Johannisbeeren und Stachelbeeren schneiden und verjüngen
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Warum das Schneiden von Johannisbeeren völlig anders ist als bei anderen Fruchtsträuchern
Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum) wachsen kontinuierlich und treiben jedes Jahr neue Triebe. Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum) tun dasselbe, aber ihre Früchte sitzen mehr am älteren Holz. Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) sind die ruhigsten der drei: Sie wachsen vorsichtiger und weniger aggressiv. Der Schnitt für jeden Typ ist daher völlig unterschiedlich. Wenn Sie eine rote Johannisbeere wie eine Stachelbeere schneiden, bekommen Sie drei Jahre lang nichts. Wenn Sie eine schwarze Johannisbeere wie eine rote schneiden, verpassen Sie die Hälfte der Ernte.
Johannisbeerensträucher können zwanzig bis dreißig Jahre alt werden, brauchen aber regelmäßige Schnitte. Nicht weil es sein soll, sondern weil sie von Natur aus wild wachsen. Altes Holz wird matt, trägt weniger und wird anfälliger für Krankheiten. Vögel können nicht mehr zwischen die Äste fliegen, also fressen sie weniger Beeren und verbreiten weniger Samen. Richtiges Schneiden gibt wirklich jedes Jahr eine größere Ernte.
Rote Johannisbeeren: junge Triebe, wenig altes Holz
Rote Johannisbeeren wachsen am kräftigsten von allen Johannisbeerensträuchern. Sie bilden jeden Sommer dicke, starke neue Triebe. Das ist Segen und Fluch: Segen, weil Sie immer neues Holz haben, Fluch, weil es wild auswachsen kann.
Die rote Johannisbeere trägt hauptsächlich an den Triebspitzen, am ein- bis zweijährigen Holz. Das bedeutet, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit auf junge, dünne Triebe richten müssen und nicht auf dickes, altes Holz.
Jeden Herbst (September bis November), wenn das Laub fällt, ist es Zeit. Schauen Sie sich Ihre rote Johannisbeere an. Sie sehen sicherlich dicke Triebe, die dieses Jahr gewachsen sind. Diese können Sie auf etwa dreißig Zentimeter zurückschneiden. Das fühlt sich grob an, aber es funktioniert. Die Pflanze bildet nächstes Jahr wieder dicke Triebe mit vielen Früchten an der Spitze.
Jedes Mal können Sie entfernen: alle Triebe unter zehn Millimeter Dicke (viel zu dünn, sie tragen nichts), alle Triebe, die nach unten hängen (Vögel können nicht eindringen), und alles, das schwarz aussieht oder voller Läuse ist. Bei roten Johannisbeeren müssen Sie wirklich keine Angst vor hartem Schnitt haben. Sie vertragen es gut und wachsen immer wieder.
Außerdem: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Strauch offen bleibt. Aufrechte Triebe, die gerade nach oben wachsen, sind besser als ausgespreiztes Gewirr. Das scheint Ihrer Intuition zu widersprechen, aber Luft in einer roten Johannisbeere erhöht den Ertrag merklich, oft um etwa zwanzig bis dreißig Prozent.
Die ideale rote Johannisbeere ist ein bisschen wie eine Stahlrohrrahmenkonstruktion: vier bis fünf starke, aufrechte Haupttriebe, und daran junge Triebe aus dem Vorjahr. Alles, was älter als zwei Jahre ist, entfernen. Alles, das stärker als fünfundvierzig Grad gekrümmt ist, entfernen.
Schwarze Johannisbeeren: behalten Sie altes Holz, aber nicht zu alt
Schwarze Johannisbeeren sind das Gegenteil von roten. Sie tragen nicht so sehr an den Triebspitzen junger Triebe, sondern eher an den Seiten von zwei-, drei- oder sogar vierjährigem Holz. Das bedeutet, dass Sie viel vorsichtiger schneiden müssen und länger warten müssen, bevor Sie altes Holz entfernen.
Bei schwarzen Johannisbeeren lautet die Faustregel: Entfernen Sie jedes Jahr etwa ein Drittel des Holzes. Nicht alles auf einmal, sondern selektiv. Schauen Sie sich Ihren Strauch an. Sie sehen wahrscheinlich Äste, die dick, dunkelbraun und drei Jahre oder älter sind. Diese können Sie ganz entfernen, von Grund auf. Lassen Sie die jüngeren Triebe stehen, auch die dünnen.
