden: die Pflanze leidet bei Hitze und kann während Hitzewellen rasch eingehen. Ein kühles Mikroklima - auf der Schattenseite eines grossen Steins oder unter einem lichten Blätterdach - ahmt die Verhältnisse im Gebirge nach.

Boden

Im Gegensatz zu vielen anderen Steingartenstauden benötigt C. coriandrifolium einen sauren Boden (pH 5,5 bis 6,5). Der Boden muss feuchtigkeitshalten, aber gleichzeitig gut drainiert sein - niemals staunass, aber gleichmässig feucht. Eine bewährte Mischung für Alpentröge oder Hochbeete besteht aus einem Teil kompostiertem Lauberde oder Rhododendronerde, einem Teil grobem Kies oder Perlite und einem Teil feinem Granit- oder Schiefersplitt. Diese Kombination hält ausreichend Feuchtigkeit zurück und gewährleistet gleichzeitig schnellen Wasserabzug. Nährstoffgehalte sollten gering sein (Ellenberg-Stickstoffzahl 3): nährstoffreiche Böden erzeugen schlaffe Triebe auf Kosten des kompakten Wuchses und der Blütenbildung. Kalk oder kalkhaltige Zusätze dürfen keinesfalls verwendet werden.

Bewässerung

Regelmässige Feuchtigkeit ist wichtig, aber Staunässe am Wurzelhals muss unbedingt vermieden werden. In der Natur profitiert die Pflanze von gleichmässig abfliessendem Schmelzwasser und regelmässigem Niederschlag. Im Garten regelmässig giessen bei trockenen Perioden, vor allem im Sommer, um den Wurzelraum kühl und feucht zu halten. Regenwasser oder weiches Sammelwasser ist kalkhaltigem Leitungswasser deutlich vorzuziehen: Kalk erhöht den pH-Wert des Substrats langsam und schädigt die kalkempfindliche Art. Eine dünne Mulchschicht aus feinem Kies über dem Wurzelraum hält die Feuchtigkeit und schützt den Wurzelhals vor Erwärmung. Auf gardenworld.app erhalten Sie Tipps zur wassersparenden Gestaltung von Steingärten für kalkmeidende Alpenpflanzen.

Schnitt

Sehr wenig Schnittbedarf. Nach der Blüte im Juni-Juli die verblühten Blütenköpfe entfernen, wenn Selbstaussaat unerwünscht ist; andernfalls Nüsschen stehen lassen und natürlich verbreiten. Im Herbst vorsichtig vergilbtes oder abgestorbenes Laub entfernen, die grüne Grundrosette aber intakt lassen, um den Wurzelhals über den Winter zu schützen. Teilung oder Umpflanzen am besten im frühen Frühjahr vor dem Austrieb oder unmittelbar nach der Blüte. Wurzeln mit grosser Sorgfalt behandeln, da sie fein und verletzungsempfindlich sind.

Pflegkalender

März-April: Zustand nach dem Winter prüfen, abgestorbenes Laub entfernen, bei Bedarf giessen. Mai: regelmässig giessen bei steigenden Temperaturen. Mai-Juni: Blütezeit im Garten, weisse Sternblüten geniessen. Juli: Samenstände stehen lassen oder entfernen nach Wunsch. August: Substrat durch regelmässiges Giessen kühl halten, keine Überkopfbewässerung bei Hitze. September: natürliche Samenverteilung zulassen. Oktober: grüne Rosette stehen lassen, Kiesbett um den Wurzelhals erneuern. November-Februar: Ruhephase, keine Massnahmen erforderlich.

Winterhärte

Callianthemum coriandrifolium ist überraschend frosthart: In seinem natürlichen Lebensraum liegt es monatelang unter mächtigen Schneedecken begraben. Zuverlässig winterhart bis USDA-Zone 4, geeignet für Zonen 4 bis 7. In Deutschland und Österreich (Zonen 7-8) überwintert die Pflanze problemlos, vorausgesetzt die Drainage stimmt. Paradoxerweise ist nicht der Frost, sondern der milde, feuchte Winter ohne schützende Schneedecke die grösste Bedrohung: anhaltende Nässe am Wurzelhals fördert Fäulnispilze. Kiesrand um den Wurzelhals und gute Drainage sind die beste Vorbeugung. In wärmeren Lagen (Zone 8 aufwärts) wird die Sommerhitze zum limitierenden Faktor. OBI und Hornbach führen gelegentlich Alpenpflanzen-Sortimente im Frühjahr, in denen Callianthemum zu finden sein kann.

Kombinationspartner

Im Steingarten oder Alpentrog harmoniert C. coriandrifolium gut mit anderen kalkfreimeidenden Alpenpflanzen ähnlicher Wuchsgrösse und Anforderungen: Primula auricula in naturnahen Formen, kleine Gentiana-Arten, Pulsatilla vulgaris, Soldanella alpina und kompakte Saxifraga-Arten. Frühblühende Zwiebelgewächse wie Crocus-Arten oder Scilla siberica liefern Farbe, bevor die Schmuckblume im Mai-Juni aufblüht. Kleine Farne wie Asplenium-Arten sind gute Nachbarn für Feuchtigkeitserhalt und Texturkontrast. Kalkliebende Pflanzen sind aufgrund der unverträglichen pH-Ansprüche als Kombinationspartner ungeeignet. Massgeschneiderte Steingarten-Pflanzpläne mit seltenen Spezialisten finden Sie auf gardenworld.app.

Fazit

Callianthemum coriandrifolium ist eine der elegantesten und seltensten Alpenpflanzen für den spezialisierten Steingarten. Ihr fein gefiedertes Laub und die weissen Sternblüten machen sie zu einem botanischen Juwel, das leider nur wenigen Gartenfreunden bekannt ist. Wer bereit ist, ihre spezifischen Anforderungen - saurer, frischer, gut drainierter Boden, kühler Standort, kalkfreies Wasser - zu erfüllen, wird mit einer langlebigen, zarten Blütenpracht belohnt, die dem Steingarten echten Bergcharakter verleiht.

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