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Bassia laniflora auf sandigen Boden im Spatsommer wachsend
Amaranthaceae7. Juni 202612 min

Sand-Radmelde (Bassia laniflora): kompletter Ratgeber

Bassia laniflora

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Uberblick

Bassia laniflora, auf Deutsch als Sand-Radmelde bezeichnet, ist ein einjahrige krautige Pflanze aus der Familie der Amaranthaceae (Fuchsschwanzgewachse). Die Art wurde 1978 vom Botaniker A.J. Scott formal beschrieben, basierend auf Sammlungen des russischen Naturforschers S.G. Gmelin aus dem 18. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit war die Art unter verschiedenen Synonymen bekannt, darunter Kochia laniflora und Salsola laniflora, was die taxonomischen Umstrukturierungen innerhalb der Amaranthaceae widerspiegelt. Das Artepithet "laniflora" ist Lateinisch fur "wollblumig" und verweist auf die feinen, weichen Haare, die Bluten und Stengel bedecken und der Pflanze ein charakteristisch graulich-weiches Erscheinungsbild verleihen.

Das naturliche Verbreitungsgebiet der Sand-Radmelde ist ausgedehnt: von Frankreich, Spanien, Deutschland, Polen und Ungarn im Westen uber Osteuropa und Russland bis nach Zentralasien und in den Norden Chinas. Uberall besiedelt die Art offene, trockene und nahrstoffarme Lebensraume: Flussdunen, Bahndamme, Steppenbereiche und lockere Sandflachen. Fur gardenworld.app finden Sie Inspirationen zur Gestaltung von Trockengarten und naturalistischen Pflanzungen.

Erscheinungsbild und Bluhzeit

Bassia laniflora ist eine aufrechte Jahrespflanze mit einer Hohe von 15 bis 50 cm, je nach Bodenfruchtbarkeit und verfugbarer Feuchtigkeit. Die Stengel sind zylindrisch, von den unteren Knoten aufwarts verzweigt und mit feinen, abstehenden Haaren besetzt, die der Pflanze ihre charakteristische graugrunliche Farbe verleihen. Die Blatter sind schmal, lineal bis nadelformig, wechselstandig und ebenso dicht behaart wie die Stengel.

Die Bluten sind klein und unscheinbar, grun und kronenblattlos - typisch fur die Amaranthaceae. Sie erscheinen als achselstandige Knaulchen entlang der Stengel von August bis Oktober, womit die Sand-Radmelde zu den spatbluhenden Jahrespflanzen trockener offener Standorte gehort. Der ornamentale Reiz liegt weniger in den einzelnen Bluten als in dem wollig-flaumigen Gesamtbild, das die dichte Behaarung von Stengeln und Inflorescenzen erzeugt. Die Fruchte sind kleine Nusschen, eingeschlossen von den vertrockneten Bluthullblattern.

Idealer Standort

Bassia laniflora ist eine Pionierpflanze offener, trockener, nahrstoffarmer Flachen. Im Garten ist ein vollsonniger Standort mit ganztags ungehindertem Lichteinfall unverzichtbar. Schatten wird nicht toleriert und fuhrt zu etioliertem Wuchs. Ebenso wichtig ist eine gute Bodendrainage; Staunasse und hohe Grundwasserstande sind fur diese Spezialistin vertrockneter Substrate fatal. Ein nach Suden oder Westen ausgerichtetes Beet eignet sich hervorragend. Aufgrund ihrer geringen Hohe und feinen Textur eignet sich die Pflanze als Fullpflanze in offenen Beetbereichen, als Randpflanzung entlang von Kieswegen oder im Vordergrund vor grosseren Staudenstrauchern.

Boden

Der ideale Boden ist trocken, leicht, nahrstoffarm und gut durchlassig. Sandige oder kiesige Substrate sind optimal. Auf schweren Lehmbboden ist die Einarbeitung von grobem Kies oder Quarzsand in die oberen 20 cm empfehlenswert. Dungen ist nicht nur unnotig, sondern kontraproduktiv: Stickstoffuberschuss fuhrt zu weichem, anfallgem Wuchs. In Topfen eignet sich ein Substrat aus Pflanzerde und 30 bis 40 Prozent Perlite oder feinem Kies mit ausreichend Abzugsoffnungen. Der bevorzugte pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 7,0.