Warum? Weil schwarze Johannisbeeren vor allem an den Seiten des alten Holzes Früchte tragen. Ein zweijähriger Ast hat Seitentriebe voller Blüten. Ein dreijähriger Ast ist noch gut. Ein vierjähriger Ast beginnt zu ermatten, und nach fünf Jahren ist er wirklich vorbei. Also entfernen Sie jedes Jahr das älteste Drittel, und nach drei Jahren haben Sie alles erneuert.
Schwarze Johannisbeeren brauchen weniger drastische Schnitte. Aber alle fünf bis acht Jahre, wenn Ihr Strauch wirklich chaotisch geworden ist, können Sie ihn drastisch nehmen: alles, was älter als vier Jahre ist, entfernen. Das fühlt sich wie Mord an, aber nach einem Jahr wächst es wieder und ist viel produktiver.
Sorgen Sie auch dafür, dass Luft in schwarze Johannisbeeren eindringt. Ein dichtes Gewirr fördert Mehltau und ist vogelunfreundlich.
Stachelbeeren: vorsichtig, lange wachsen lassen
Stachelbeeren sind die pingelige Tante in dieser Geschichte. Sie wachsen vorsichtig, bilden weniger Triebe und haben die längste produktive Phase. Ein gut etablierter Stachelbeerstrauch kann ohne viel Schnitt zwanzig Jahre halten.
Der Trick ist: lassen Sie ihn wachsen. Stachelbeere bildet normalerweise vier bis fünf dicke Triebe pro Jahr, nicht zwanzig. Diese Triebe werden Jahr für Jahr länger, dicker und besser. Deshalb werden Stachelbeeren viel weniger aggressiv geschnitten.
Jeden Herbst können Sie etwas tun: alle beschädigten oder kranken Äste entfernen, alle nach unten hängenden Triebe gründlich entfernen, und ab und zu ein sehr altes, matt aussehendes Stück Holz entfernen. Aber grünes, gesundes Holz schneiden? Nein. Lassen Sie ihn wachsen.
Alle acht bis zehn Jahre können Sie eine Stachelbeere drastisch verjüngen, wenn sie wirklich chaotisch geworden ist. Aber für viele Jahre können Sie sie einfach stehen lassen. Die Regel ist: schneiden, wenn es wirklich notwendig ist, nicht weil es im Kalender steht.
Stachelbeeren tragen auch überall an ihren Ästen, nicht nur an den Spitzen. Deshalb ist sanftes Schneiden besser als hartes Schneiden.
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Der Unterschied zwischen roten und schwarzen Johannisbeeren: zwei Schnappschüsse
Stellen Sie sich vor: Sie haben zwei Beerensträucher nebeneinander gepflanzt, beide fünf Jahre alt.
Die rote Johannisbeere sieht wie ein Gewirr dünner, gerader Stängel aus, alle höchstens zwei Jahre alt. Viel Grün oben, weniger Holz unten. Ihr Schnittszenario: vier bis fünf dicke Triebe über drei Jahre, plus alles andere entfernt. Nächsten Herbst wieder das Gleiche. Alle vier bis fünf Jahre alles von Grund auf neu aufbauen.
Die schwarze Johannisbeere sieht steifer aus, mit dickeren, dunkelbraunen Ästen, die älter aussehen. Mehr Holz, mehr Volumen. Ihr Schnittszenario: sanft, jedes Jahr das älteste Drittel entfernen. Nach vier, fünf Jahren ist alles erneuert, ohne dass Sie es wirklich bemerkt haben.
Beide können zwanzig Jahre halten. Beide geben jedes Jahr eine volle Ernte. Aber der Weg dorthin ist völlig unterschiedlich.
Fallstricke: wenn Ihr Strauch nicht wächst
Sie haben vor Jahren eine rote Johannisbeere gepflanzt. Sie ist immer noch da. Aber die Ernte ist mager. Was läuft schief?
Zu viel altes Holz: Sie haben ihn nie wirklich zurückgeschnitten. Jetzt ist er voller Holz, das vier, fünf Jahre alt ist. Das trägt nichts mehr. Lösung: drastischer Schnitt. Alles, das älter als zwei Jahre ist, entfernen. Ja, es fühlt sich grausam an. Ja, der nächste Sommer ist schlecht. Aber danach wird es wieder gut.
