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Schirmakazie in voller Blüte mit rosa, flauschigen Blüten im Sommer
Fabaceae5. April 202612 min

Schirmakazie: kompletter Ratgeber

Albizia julibrissin

ziergehölzsommerblütetrockentolerantschnittpflegeleicht

Übersicht

Albizia julibrissin, auch Schirmakazie oder Schlafbaum genannt, ist ein mittelgroßer, laubabwerfender Baum aus Asien – von Indien bis Japan beheimatet. Im deutschen Garten ist er wegen seines zarten, federartigen Laubs und der flauschigen Sommerblüten beliebt. Er erreicht eine Höhe von 6 bis 8 Metern und eine Breite von 5 bis 6 Metern, wächst also ideal für mittlere bis kleinere Gärten.

Auch im Winter macht er mit seiner aufrechten, leicht gebogenen Verzweigung und der glatten, grauen Rinde eine gute Figur. Die Blätter rollen sich nachts oder bei Regen ein – ein faszinierendes Verhalten, das ihm den Namen „Schlafbaum“ eingetragen hat. Wenn Sie überlegen, wo im Garten die Schirmakazie am besten steht, hilft gardenworld.app mit visuellen Planungstools, die den Wuchs und Lichtbedarf berücksichtigen.

Erscheinungsbild & Blütezeit

Die zweifach gefiederten Blätter sind sehr fein, bestehen aus bis zu 50 Fiederpaaren und verleihen der Krone ein luftiges, durchlässiges Aussehen. Von Juni bis Mitte August erscheinen die kugeligen Blütenstände in zartrosa Farbe. Jeder Blütenkopf misst 3–4 cm und besteht aus zahlreichen langen Staubblättern, die einen seidigen, flauschigen Effekt erzeugen.

Diese Blüten sind nektarreich und ziehen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Danach bilden sich 10–20 cm lange Hülsenfrüchte, die oft bis in den Winter hängen bleiben. In warmen Regionen können sie sich selbst aussäen – schneiden Sie sie ab, wenn Sie Keimlinge vermeiden möchten.

Idealer Standort

Die Schirmakazie braucht volle Sonne – mindestens 6 Stunden direktes Sonnenlicht täglich. Ein windgeschützter Platz ist besonders für junge Bäume wichtig, da die Äste leicht brechen können. Vermeiden Sie kalte, feuchte Senken oder Nordwände, die wenig Wärme abgeben.

Sie eignet sich gut für Stadtgärten, da sie Luftverschmutzung verträgt. Pflanzen Sie sie als Solitär auf der Rasenfläche, neben der Terrasse oder am Rand eines Staudenbeets. In unsicheren Lagen (z. B. Zone 6b) pflanzen Sie sie idealerweise an eine Südmauer, die Wärme speichert. Mit gardenworld.app können Sie den Sonnenverlauf simulieren und den besten Standort bestimmen.

Bodenanforderungen

Der Baum gedeiht auf sandigen, lehmigen oder tonigen Böden, solange die Drainage gut ist. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 5,5 und 7,5.

Keine Düngung oder Bodenverbesserung nötig – als Hülsenfrucht fixiert sie Stickstoff über Wurzelknöllchen. Bei sehr armen Böden können Sie beim Pflanzen etwas Kompost hinzufügen, aber übertreiben Sie es nicht.

Gießen

Im ersten Jahr regelmäßig und tief gießen – etwa 10–15 Liter pro Woche. Danach ist der Baum trockentolerant und braucht nur bei längerer Trockenheit (mehr als 3 Wochen ohne Regen) zusätzliches Wasser.

Vermeiden Sie häufiges, oberflächliches Gießen. Mulchen Sie den Wurzelbereich, aber lassen Sie 10 cm Abstand zum Stamm, um Fäulnis und Nagetierschäden zu verhindern.

Schnitt

Eingriffe sind selten nötig. In den ersten Jahren können Sie die Krone formen, indem Sie absterbende oder kreuzende Äste entfernen. Schneiden Sie im Spätwinter (Februar) oder zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb.

Vermeiden Sie starken Rückschnitt – der Baum erholt sich langsam. Schneiden Sie nie im Herbst, da dies zu empfindlichem Neuaustrieb führt, der Frostschäden erleidet. Arbeiten Sie mit sauberen, scharfen Geräten.

Pflegekalender

  • Januar: Auf Frost- oder Sturmschäden prüfen.
  • Februar: Leichter Formschnitt bei frostfreiem Wetter.
  • März: Boden um den Stamm lockern; keine Düngung.
  • April: Auf Blattläuse an neuen Trieben achten.
  • Mai: Bei Trockenheit gießen.
  • Juni–August: Blütezeit; bei Hitze zusätzlich wässern.
  • September: Hülsen entfernen, um Selbstsaat zu verhindern.
  • Oktober: Blätter fallen ab; keine Maßnahmen.
  • November–Dezember: Jungstämme vor Nagetieren mit Gitter oder Vlies schützen.

Winterhärte

Die Schirmakazie ist winterhart bis USDA-Zone 6b (–20 °C). In Deutschland (Zonen 7a–8a) übersteht sie meist unbeschadet, aber junge Exemplare können bei Spätfrösten Schäden erleiden. Schützen Sie den Stamm die ersten 2–3 Jahre mit Jute oder Stammumhüllung.

In kalten Lagen können Sie den Baum in einem großen Topf ziehen und ihn im Winter an eine geschützte Stelle stellen.

Begleitpflanzen

Unter der offenen Krone eignen sich schattenverträgliche Stauden wie Lungenverkünder (Pulmonaria), Fingerhut (Digitalis) oder Glockenblume (Campanula). Am Rand setzen Sie sonnenliebende, trockentolerante Arten wie Lavendel, Schafgarbe (Achillea) oder Katzenminze (Nepeta) ein.

Vermeiden Sie invasive Bodendecker wie Efeu, die den Stamm erklettern könnten.

Abschluss

Albizia julibrissin verleiht dem Garten exotische Eleganz mit minimalem Pflegeaufwand. Sie ist in deutschen Gartencentern wie OBI und Hornbach erhältlich, meist in Containern von 100–150 cm Höhe. Achten Sie auf gesunde, flexible Triebe ohne Schäden.

Mit der richtigen Platzwahl blüht sie jährlich reich und wird zum Blickfang. Wenn Sie Ihren Garten neu gestalten möchten, nutzen Sie gardenworld.app für eine passgenaue Planung mit der Schirmakazie als Mittelpunkt.