Bewasserung

Bassia laniflora ist ausgepragen trockenheitstolerant und benotigt minimale Bewasserung. Einmal etabliert kommt sie in einem normalen Sommer ohne zusatzliche Irrigation aus. Bei extremer Trockenheit kann gelegentliches Giessen die Keimung junger Pflanzen unterstuzen. Stets an der Pflanzenbasis giessen, nie uber das Laub. Ubergiessen in Kombination mit schlechter Drainage ist die haufigste Schadensursache. Topfpflanzen trocknen schneller aus; das Substrat sollte zwischen zwei Wassergaben vollstandig austrocknen. Besuchen Sie gardenworld.app fur weitere Tipps zur wassersparenden Gartengestaltung.

Pflege und Ruckschnitt

Als einjahrige Pflanze benotigt Bassia laniflora kaum Pflege oder Ruckschnitt. Sie wachst in einer einzigen Vegetationsperiode auf Blute und Fruchtreife zu und stirbt danach ab. Seitentriebe konnen bei Bedarf gekappt werden, wenn die Pflanze zu breit auswachst. Zur Saatgutgewinnung lassen Sie die Fruchte vollstandig auf den Stengeln ausreifen, schneiden dann die Stengelspitzen ab und schutteln das Saatgut uber einem Papierbeutel aus. Kuhles, trockenes Lagern bis zum nachsten Fruhjahr erhalt die Keimfahigkeit. Um unkontrollierten Samenflug zu vermeiden, entfernen Sie die Bliitentrige vor der Samenreife.

Pflegekalender

  • Marz-April: Direktsaat, sobald der Boden mindestens 10 Grad Celsius erreicht; Voranzucht ab Februar bei 15 bis 18 Grad moglich.
  • Mai: Ausdunnen auf 20 bis 30 cm Abstand; Unkraut entfernen.
  • Juni-Juli: Vegetativer Wuchs; kaum Pflegeaufwand.
  • August-Oktober: Blute und Samenreife; Ernte des Saatguts nach Bedarf.
  • November: Absterben nach dem ersten Frost; Stengel entfernen oder als Winterstruktur fur Insekten und Vogel belassen.
  • Dezember-Februar: Geerntetes Saatgut kuhL und trocken lagern.

Winterharte

Als Jahrespflanze ubersteht Bassia laniflora den Winter nicht als lebende Pflanze. Sie schlie_t ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb einer Vegetationsperiode ab. Nach dem ersten starken Frost sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Die Samen sind frostresistent und uberwintern im Boden; im nachsten Fruhjahr keimen sie bei steigenden Temperaturen erneut aus. Bei milden Herbsten kann die Blute bis in den November andauern. Kein Frostschutz ist fur diese Art erforderlich.

Pflanzpartner

Gute Kombinationspartner sind Centaurea cyanus (Kornblume) fur blaue Farbkontraste, Gypsophila elegans fur ein ahnlich zartes, wolkiges Bild in Weiss, Scabiosa atropurpurea fur lilafortige Tupfen, verschiedene Eragrostis-Arten fur texturale Vielfalt sowie Silene gallica fur ahnlich arme Sandstandorte. Feuchtebedurftige Pflanzen wie Astilbe oder Farne sind als Nachbarn absolut ungeeignet.

Fazit

Bassia laniflora ist eine selten kultivierte, aber botanisch faszinierende Jahrespflanze, die ihre besten Qualitaten unter den anspruchsvollsten Bedingungen entfaltet: trockener, nahrstoffarmer, vollsonniger Sandstandort. Ihre wollig-weiche Textur, ihre Spatblute von August bis Oktober und ihr okologischer Wert fur Sandlebensraume machen sie zu einer bereichernden Wahl fur Trockengarten, naturalistische Schotterpflanzungen und okologische Pflanzkonzepte. Sie verlangt nahezu keine Pflege und belohnt den Gartenfreund mit einem zarten, unverwechselbaren Erscheinungsbild bis weit in den Herbst. Fur die Planung Ihres Gartens mit solchen Spezialisten steht Ihnen gardenworld.app mit Werkzeugen und Inspirationen zur Seite.

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