Keine Struktur: Sie haben nie ein "Gerüst" geschaffen, also ist der Strauch ein großes unordentliches Durcheinander. Lösung: beginnen Sie diesen Herbst, indem Sie vier starke Triebe auswählen, diese auf sechzig Zentimeter zurückschneiden und alles andere entfernen. Über zwei, drei Jahre werden Sie einen ordentlichen Strauch haben.
Krankheiten: Läuse, Mehltau. All diese Dinge gedeihen in dichten, schlechten Sträuchern. Luft ist Medizin. Halten Sie Sträucher offen, und Sie lösen den größten Teil Ihrer Probleme.
Vogelschaden: Gimpel fressen die Knospen im Januar und Februar ab. Ein dichter Strauch, in den sie nicht eindringen können, ist Ihre beste Verteidigung. Also schneiden Sie für Offenheit, aber nicht kahl.
Schritt für Schritt: rote Johannisbeeren schneiden, Herbst
Schritt 1: Ihren Strauch bewerten
Bleiben Sie stehen. Welche Triebe sind dieses Jahr gewachsen? Welche sind alt und dunkel? Welche hängen unbeholfen?
Schritt 2: Alles Dünne entfernen
Alles unter zehn Millimeter, alles weg. Das sind Parasiten.
Schritt 3: Alles Alte zurückschneiden
Triebe älter als zwei Jahre auf dreißig Zentimeter zurückschneiden.
Schritt 4: Alles Unbeholfene entfernen
Hängende Triebe raus. Vögel können nicht eindringen.
Schritt 5: Offene Struktur schaffen
Stellen Sie sicher, dass Sie durch den Strauch hindurchschauen können. Wenn nicht, ist es zu voll.
Schritt 6: Krankheiten entfernen
Läuse? Schwarze Flecken? Entfernen Sie sie.
Schritt für Schritt: schwarze Johannisbeeren verjüngen, Herbst
Schritt 1: Altes Holz identifizieren
Schauen Sie auf die Farbe. Dunkelbraun und dick ist alt. Grün und dünn ist jung.
Schritt 2: Ältestes Drittel entfernen
Wählen Sie etwa ein Drittel Ihrer Äste, die am ältesten aussehen. Sie können diese ganz entfernen, von Grund auf.
Schritt 3: Seiten sauber machen
Entfernen Sie Seitentriebe, die nach unten hängen.
Schritt 4: Totes und krankes Holz
Alles Beschädigte entfernen.
Schritt 5: Offene Struktur
Auch hier: Sie müssen hindurchschauen können.
Schritt 6: Auf Wachstum warten
Nächsten Sommer wächst es. Noch nicht schneiden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich im Sommer schneiden? Ja, aber vorsichtig. Entfernen Sie nur beschädigte oder kranke Äste. Sommerschnitt verschlimmert Läuse, also begrenzen Sie es auf das Nötigste. Herbst ist besser.
Wie alt kann ein Beerenstrauch werden? Zwanzig bis dreißig Jahre ist normal. Nach dreißig Jahren ist es teurer als rentabel. Normalerweise ersetzen Sie ihn dann.
Warum wächst mein Strauch nicht? Zu viel altes Holz, schlechter Standort, zu viel Schatten oder Krankheiten. Schneiden hilft nur, wenn Sie auch den Standort und das Licht berücksichtigen.
Kann ich Samen meiner Johannisbeere aufbewahren? Rote und schwarze Johannisbeeren wachsen aus Samen nicht sortenecht. Sie bekommen zwar Keimlinge, aber nicht dieselbe Pflanze zurück. Vermehren Sie über Stecklinge, zum Beispiel Hartholzstecklinge, die Sie im August schneiden.
Johannisbeersträucher als Gartenpflanzen
Johannisbeersträucher sind unglaublich frosthart (bis etwa minus zwanzig Grad), wachsen in fast allen Böden und benötigen kein Gift. Sie geben jedes Jahr etwa zwei bis vier Kilo Obst pro Strauch. Das Schneiden dauert pro Jahr und pro Strauch eine halbe Stunde. Das ist einfacherer Gartenbau als fast alles andere.
Anfang oder Ende Oktober ist die ideale Zeit zum Pflanzen neuer Sträucher. Stellen Sie sie an einen sonnigen Ort (mindestens vier Stunden Sonne, besser mehr) und gießen Sie im ersten Jahr gut.
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